
Die Früchte des Geistes
Für die Leser der Gralsbotschaft

Die Erkenntnis der Wahrheit, die vielen von uns durch die Gralsbotschaft zuteilwurde, ist ein Geschenk. Von Beginn an empfanden wir die Tiefgründigkeit dieses Werkes, während andere mit dem Buch und seinen wertvollen Einsichten nichts anfangen konnten. Diese Erkenntnis ist nicht unser Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns zum Handeln verpflichtet. Es wäre also falsch zu glauben, wir könnten passiv auf die Reinigung der Welt und darauf folgenden Frieden und Glück warten.
Die Erkenntnis der Wahrheit scheint nur wenigen Menschen zugänglich zu sein. Dies liegt möglicherweise nicht an mangelndem Bemühen oder dem Festhalten am Verstand anderer Menschen. Vielmehr könnte der Schlüssel zum Verständnis in der besonderen Rolle der 144.000 Berufenen, der Geister von Patmos, liegen, die einst ihren Dienst gelobten. Ihnen wurde im geistigen Reich die Flamme der Erkenntnis geschenkt, die ihre Herzen erleuchtete und sie befähigte, die Gralsbotschaft als das Wort der Wahrheit zu erkennen. Diese Erkenntnis verankerte sich als das Höchste und Wichtigste in ihrem Leben – ein Geschenk, verbunden mit einer großen Verantwortung.
Wenigen wurde ein so hohes Geschenk zuteil, und für diese erwächst daraus die Verpflichtung, es weiterzugeben. Sie möchten andere Menschen daran teilhaben lassen. Doch diesen fehlte die Flamme der Erkenntnis, sie konnten mit den Worten und dem Buch wenig anfangen. Wie Strom, der erst durch einen Transformator in Licht oder Wärme umgewandelt werden muss, kann auch die Kraft der Wahrheit nicht direkt weitergegeben werden. Sie muss zuerst in uns umgewandelt werden.
Wir sollten nicht das bloße Zitieren der Worte der Gralsbotschaft, das Verteilen von Büchern oder das Herausgreifen einzelner Textpassagen als Erfüllung unserer Aufgabe ansehen. Es ist offensichtlich, dass die Menschen damit wenig anfangen können. Wir müssen Mittler sein, die diese Kraft in eine für andere verständliche Form bringen. Unsere Aufgabe ist es, diese Kraft aufzunehmen, sie durch unsere eigene innere Wandlung zu transformieren und weiterzugeben. Nur wenn wir uns selbst wandeln, können wir anderen den Weg zur Wahrheit eröffnen.
Die Kraft der Wahrheit, die uns ständig von innen her zufließt, muss durch unsere innere Wandlung keimen, sich entfalten und in der Fülle des Lichtes aufblühen. Wie eine prächtige Blume, deren Duft die Welt erfüllt, so erblühe die Wahrheit in uns. Kostbare Früchte wachsen in uns heran – Tugenden wie Sanftmut, Barmherzigkeit, Demut und Friedfertigkeit. Unsere Sanftmut heilt die Wunden der Welt, unsere Barmherzigkeit trocknet die Tränen der Trauernden, unsere Demut eröffnet die Herzen und unsere Friedfertigkeit stiftet Einheit.
Lasst uns mit Freude und Hingabe an dieser wunderbaren Aufgabe arbeiten! Indem wir die Welt mit den Früchten unseres Geistes beschenken, geben wir weiter, was die Herzen der Menschen berührt und ihre Seelen erweckt. So erhellen wir den Weg zur Erkenntnis und damit zur Wahrheit. Und so kann auch hier auf Erden ein Licht aufgehen, das alle Finsternis vertreibt.
