Der Haussegen – Bedeutung und Herkunft des lateinischen ‚Christus Mansionem Benedicat‘

Der Gralsweg – Von einem zum anderen – 5. Januar 2025

Nicht nur zu Beginn eines neuen Jahres erweist es sich als notwendig, über die Segnung von Wohnstätten und Orten zu sprechen, an denen sich Menschen sowie Tiere aufhalten. So vielfältig die Arten der Behausungen auch sein mögen, es handelt sich meist um Häuser, Wohnungen, Hütten, Werkstätten, Ställe, Unterstände oder andere Formen von Obdach.

Diese Gnade und ihre Wahrnehmung durch die Menschen sind noch jener Zeit verbunden, als die Menschen sich des hohen Wertes der Worte bewusster waren, weil sie noch in engere Verbindung mit der Natur, mit ihrem Inneren und mit geistigen Helfern standen. An erster Stelle stand die inbrünstige Bitte an den Herrn Jesus: „Christus, beschütze unser Haus!“ Die Worte kamen aus einem offenen Geist und wurden in tiefer Ehrfurcht und Demut vor ihrem Herrn gelebt. So fanden sie schnell Verbindung und Verankerung in der Höhe. Zugleich schwebten der Segen und die Erhörung der Bitte auf dem Rückweg nach unten. Wie weit die Bitte vordrang und woher der Segen floss, hing von der Tiefe des Empfindens der jeweiligen Person ab. Da die Menschen damals noch den Wert der Worte kannten und sie tief empfinden und erleben konnten, drückten diese wenigen Worte alles aus, worum der Geist seinen Gott und Herrn bitten wollte.

Später wurden diese Worte sichtbar über den Eingängen der Wohnhäuser mit geweihter Kreide geschrieben: C+M+B+ und am Ende das Jahr, für das der Mensch um die Erneuerung des Schutzes bat. Manchmal wird der erste Buchstabe des lateinischen „C“ – Christus – durch das einheimische Äquivalent „Kristus“ mit dem Anfangsbuchstaben „K“ ersetzt. Es ist jedoch nicht von Bedeutung, mit welchen Buchstaben und auf welche Weise man das Genannte aufschreibt; wichtig ist das damit verbundene innere Erleben und die Teilnahme des Geistes. Wie sich leider im Laufe der Jahre herausstellte, versuchte auch hier der Verstand, die Kraft des seelischen Erlebens zu schwächen, den Kraftstrom anderswohin zu lenken und so die Menschen von der Verbindung mit der Hilfe aus der Höhe abzuschneiden. So kam er auf die Idee, anstatt der Bitte an Jesus und Gott die Anfangsbuchstaben C+M+B+ als die der drei Könige zu deuten, die gekommen waren, um sich vor dem Jesuskind zu verneigen. Noch heute verbinden viele Laien diese Inschrift und den Segen mit der Tradition der Heiligen Drei Könige.

Der eigentliche Sinn dieser Buchstaben ist eine tiefe und innige Bitte, die in den Worten zum Ausdruck kommt: „Christus, beschütze unser Haus“. Später wurde in diesem Sinne die Bitte hinzugefügt: „Christus segne dieses Haus“. Die drei Pluszeichen bedeuten weder „Plus“ noch das christliche Kreuz, sondern sind eine Erinnerung an das verblasste alte Wissen um das gleichschenklige Kreuz der Wahrheit und sprechen von der göttlichen Dreifaltigkeit und Dreieinigkeit, deren volle Erkenntnis, vor allem des Heiligen Geistes, noch im Schleier der Unwissenheit und des Unverständnisses der Menschen verhüllt ist. Doch die Zeit verlangt und fordert den menschlichen Geist auf, diesen Schleier zu lüften, ja, sie fordert ihn geradezu auf, die volle Wahrheit zu erkennen!

Niemand soll sich jedoch einbilden, es genüge, leichtfertig und ohne innere Beteiligung Kreide zu nehmen und das hohe Zeichen über den Eingang seiner Wohnung oder seines Hauses zu schreiben und zu glauben, durch diese Handlung sei seine Wohnung von oben geschützt und gesegnet! Das Segens- und Schutzzeichen setzt die innere Beteiligung des Menschen sowie seine harmonische Ausrichtung auf die Quelle des Seins und der Kraft voraus! Die innere Anteilnahme und Verbundenheit mit dem Höheren sollen sich auch nicht auf den Moment beschränken, in dem das Zeichen über die Haustür geschrieben wird. Die Strahlkraft dieses Zeichens während des ganzen Jahres soll gerade das ständige innere Empfinden und die menschliche Sehnsucht nach dem Höheren und Übernatürlichen zum Ausdruck bringen. Auch wenn die Inschrift anfangs wunderbar leuchtet und für alles Wesenhafte sichtbar war, kann es doch durch die Einstellung des Menschen geschehen, dass diese Inschrift im Laufe des Jahres durch Lauheit, unreine Empfindungen oder Abkehr von den lichten Werten verblasst, bis sie ihren Glanz ganz verliert. Wehe aber dem, der sich ganz der Finsternis zuwendet! Wenn er in einer solchen Einstellung verharrt, wird er zum Meineidigen, und der Schlag der wesenhaften Diener in diesem Bereich wird mit größter Wahrscheinlichkeit auf seine Wohnstätte gerichtet sein!

Der Segen und die Hilfe kommen von oben. Seine Wohnung zu segnen, damit sie des Segens des Allerhöchsten würdig sei, ist eine Aufgabe, die dem einzelnen Menschengeist anvertraut ist im Empfinden und Öffnen für die höchste Ehrfurcht, die seinem Herrn gebührt!

Das bedeutet nicht, dass wir von allen Schlägen der Nachwirkungen unserer Sünden verschont bleiben, aber es kann uns sehr helfen. Zum Beispiel in Form einer Warnung, wenn die Schläge der Rückwirkungen ein bestimmtes Gebiet treffen, oder wenn es möglich ist und eine höhere Absicht auf andere Weise erfüllt werden kann, indem sie die Wohnung oder das Haus eines lichtvollen Menschen verschonen. Wir sollten daran denken, dass alles, was lichtvoll ist und dem Allerhöchsten Ehre erweist, von Seinen Dienern so weit wie möglich geschützt oder verschont wird. Die wesenhaften Diener nehmen alles als Strahlung wahr, und sie nehmen auch die Inschrift über dem Eingang oder der Tür als Strahlung wahr. Wenn ein Mensch mit Ehrfurcht und Bitte nach oben über die Wohnstätte die Bitte um Hilfe an den Höchsten schreibt – er setzt das gleichschenklige Kreuz ein und schreibt die Bitte um Schutz und Segen in Gott den Vater, Gott den Sohn Jesus und Gott den Heiligen Geist –, dann sehen die Wesenhaften eine starke Ausstrahlung. Wenn die Menschen, die sich an diesen Orten mit einer solchen Bitte aufhalten, damit einverstanden sind, verstärken sie dieses Zeichen täglich. Wenn sich unter ihnen jemand befindet, der dies nicht respektiert und im Widerspruch zu dieser Richtung handelt, schwächt ein solcher Mensch direkt oder indirekt dieses Zeichen. Durch die starke Einwirkung einer hohen Kraft kann ein solcher Mensch im Sinne höherer Gesetze von dieser Wohnstätte weggeführt werden, um anderswo zu leben. Auch darin liegt die Gerechtigkeit der gewaltigen Schöpfungsgesetze.

So möge jeder die Möglichkeit der großen Hilfe, die aus der Höhe für jeden bereitliegt, wohl abwägen. Sie ist nicht das Zeichen einer kleinen Gruppe von Menschen oder einer Kirche, man kann sie sich nicht aneignen. Aber sie ermöglicht es, die Sehnsucht in uns zu weihen und nach außen sichtbar zu machen. Tragen wir ihren Widerhall in uns und sprechen wir, wenigstens als kleinen Dank für solche Hilfe, von dieser Hilfe und diesem Schutz, wo wir innerlich Offenheit und Bereitschaft zum Zuhören wahrnehmen.

Wen diese Worte innerlich berührt haben, der soll in aller Ernsthaftigkeit mit seinem Nächsten über diesen Segen sprechen und nach gegenseitiger Übereinstimmung und Absprache vor seine Wohnstätte treten – die Wohnung, das Haus oder auch den Stall oder den Schuppen, in dem er Tiere hat, um die er sich liebevoll und ehrlich kümmert –, wo er mit Bitten und Demut seinen Schöpfer um Schutz und Hilfe bittet. Mit Kreide sollen sie über das Haus schreiben:

**C+M+B+** und die jeweilige Jahreszahl.

Wichtig ist gerade das innere Erleben des gesamten Aktes und sein Ergreifen durch den Geist. Niemand soll darauf achten, was und wie mit Kreide geschrieben wurde. Es ist die innere Haltung und Absicht der Beteiligten, die der Inschrift den eigentlichen Glanz und den Halt bis in die Höhen verleiht, der weit über die Anordnung der Zeichen und Zahlen hinausgeht.

Möge der Schutz des Herrn auf möglichst vielen Wohnstätten ruhen und möge sich diese Führung wie eine helfende und rettende Lichtwelle in die Welt ausbreiten.


Übersetzung aus dem Slowakischen

Požehnanie pre obydlie – z latinského Christus Mansionem Benedicat
https://www.cesta-gralu.cz/pozehnanie-pre-obydlie-z-latinskeho-christus-mansionem-benedicat/

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