Aus den Höhen der Schöpfung

Schmerzlich blicken die reinen Geister von den Höhen des Lichtes herab, die als Helfer auf dieser kleinen Erde im Weltteil Ephesus wirken

Mit Sorge blicken sie auf die Stofflichkeit herab, denn ihre klaren, wissenden Augen sehen die Verzweiflung, die sich über die Vielzahl der geistigen Funken ausbreitet, die in ihrem Irrtum nicht mehr dem Paradiese, der Heimat der seligen Geister, zustreben, sondern immer tiefer in die Finsternis des Verderbens und der Verdammnis versinken

Sie sehen, wie sie im letzten Augenblick, in ihrem geistigen Tasten, falsche Entscheidungen treffen, um dann unmittelbar den beschleunigenden Wirkungen der Schöpfungsgesetze ausgesetzt zu sein, die sie der Aufhebung der Möglichkeit eines dauernden Daseins im Schöpfungswerk immer näherbringen

Schmerz und Tränen der lichten Bewohner fließen in die Stofflichkeit hinab, weil sie gleichzeitig sehen durften, wie wenig es zur Rettung der geistigen Funken bedurft hätte, wenn in ihnen nur der geringste Wille erwacht wäre, in der großen Harmonie des Schöpfungswerkes das Innere in reiner Liebe und Mitgefühl für den Nächsten zu entflammen

Das sind keine Bilder aus fernen Ebenen der Dämmerung und Finsternis in den feinstofflichen Welten, sondern es sind die wahrgenommenen Geschehnisse in den Schicksalsfäden der vielen Geister, die gerade jetzt auf der Erde inkarniert sind

Ja, dieser geistige Zusammenbruch bis zur Vernichtung betrifft ganze Scharen von Menschen, die heute auf dieser Erde leben

Äußerlich aber nehmen diese Menschen nichts davon wahr, weil sie abgestumpft sind gegen alles Innere, das zum Empfindungsleben des Menschen gehört

In ihrer Abwendung vom Lichte, die allein durch ihren Entschluss erfolgte, haben sie sich allmählich von der Bestimmung ihrer geistigen Art entfernt und damit die Berechtigung zum weiteren Dasein im Schöpfungswerke verloren

Obwohl ihre geistigen Führer und Helfer alles tun, um die Erdenmenschen in letzter Minute zu einem höheren Bewusstsein zu erwecken, bleiben die Fäden der lichten Hilfe zum größten Teil lose im Raume des Alls schweben, weil ihnen von der Erde her der notwendige wiedergeborene Wille zur Güte und Reinheit von den Erdenmenschen nicht entgegenströmt

Zu viele Menschen verharren jenseits des selbstgeschaffenen Abgrundes und können nicht gerettet werden, weil sie sich der Rettung verschließen

Aber auch das zarteste Erwachen zu einem reinen Wollen, das zur Hilfe der geduldig arbeitenden Hände des Lichtes führen könnte, findet bei der Mehrzahl der Erdenmenschen nicht statt

Schon der leiseste Anflug eines inbrünstigen Rufes nach Rettung aus dem Lichte, im Aufblitzen des Erkennens eines höheren Wertes des eigenen Daseins, würde genügen, um durch die aus dem Innern des Menschen hervorbrechende Ausstrahlung die Fäden der Hilfe zu knüpfen

Es geht hier nicht um die Worte der Menschen, die Gott äußerlich um Hilfe anrufen, sondern um den inneren Zustand ihres Geistes

Das ist ein großer Unterschied, denn Gott wird von vielen angerufen, die die geringste Hilfe sofort gegen ihre Mitmenschen wenden

Diese bleiben dann hinter dem Abgrund zurück und erhalten keine Hilfe, weil sie sich von der wahren Hilfe des Lichtes abgewandt haben

Gott soll also nicht mit vielen Worten angerufen werden, sondern es kommt auf die Ausstrahlung an, die den inneren Zustand des Menschen genau widerspiegelt

Lichtvolle Geister können das Innere der Menschen klar erkennen, fast so, als dürften sie darin lesen, denn das Licht selbst hat es ihnen ermöglicht

Es ist der Zustand des inneren Geistigen des Menschen, der über sein weiteres Dasein entscheidet, nicht seine Selbstanmaßung

Und an diesem Punkt scheitern nun Millionen, weil sie sich in Wirklichkeit längst dem Lichte verschlossen haben und unter dem Druck des Strahles Parsifals in den Wirkungen der Schöpfungsgesetze immer schneller nach unten sinken

Vergeblich werden dadurch alle Bemühungen des Lichtes, weil sie keinen Widerhall finden in den Herzen der Menschen, deren Geist im Erdenkörper schläft und welche ganz von sich selbst berauscht sind in dem Hochmut ihres Verstandes

Die Fäden, die sich über lange Jahrhunderte in helfender Weise neigten, mussten so für ganze Scharen zurückgebliebener und dem Licht fest verschlossener Seelen gelöst werden, und die Kraft des herannahenden Geschehens drückt nun ihr verlöschendes geistiges Inneres, das noch immer vom feinstofflichen seelischen wie auch irdischen Schleier umhüllt ist, hinab in die Tiefen der Hoffnungslosigkeit

Doch das irdische Denken des Menschen nimmt davon in seinem Tagesbewusstsein kaum etwas wahr

Nur von Zeit zu Zeit beschleicht den Menschen ein leises, unbewusstes Ahnen, dass etwas Ernstes im Gange ist, dass etwas von ungeheurer Bedeutung versäumt wird

Aber dieses Ahnen ist meist nur kurz und zu schwach, so dass es, wenn es aufsteigt, für die weitere Arbeit des Verstandesgehirns, das heute der Hauptmotor des menschlichen Denkens ist, nicht mehr erfassbar ist und sofort von einer Flut ablenkender Gedanken übertönt wird

Der Verstand sorgt sofort dafür, dass sich der Mensch anderen Dingen zuwendet, die ihm wichtiger erscheinen

Es ist eigentlich nur ein Aufflackern seelischer Art, ein letztes Aufbäumen des geistigen Funkens, der keine Kraft mehr für etwas Stärkeres hat

Dieser Zustand zeugt von der erschreckenden Lähmung, in der sich das geistige Innere vieler Menschen befindet

Ein gewisser innerer Schmerz ist da, aber er wird immer rasch übertönt

Es ist eine schwache, flüchtige innere Bewegung, die nicht die Kraft hat, sich weiterzuentwickeln

Die Menschen müssen nur hinhören, dann werden sie es sicher wahrnehmen, denn es ist Teil dieser Zeit für alle

Es sind die Tränen der Geister, die in den lichten Höhen fließen und durch das All klingen wie eine zarte Melodie des Schmerzes über die verlorenen Funken in den Tiefen der Welten

Von Zeit zu Zeit dringt diese Melodie unweigerlich zu jedem, auch zum Schlafenden, um ihn für einen Augenblick wachzurütteln

Gerade in diesem Augenblick kann das geistige Innere für einen kurzen Augenblick die sehnsuchtsvolle Melodie auffangen, gleichsam wie einen letzten helfenden Faden, der ihm mitteilt, dass er dem verhängnisvollen Absturz ganz nahe ist, und aus den Höhen ertönt ihm eine Stimme durch das All, deren Bedeutung das schwerwiegendste Wort ist: „Zu spät!“

Dieser Zustand ist, wie schon erwähnt, im irdischen Bewusstsein kaum fassbar und äußert sich meist nur als ein Beben des Herzens, das als Druck oder Beklemmung empfunden wird

Das Echo des Herzgeflechtes durchzuckt kurz das Innere des Menschen, damit es als letzte geschenkte Hilfe zur Selbsterhaltung und zu einem reinen Leben genutzt werden kann

Aber dieses innere unbewusste Ahnen wird meist rasch in den Hintergrund gedrängt, und umso mehr wendet der Mensch seine Aufmerksamkeit den belanglosen und oberflächlichen Gedanken und Wünschen zu, die mit der rein irdischen Lebensweise und ihrer Verwirklichung in allen ihren ständig wechselnden Formen zusammenhängen

So eilen immerfort geistige Keime, die sich noch auf dem Wege ihrer Entwicklung befinden, ihrem Untergange entgegen, ohne zu gewahren, welch ernstes Geschehen sich für sie vollzieht, und nichts vermag sie auf ihrem Pfad zum Ende ihres Daseins aufzuhalten, denn alle ihnen gewährte Hilfe ist wirkungslos verblieben und alle ausgestreckten Hände getreuer Helfer sind leer geblieben.

Nur das innere Erglühen im Erfassen des tiefen Schmerzes und das innigste Streben nach Besserung könnten noch die Seele mit dem schlafenden geistigen Inneren vor dem Sturz ins Nichts bewahren

Doch das ist für viele Menschen hier auf Erden in ihrer Hingabe an die äußere Lebensweise fast unmöglich

Die lichten Helfer erkennen die Falle, die der irdischen Menschheit durch ihr von Luzifer angeregtes und dadurch heute gefährlich überzüchtetes Instrument des Verstandes gestellt wurde

Zusammen mit der inneren geistigen Unbeweglichkeit wirkt der Verstand zerstörerisch, da er ein völlig trügerisches Bild vom Sinn des Lebens vermittelt, den der Mensch erleben soll

Umgeben von Hüllen, von denen die äußere irdische am stärksten trennend gegen die übrigen Ebenen des Schöpfungswerkes wirkt, erscheint der geistige Funke im Menschen wie das Licht einer Kerze in einem luftdicht verschlossenen Gefäß

Der Funke schwindet, da ihm der erfrischende Zufluss gleichartiger Kraft aus dem Licht fehlt

In seinem Schwinden herrscht dennoch noch ein Teil des freien Willens, dessen Wesen der Mensch jedoch nicht erkennt und daher nicht weiß, dass er selbst den Weg im Gewebe seines Schicksals auf seiner weiteren Wanderung durch die Schöpfung bestimmt

Geschwächt und kraftlos sinkt er immer tiefer, und der Weg führt durch die Gesetze der Schöpfung zum unvermeidlichen unglücklichen Ende

Vergeblich war der Weg, den der Funke zu seinem ursprünglich herrlichen Ziel auf sich genommen hatte, das darin bestand, zum vollen Bewusstsein der geistigen Freude am schöpferischen Dasein im Werk der Schöpfung zu reifen

In ursprünglicher, unbeschreiblicher Freude trat er am Anfang seine Reise als schutzbedürftiges Licht an, erfüllt von Verletzlichkeit und Entschlossenheit zugleich

Geleitet von geduldigen und gütigen Helfern lernte der Funke in seiner frühen geistigen Entwicklung alles kennen, was ihn in den Bereichen der feinstofflichen Gärten umgab und was ihn auf seinen Reisen noch erwartete, um zur wahren Reife zu gelangen

Zugleich leuchtete über ihm noch der goldene Glanz, der von den Toren ausging, die zu den seligen Stätten der Blauen Insel, seiner geistigen Heimat, führten

Es tönte und klang wie eine stärkende Aufmunterung, den Weg der Reife zu beschreiten, der die Voraussetzung für die Rückkehr war

So tauchte die junge Seele immer tiefer in die dichtere Materie ein, um den Ort ihrer Umkehr zu finden und die Fähigkeiten und Kräfte für die Rückkehr zu erlangen

Schließlich trat sie auch in die grobstoffliche Hülle ein, um in ihr für die Rückkehr in die geistige Welt zu reifen

Wie der Same in der warmen Erde sollte sie in ihrem Geiste keimen, sich erheben und aufsteigen, um wieder zum Licht, zur Heimat, zurückzukehren

Von den Gesetzen der Schöpfung ergriffen, unterwarf sie sich dem Kreislauf wiederholter Inkarnationen, die es ihr ermöglichte, zu reifen und gleichzeitig die Schuld abzutragen, die sie sich durch falsche Entscheidungen auf ihrem Weg aufgeladen hatte

Für viele wurde es zu einem Kampf mit sich selbst, weil sie sich zu sehr in falsche Wege verstrickt hatten

Aber es blieb ein Segen, der bei starker innerer Regung die Hilfen vermitteln konnte, die in der Rückwirkung der Gesetze eine Befreiung trotz der Last einer schweren Schuld ermöglichten

Bei vielen aber bleibt all dies mit größter Gewissheit unerfüllt, und der schwächer werdende Schein des Funkens verliert sich im Gewebe dessen, was danach aus den Tiefen heraufkommt, während der gegenwärtige irdische Leib als umhüllende Schale noch den Eindruck andauernden Lebens erweckt

Obwohl das irdische Leben als das Wichtigste erscheint, ist es doch nur ein kleiner Teil, der das Wesen der wahren geistigen Entwicklung verbirgt

Der Wille des Menschen muss sich auf eine höhere Daseinsebene richten, die mit der geistigen Natur des Menschen verbunden ist

Diese Entwicklung wurde und wird vernachlässigt und missachtet, weshalb alles auf dem weiteren Weg des geistigen Funkens des Menschen dem Untergang entgegengeht

Was jetzt geschieht, ist nur irdische Vergänglichkeit

Kommt aber die körperliche Hülle an ihr Ende, so wird die irdische Vergänglichkeit nicht verhindern, dass die Seele, und mit ihr der geistige Funke, getrennt von allen helfenden Fäden, in die ferne Finsternis zu sinken beginnt, die mit ihrer eisigen Kälte und Leblosigkeit die Seele an Orte begleitet, an denen ein wirbelnder Strudel alles mitreißt, was sich nähert, um es mit der Kraft wesenhafter Arme zu zerreißen, zu trennen und in der notwendigen Entziehung des Bewusstseins die geistige Grundlage freigibt, die in ihrer unbewussten Unschuld in ihrer geläuterten Gleichheit in stillem Fluss zu den Höhen zurückschweben kann, wo sie ein Teil der unbewussten Wolken des geistigen Nebels wird

Erst dort findet der Geist die Möglichkeit der Befreiung und des Aufstiegs zur Gleichart, mit der er dann in Unkenntnis seines Ursprungs verschmelzen kann

Ja, die Voraussetzung für diese Art der Rückkehr des Geistes nach oben zum Licht ist der völlige Verlust des Bewusstseins, das bis dahin auf dem Wege des geistigen Funkens gebildet worden ist

Auch wenn dies manchen als natürlicher Vorgang erscheinen mag, den sie in ihrer Leichtfertigkeit als akzeptable Art ihres Endes betrachten, sei hier daran erinnert: Für den menschlichen Geist gibt es nichts Schrecklicheres, als kurz vor seinem Ende noch einmal das Schönste zu erleben, was am Anfang seiner Reise war – jene reine Kindlichkeit, in der er die liebevolle Fürsorge des Lichts in den ersten Augenblicken seines Daseins genießen durfte

So sehr auch in dieser Auslöschung des geistigen Kerns des Menschen das natürliche Wirken der Schöpfungsgesetze enthalten ist, so ist es doch nicht die Art und Weise, die ihm ganz am Anfang seines Daseins zugedacht war

Es ist kein Grund zur Freude oder zu jubelndem Herbeisehnen, sondern ein Weg, in dem die Vergeblichkeit der bisherigen Entwicklung dauerhaft enthalten bleibt

Obwohl der geistige Grund gereinigt ist, bleibt im Schöpfungswerk das Urbild einer möglichen Entwicklung in den Herzen der hellen Führer erhalten, das in die Tiefe versunken ist und statt eines freudigen Aufstiegs nur die Unfertigkeit eines Weges zurücklässt, der einer unheilbaren Wunde gleicht

Das Geistige, das auf seinem Entwicklungsweg teilweise selbstbewusst werden durfte, wurde schließlich in den Untergang gerissen, weil es sich nicht zur notwendigen höchsten Stufe der leuchtenden Reife erheben konnte

Die Menschen auf Erden haben keinerlei Vorstellung davon, wie dringend notwendig es ist, sich mit ganzer Kraft zu einer reinen, lichten Gesinnung zu erheben, um den geistigen Weg mit dem Verheißen eines siegreichen Eintritts in die geistige Heimat im Licht verbinden zu können

Und weil sie das nicht wissen, irren sie auf ihren Wegen und binden sich mit jedem gesprochenen Wort, mit jedem Gedanken, mit jedem Drang des Begehrens nur weitere Schicksalsfäden, die ihren Weg durch die Schöpfung unverhältnismäßig belasten

Sie belasten ihn so sehr, dass kaum noch Hoffnung auf Erlösung und Befreiung besteht

Die Kraft, die dafür zur Verfügung stehen sollte, erfordert eine völlige Abkehr vom Bestehenden und den Einsatz aller geistigen Fähigkeiten, um nur reine Schicksalsfäden zu weben

Das Weben nur noch reiner Gedanken und Empfindungen, ohne auch nur im Geringsten zu wanken in der Haltung gegenüber allem, was in der stürmischen Zeit des Gerichts noch auf den Menschen zukommt

Das kann man von vornherein als fast unmöglich bezeichnen, wenn man den Zustand kennt, der im menschlichen Gemüt und in den Schwächen der seelischen Hüllen herrscht

Es würde bedeuten, alle bisherigen Denkweisen und Formen, mit denen der Mensch die ihn umgebende Welt und sich selbst beurteilt, über Bord zu werfen

Es hieße, alles mit einem entscheidenden Ruck wegzuwerfen, damit es nicht wieder auf den Menschen zurückkomme, nicht einen einzigen Augenblick des Tages

Ja, eine solche Kraft ist im menschlichen Geist zu finden

Es ist der letzte Wille zur Rettung, der immer vor Augen haben muss, dass der Weg von nun an nur noch in zwei Richtungen führen kann: entweder direkt nach oben zum Licht oder steil nach unten in den Untergang

Dazwischen gibt es nichts

Es ist der Ausdruck der verstärkten und beschleunigten Wirkung der Schöpfungsgesetze unter der Kraft des Lichtes, das aus dem richtenden Strahl Parsifals kommt, durch den die unmittelbare Kraft der göttlichen Art Immanuels wirkt

Für den Menschengeist gibt es nur ein Entweder – Oder

Und gerade die geistigen Helfer durchdringen mit ihren Blicken die Fäden der festgelegten Wege der menschlichen Geister und können dies alles sehen

Sie erkennen die Bedürftigkeit, die Schwäche, die Unreife und die fehlende Vorbereitung der menschlichen Seelen auf der Erde, die in ihrem Körper mit angeblichen Fähigkeiten und Kenntnissen prahlen

Doch all dies ist nur unbedeutendes Geschwätz im Vergleich zu den ernsthaften Ereignissen, die sich genau in dieser Zeit in seinem jetzigen Dasein in den Schicksalsfäden der Menschengeister abspielen – betrachtet aus der Perspektive seines Daseins für die Ewigkeit

Die Menschen ahnen nicht wirklich, was die Verheißung des ewigen Bestehens im Schöpfungswerk alles beinhaltet

Sie begreifen den damit verbundenen Wert nicht richtig, weil sie sich nicht bewusst sind, dass es für den menschlichen Geist keinen anderen richtigen Weg gibt, als den Weg zur Erfüllung der Verheißung des ewigen Bestehens zu beschreiten

Für den menschlichen Geist gibt es in der Schöpfung im Rahmen seiner vollkommenen Entwicklung keine andere Richtung als die nach oben

Eine andere Richtung, die in den Wirkungen der Schöpfungsgesetze möglich ist, führt nach unten

Diese führt aber nicht zur Erfüllung der Verheißung der Ewigkeit, sondern zum Ende und Untergang allen geistigen Bewusstseins, das der Menschengeist auf seinem Reifungswege bis dahin erworben hat

Es gibt also zwei Richtungen für den menschlichen Geist

Die Richtung zur Erfüllung eines möglichen ewigen Daseins im Licht, in freudiger, erfüllter Seligkeit, die den menschlichen Geist zu immer höheren Stufen persönlicher bewusster Lebendigkeit und Beweglichkeit führt

Und die Richtung nach unten, die aber vom Licht nicht gewollt ist, sondern immer nur als Scheitern des menschlichen Geistes bezeichnet werden kann

Der erste Weg führt zum Licht hinauf, um in den geistigen Welten des Schöpfungswerkes ein glückseliges und vollbewusstes Dasein zu erfahren

Der zweite Weg führt immer weiter vom Licht weg, bis zu dem Punkt, wo die Trennung des unterentwickelten Geistigen von allen stofflichen Hüllen stattfinden muss

Und da das Bewusstsein des unterentwickelten Geistigen ohne die Hüllen nicht erhalten werden kann, kommt es zu seiner Auslöschung und Auflösung

Vor diesem Ende des geistigen Weges warnen alle Rufe der Geister, die von den Höhen der Schöpfung herabsteigen zu den Stätten, wo eine starke Verflechtung aller Möglichkeiten für die rechte Entwicklungsrichtung der geistigen Funken bis zu ihrer vollen Reifung besteht.

Ihr Ruf ist zugleich eine Tat, und so senken sich von ihnen auf den Pfad der sich entwickelnden Geister ganze Vorhänge rettender, helfender Bestärkung auf jeden Geist herab, der sich danach sehnt, sie zu ergreifen

Es sind Strahlen aufmunternder Erquickung, die wie leuchtende Vorhänge aus lichten Fäden bis zur Erde reichen, um allen, die sich ihnen öffnen, eine festere Verankerung im Willen zum Licht zu geben

Diese lichten Vorhänge enthalten die notwendige Stärkung für jeden, der sich mit ihnen verbinden will durch sein eifriges und reines Streben nach Licht und Wahrheit in seinem Leben

Sie enthalten lebendige Bilder, die den innerlich empfänglichen Geistern in irdischen Körpern sofort die Erfahrung der Nähe der lichten Welten bringen

Ihre Lebendigkeit und aufmunternde Stärkung wirken wie ein erquickender, belebender Trank, den der Geist auf seiner Reise braucht, um auf seinem Weg nach oben nicht zu ermüden und nicht zu straucheln

Der Geist im Menschen bedarf des Erlebens des Lichtes, das ihm in diesen fernen Welten nur durch inneres Ergriffensein zuteilwird

Daher bedarf jeder lichtstrebende Geist der Verfeinerung der Wahrnehmung im Empfinden, damit ihm die Melodien der Erquickung und der freudigen Hingabe an die Tat zufließen, statt der Melodien des Schmerzes, die sich über alle jene legen, die ihren Aufstiegswillen vernachlässigt und freiwillig gegen die zeitweilige Verdunkelung ihres Bewusstseins eingetauscht haben

Die Bewohner der lichten Höhen weinen nicht um die einzelnen Geister, die sich durch eigene Schuld für das weitere Dasein wertlos gemacht haben, sondern der Schmerz, der in ihnen entsteht, hängt damit zusammen, dass sie sehen dürfen, wie viele Gaben und Hilfen das Licht auf die Wege der geistigen Keime für ihr Dasein im Schöpfungswerk gelegt hat

Sie bedauern auch nicht, was geschieht, sondern begrüßen im Gegenteil mit Freude das Wirken der wesenhaften Diener, die unter der Leitung der Diener aus den Höhen des Grals nun alle Fäden spannen, um die beschleunigte Vorbereitung des göttlichen Gerichtes über die Menschheit zu ermöglichen

Es gibt also keinen Widerspruch und kein Unverständnis, denn die Bewohner der lichten Höhen erleben in ihrer Weisheit nur den ständigen Einklang mit dem gesetzmäßigen Geschehen in allen Teilen des Schöpfungswerkes

Was sich jetzt vollzieht, ist für die ganze Nachschöpfung ein wichtiger Schritt zum freien und erlösenden Ausatmen in Vollendung des bisherigen Geschehens, das sich seit Beginn der Schöpfung aller sieben stofflichen Weltenteile entfaltet

Alle Schicksalsfäden der einzelnen Geschöpfe in diesem Teil des Werkes der Nachschöpfung werden nun durch die erfüllenden Schöpfungsgesetze zum göttlichen Gericht getrieben, und was in diesem Gericht nicht besteht, stürzt in das zermalmende Getriebe, um gereinigt und erneuert zu werden

Es ist also nur schöpferische Arbeit, denn das Ergebnis wird die Wiederherstellung eines reinen und gesunden Energieflusses sein, durch den nach langer Zeit die Ströme der Harmonie in den Teilen wieder fließen können, in denen dieser Fluss ins Stocken geraten und teilweise durch die Anwendung des falschen Prinzips der Versuchung umgekehrt worden ist

So ist auch alles, was sich jetzt durch den Druck des Lichtes unter den Menschen abspielt und noch abspielen wird, nur die Erfüllung aller Wege, die in der Vergangenheit geknüpft wurden und nach Ausgleich verlangen

Dies liegt nun ganz in den Händen der hohen wesenhaften Diener Walhalls, die, gestärkt durch die Nähe des Strahles Parsifals, alles zur endgültigen Lösung und Befreiung führen

Den geistigen Helfern und weisen Führern der Menschengeister auf ihren Entwicklungswegen im Werk der Nachschöpfung ist es schon jetzt erlaubt, den Verlauf der Schicksalswege eines jeden Menschen zu sehen

Es ist ihnen erlaubt, das Geschehen zu schauen, in dem nun jede einzelne Regung des menschlichen Inneren über das weitere Schicksal im Rahmen seiner geistigen Entwicklung entscheidet

Diejenigen, die in irgendeiner Weise mit den Menschen dieser Erde verbunden sind, können schon jetzt den Weg zur Vernichtung vieler sehen, die heute noch in irdischen Körpern verankert sind und in ihrer selbstbezogenen Zufriedenheit in dem Glauben leben, die Nachsicht Gottes werde sie nicht ins Verderben stürzen

Dagegen sprechen die Fäden ihres Schicksalsweges, die sich jetzt unter dem Druck des Lichtes, das aus der Nähe des Strahles Parsifals kommt, spannen

Umso größer wird das Entsetzen solcher Menschen sein, wenn ihr bisheriger Erdenweg beschritten ist und sie Styx gegenüberstehen, die ihnen den Weg zeigt, der unaufhaltsam in das alles zermalmende Räderwerk hinabführt, das in den Händen der dazu bestimmten wesenhaften Diener liegt

Darum fließen die Tränen des Schmerzes von den Helfern in den lichten Höhen, weil sie die Unausweichlichkeit in den Schicksalsfäden sehen, die nur durch die innigste Sehnsucht der Menschen nach der Hilfe des Lichtes verändert werden könnten

Auch dadurch, dass sie sich im letzten Augenblick aufraffen und ihre ganze Kraft in die Verwirklichung der reinsten Taten legen

Gleichzeitig sehen sie auch, wie wenig Menschen diese letzte Chance noch ergreifen, um sie überall und in allem in gute Taten gegenüber ihren Mitmenschen umzuwandeln und sich so für ihre weitere Existenz zu erhalten     

Aus den Höhen der Schöpfung strömen noch viele helfende Strahlen zur Erde, aber sie müssen genutzt werden, denn schon lange gilt, dass Hilfe nur dort gewährt werden darf, wo sie in tiefster Demut erbeten wird

Wer also diesen Klang hört, in dem die große Aufforderung zum Handeln mitschwingt, zusammen mit der Warnung, dass es schon in einem Augenblick „zu spät“ sein kann, der zögere nicht einen Augenblick länger und trete ohne Bedingungen gegenüber anderen Menschen in sein neues Dasein ein, das in völliger Harmonie mit dem Licht schwingt

Dies dient nur seiner Rettung und um sich die Gelegenheit zu erhalten, das ewige Leben in den herrlichen Ebenen der lichten geistigen Heimat zu erlangen

Eines Tages wird er selbst all das sehen, was ihm aus dem Licht an Hilfe angeboten wurde, was er aber nicht erkannte und oft in seiner inneren Abgeschlossenheit nicht annehmen wollte, weil er glaubte, es nicht nötig zu haben

Am Ende aber erkannte er es gerade noch rechtzeitig als die gnädigste Hilfe und rettete sich aus der Gefahr, die ihm geistig drohte

Und dann, wenn er selbst in der Welt des seligen Zusammenwirkens mit anderen verweilen darf, wird er vielleicht gerade all den geistigen Funken, die wie ein unaufhörlicher Lichtstrom in die Stofflichkeit eindringen, mit allen Kräften helfen, den sehnlichen Wunsch zu erfüllen, reife, vollwertige Bewohner des Schöpfungswerkes zu werden

Vielleicht wird er zu denen gehören, die all die Fäden und Ereignisse sehen dürfen, die aus dem Innern der aufsteigenden Funken hervorgehen

Gewiss wird er sich auch seiner selbst erinnern, seines Weges, und sein Wille, den Bedürftigen zu helfen, wird durch ihn fließen wie die schöne Melodie eines geistigen Liedes

Es wird auch seine Melodie sein, die so aus den seligen Höhen der Schöpfung in die Materie hinabschwebt

Möge ihm nun zu seinem eigenen Aufstieg die Hilfe zuteilwerden, die nur das Licht gewähren kann

Mehr Licht


(Z Výšin Stvoření)

https://www.cesta-gralu.cz/z-vysin-stvoreni/

Aus DER WEG DES GRALS |März 7, 2022|Ergänzende Texte

Rose

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