Das Zeugnis geistigen Erwachens

Ein erwachter Menschengeist offenbart sich in der geläuterten Fähigkeit des Empfindens in allem Denken und Tun

Gerade das Gemüt, das Wahrnehmen der Empfindung und ebenso das von ihr durchdrungene Sich-Äußern nach außen ist das erste Anzeichen des Erwachens des Geistigen im Inneren des Menschen

Echtes Empfinden begegnet allem, was dem Menschen im Erleben widerfährt, auf natürliche und heilsame Weise

Es ist der Beginn eines Weges, auf dem der Geist des Menschen Christus folgt, indem er das Wort lebt, das Er allen Menschen gebracht hat, die sich danach sehnen, sich Gott in den geistigen Ebenen des Schöpfungswerkes zu nähern

Es ist eine lebendige Erfüllung aller Worte Jesu, wobei die Menschen vor allem den starken Halt ergreifen sollen, der in den Seligpreisungen Jesu enthalten ist

Schritt für Schritt soll dies alles im Geiste zur vollen Entfaltung der inneren Glut schon hier auf Erden kommen

Es gibt keinen Augenblick, in dem die Empfindsamkeit im Menschen nicht zugegen sein könnte

In jedem sinnvollen Handeln, in jedem schöpferischen Wirken soll der Segen des Lichtes durch die Gegenwart menschlicher, helfender Güte walten

Ebenso soll in Muße und Ruhe alles vom Menschen mit warmer, freudiger Herzlichkeit erfüllt sein

Zugleich schließt ein liebevolles Empfinden niemals eine scharfe Ablehnung all dessen aus, was Versuchung und Böses in sich trägt

Gegenüber allem, was dem Lichte entgegensteht und sich dem reinen Wirken der Schöpfungsgesetze widersetzt, muß der wachsame Mensch stets zu klarer innerer Abgrenzung bereit sein

Gerade ein gesundes Empfinden ermöglicht es, klar zu erkennen, wo das Gute ist und wo  böses Wollen keimt

Stets soll genügend Kraft zur wachsamen Prüfung durch die Empfindung aufgewendet werden, damit nur das Reine und Gute vom Menschen gefördert und umgekehrt das, was schon im Keime den Verfall trägt, rechtzeitig mit Schärfe zurückgewiesen wird

Dabei soll er bestrebt sein, alles zu veredeln, was ihm zum Gebrauch angeboten wird

Dies alles fordert von jedem Menschen den höchsten Einsatz geistiger Lebendigkeit, um die  in der gegenwärtigen Zeit auf Erden herrschenden Verhältnisse zu verstehen

Wer sich nicht bemüht zu erkennen, was in seinem Wesen gesund ist und was nicht, der kann nicht erwarten, dass ihm das Licht Hilfe bringt, damit er selbst auf dem Weg nach oben behütet und gnädig gefördert werde

Wenn der Menschengeist sich nicht mit allen Kräften selbst bemüht, wird ihm niemals die wahre Erkenntnis des göttlichen Willens in der Schöpfung zuteil

In der Erkenntnis des göttlichen Willens ist heute auf Erden jeder Mensch völlig rückständig

Es gibt niemanden, der den Begriff des göttlichen Willens voll erkannt und verstanden hätte

Damit wird aber auch deutlich, dass niemand unter den Menschen den Inhalt der Worte Jesu versteht, denn gerade in ihnen liegt der Weg zur Erkenntnis des Willen Gottes, des Vaters

Noch immer entgleitet dies den Menschen, wie sehr sich viele auf Erden auch von neuem in den Kampf stürzen, um den rechten Weg zu erkennen, der zu Gott führt

Es muss jedoch noch etwas von der Kraft des Geistes vorhanden sein, damit die Veränderung, die das volle Erwachen des Geistes mit sich bringt, verwirklicht und vollzogen werden kann

Wo der Geist zu voller Lebendigkeit erwacht ist, achtet er in seinem ganzen Wirken darauf, seine Umgebung in harmonischer Weise zu einer höheren Stufe der Veredlung und Läuterung anzuregen

Die wahre Wandlung, die von Natur aus dem Erwachen des geistigen Inneren entspringt, liegt in der Fähigkeit eines solchen Menschen, nicht nur im Großen, sondern gerade auch im Kleinen alles zum Besseren zu wenden

In den kleinen Dingen liegt die Kraft des menschlichen Geistes

Es zeigt sich auch in der Beharrlichkeit, ein fröhliches Gemüt zu bewahren, und in der Ausdauer, mit der man sich bemüht, unter allen Umständen ein guter und reiner Mensch zu sein

All dies sind Beweise dafür, dass der Betreffende aufrichtig bestrebt ist, seine Empfindung zu läutern

Für manche ist das Erwachen des Geistes bildlich die Verwandlung eines trüben, träge dahinfließenden Baches in eine klare, sprudelnde, erfrischende Quelle

Ein träge gewordener Strom birgt stets die Gefahr, auch das letzte Gesunde zu ersticken und im Stillstand der Fäulnis preiszugeben

Und die heutige soziale Welt gleicht einem einzigen sumpfigen Morast

Gerade deshalb ist es jetzt dringend notwendig, das Innere der Menschen zu einem umfassenden Erwachen zu erwecken

Es ist nicht bloß ein äußerer Ruf an den Menschen, sondern es soll die Stimme seines geistigen Selbsterhaltungstriebes sein – auf dass sich für ihn die Verheißung ewigen Seins im Werk der Schöpfung erfüllen vermag

Dahin muss sich alles menschliche Streben entwickeln

Der geistige Funke im Innern eines großen Teils der Erdenmenschen ruft verzweifelt um Hilfe, um im göttlichen Schöpfungswerk weiterhin bewusst bestehen zu dürfen

Zu diesem Ruf treibt ihn das Ahnen des Druckes aus dem Licht, der sich auch in diesem Teil des Weltalls mit jedem Tag erhöht, um Reinigung von allem Bösen zu bringen, das allem anhaftet, was unter den Einfluss des Prinzips luziferischer Versuchung geriet

Es erfordert eine große Mühe, sich von der Zähigkeit dessen zu lösen, was als gesellschaftliches Geschehen der Menschheit betrachtet wird

Nur in der völligen Erweckung des Geistes liegt die Befähigung, sich von all dem innerlich zu lösen und den Weg der inneren und äußeren Harmonie zu gehen

Das Erwachen muss vollständig sein und alle Ebenen der Hüllen tief durchdringen, die dem geistigen Funken als Körper der einzelnen, aus Teilen der Nachschöpfung gewobenen Stoffe dienen

Die wesenhafte, seelische und astrale Hülle des Geistesfunkens bedarf nun der Heilung und Wiederherstellung, denn an ihm haften alte Wunden, die durch den Missbrauch des ihm anvertrauten freien Willens entstanden sind

Deshalb wird von der Läuterung des Empfindens als dem stärksten Beweis des inneren Erwachens gesprochen, denn das Empfinden durchdringt alle Stufen der Hüllen des Geistes

Die Läuterung des Empfindens ist der einzige Weg, der dies ermöglicht

Solange ein Mensch sich lediglich im Kreise unerfüllter Gedanken an Wandlung bewegt, ist er noch zu schwach, um sich zu befreien

Ungenügend durchglüht das Empfinden seines Geistes die Hüllen, damit auch sie von einem begeisterten Ja zum Leben durchdrungen werden, zu einem Leben, das von Harmonie erfüllt ist, unabhängig davon, was im äußeren Geschehen vor sich geht

In Wirklichkeit verharrt er in einer seelischen, trägen Mattigkeit und bleibt dadurch unfrei

Unfrei in sich, kann er dann nichts von dem wahrnehmen, was ihm nahe ist und was dauerhaft von dem Wirken der Kraft Gottes in der Schöpfung zeugt

Wo zum Beispiel im Menschen noch die Unfähigkeit wohnt, die schöpferische Arbeit der Wesen freudig wahrzunehmen, da ist es nur eine schwache Regung, die kein ausreichendes, stark von innen nach außen drängendes Erwachen ist

Die Welt des Wesenhaften erschüttert mit ihrer lebensspendenden Kraft, die einen Ruf an den Menschen in sich trägt:

„Erwache in dir, Menschengeist, und unterziehe dich hier in der Stofflichkeit Tag für Tag der Anstrengung, auf deinem Weg zum Licht die höchste Lebendigkeit zu erlangen; denn nur so wirst du die Kraft in dir finden und dann fähig sein, den ermutigenden Strom anzuziehen, der aus der Kraft Gottes fließt.“

Dort, wo die Seele in ihren vergangenen Fehlern versinkt und sich einbildet, dass jemand von außen kommt und alles für sie ändert, ist der Lichtstrahl nicht kraftvoll genug eingedrungen, um den geistigen Funken mächtig zu entzünden und durch die Empfindung alles zum Besseren zu wenden

Nur dort, wo der Mensch sich aufrichtig um die Veredelung seines Lebens bemüht, kann ihm die Hilfe des Lichtes zuteil werden

Also Schluss mit allen Träumereien und Vorstellungen, das Leben werde sich ohne Zutun des Menschen zum Guten wenden

Lesen und vielleicht hin und wieder über geistige Dinge sprechen genügt nicht, denn die dafür gewährte Frist ist abgelaufen

Jedes Zögern darin wird vom Licht als Versagen angesehen, sofern das Wollen des Geistes nicht wahrhaft alle Ebenen des menschlichen Bewusstseins durchdringt

Nun ist die Zeit da, die von jedem, der innerlich und äußerlich wahrhaft ein neuer Mensch geistiger Art werden möchte, Beweise fordert

Das Zeugnis für die Lebendigkeit des Geistes

Die Beweise müssen Imanuel, dem von Gott Vater gesandten Richter, immer wieder, jeden Tag in allem Erleben, in das der Menschengeist durch die Fäden der Schicksalsweber geführt wird, dargelegt werden

Einzig dies ist das rechte Zeugnis für jegliche Unterscheidung des lebendigen Geistes von denen, die sich dem nicht mit ihrem freien Willen fügen wollen und dadurch als innerlich ermattet gelten

In allem soll sich jene höchste Regsamkeit entfalten, die den Menschengeist unermüdlich zur rechten Entscheidung und zum lauteren Handeln drängt

Das heißt, in die tiefste Tiefe des eigenen Empfindens vorzudringen, um Antworten auf all jene Fragen zu finden, die dem Menschen im Augenblick der Wahl entgegentreten, wenn sein Geist vor jenen schicksalhaften Entscheidungen steht, denen er begegnet und weiter begegnen wird

Das geistige Erwachen ist sehr weit entfernt von all der Oberflächlichkeit im Handeln der Menschen von heute

Sie führt den Menschen zum Erkennen und Annehmen einer völlig anderen Art des Denkens als die, mit der die Mehrheit der Menschheit vertraut ist

Nicht die stoffliche Welt mit ihren mannigfachen Begleiterscheinungen gesellschaftlicher Prägung, welche zumeist die Mehrheit der Menschheit bewegen, steht im Zentrum, sondern der Geist Gottes, der Geist Christi und der Heilige Geist, Imanuel, verlangen nun, von den Menschen in der innigsten Weise ihres Empfindens beachtet zu werden

An diesem Wendepunkt der Geschichte, an dem für eine große Zahl von Menschengeistern der Übergang von ihren früheren Irrwegen zu einer neuen, zum Lichte führenden Ausrichtung bevorsteht, die als große geistige Erleuchtung bezeichnet werden kann, wird nun von jedem einzelnen Menschengeist der Beweis seiner inneren Bereitschaft für diese so wichtige Zeit auf Erden gefordert

Und um diese Bereitschaft zu bekräftigen, bedarf es der Erkenntnis und der Bereitschaft jedes einzelnen Menschen, damit ihm auch die helfenden Hände des Lichtes gereicht werden können, die jeder Mensch dringend braucht, um zum Tor der geistigen Heimat aufzusteigen

Obwohl er noch auf dieser Erde inkarniert ist und seine irdische Hülle hier unter den anderen Menschen im Erleben des Alltags lebt, soll sein geläutertes Inneres beweisen, dass er in seiner Reife bereit ist, durch die Pforten zur geistigen Heimat, zum Paradies, zu gehen

Die Zeit, in der wir uns jetzt befinden, verlangt nach Beweisen der inneren Regsamkeit des geistigen Funkens

Ein solcher innerer Vorgang kann nicht stattfinden, ohne dass er auch im äußeren Denken und Handeln des Menschen als Zeichen reifen Menschentums sichtbar wird

Und weil die Menschen darin noch zögern, wird jetzt durch das Licht, in einer Welle neuer Kraft, durch das Eingreifen wesenhafter Diener die Notwendigkeit dieser Regsamkeit des Geistes unterstrichen

Das Fest der Ausgießung der Kraft des Heiligen Geistes wird diese Kraft nun in diesem Jahr und allen darauffolgenden Jahren in verstärktem Maße bringen

Infolgedessen wird dies auch in das Naturgeschehen einfließen, das sich in beschleunigten Vorgängen zeigen wird, die eine noch nie dagewesene Form annehmen werden

Vielleicht wird dies manchen Menschen in seinem Inneren noch erschüttern

Doch niemand sollte auf den Moment warten, bis sich dies im grobstofflichen Geschehen sichtbar äußert, denn dann wird es nicht mehr möglich sein, dass sich die Menschen zu jener Reife erheben, die nötig ist, um sie in jedem Augenblick durch starke Empfindung in ihrem Bewusstsein wirksam werden zu lassen

Dann wird keine Zeit mehr für eine Veränderung bleiben, denn das Geschehen wird sich rasch entfalten

Niemand sollte deshalb auf künftiges Geschehen mit der Erwartung blicken, dass erst sichtbare Ereignisse für ihn der Grund zur Veränderung sein werden

Am besten ist es, von diesem Augenblick an den Vaenen, den Webern der Schicksalsfäden, Beweise seines Strebens nach dem Aufstieg zum Licht zu erbringen

Jeder Faden, der in dieser Art innerer Anstrengung des Menschen geknüpft wird, ist jetzt das Wertvollste für die Erhaltung des menschlichen Geistes

Deshalb sollte alle Aufmerksamkeit auf das Erwachen des inneren Funkens gerichtet sein

Doch dies vollzieht sich durch die lebendige Empfänglichkeit für das innere Schwingen der Empfindung im Menschen

Wer dazu heute noch nicht in der Lage ist, sollte sich ganz einer neuen Lebensweise zuwenden, in der das Mitwirken am reinsten Grad der Harmonie, der auf Erden erreichbar ist, an erster Stelle steht

Niemand wird darin einen anderen Menschen vertreten können

Auch um den Preis schwerer Erfahrungen muss nun jeder lernen, es aus eigener Kraft für sich im Leben umzusetzen

Erst dann wird ihm in seinem geistigen Erwachen vom Licht die helfende Hand gereicht werden können

Wem dies zuteil werden kann, ist noch nicht abzusehen, denn es muss sich erst erweisen, dass das geistige Erwachen des Menschen echt und beständig ist

Und wie schon eingangs gesagt, liegt das Zeugnis des geistlichen Erwachens nur in einem solchen Lebensstil, in dem die Erfüllung der von Jesus gegebenen Seligpreisungen angestrebt wird

Deren Verständnis ist für jeden menschlichen Geist möglich

Niemand kann deshalb sagen, er wisse nicht, wie er leben soll

Jeder kann dies mit Leichtigkeit erkennen, wenn er in sich dem Wirken seines Empfindens Raum gibt


Der Weg des Grals – Ergänzende Texte – 21. April 2025

Übersetzung aus dem Tschechischen

DŮKAZY SVĚDČÍCÍ O PROBUZENÍ DUCHA

https://www.cesta-gralu.cz/dukazy-svedcici-o-probuzeni-ducha/

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