Über den feinstofflichen Gärten

Im gesamten Schöpfungswerk wiederholen sich gewisse Vorgänge und Formen, die den Bewohnern der einzelnen Ebenen die Möglichkeit verleihen, sich nach oben hin zu verbinden, und zugleich werden auch Wege gestaltet, die in ihrer Wirkung entgegengesetzt nach unten führen

Von oben nach unten betrachtet, können wir von einem sich wiederholenden Prinzip der Spiegelung des eigentlichen Ausgangspunktes des Lichtes am Gipfel der Schöpfung sprechen, das sich nachfolgend in den Ebenen der einzelnen Schichten widerspiegelt, welche, Sedimenten gleich, von oben nach unten aufeinanderfolgende Sphären der Schöpfung bilden

Der höchste und wahre Ausgangspunkt des Lebens im Schöpfungswerk ist die strahlende Gralsburg und ebenso die an sie gebundenen Urgeistigen Inseln des erhabenen Dienstes am Lichte, welche den höchsten Teil der Schöpfung ausfüllen, der das Urgeistige oder auch das kraftvollste Geistige genannt wird, wo wir das eigentliche Wesen des erwähnten Lebens finden, das außerhalb der Göttlich-wesenhaften Ebene hervorgebracht wurde

Somit läßt sich sagen, daß das eigentliche Wesen des Lebens, das die reinste Kraft der wahren geistigen Art in sich trägt, welche zum Bilde Gottes erstand, sich nur im Urgeistigen Teil der Schöpfung befindet

Hier formte sich alles als reine, lebendige Grundlage, die in sich die Kraft eines selbstbewußten Seins trägt, das als jener Gott am nächsten und vom Licht am stärksten durchstrahlte Teil der Schöpfung beschrieben werden kann

Dabei ist es jedoch selbstverständlich, daß auch alle übrigen geistigen Ebenen, die sich unterhalb der Urgeistigen Sphäre befinden, von einer so starken Strahlkraft des Lichtes durchdrungen sind, daß es in dierser irdische, grobstoffliche Welt nichts Vergleichbares gibt

Alles, was sich hier in den Stofflichkeiten befindet, ist mitsamt seiner unleugbaren Schönheit und Harmonie, die wir insbesondere in der Natur um uns herum finden und die ihren Ursprung im Widerschein der geistigen Höhen hat, dennoch nur eine gewisse Spiegelung höherer Sphären, die sich matt in den Formen der irdischen Welt abzeichnen

In allem, was unmittelbar aus der Arbeit des im Werk der Nachschöpfung wirkenden Wesenhaften hervorging, liegt nur ein Abglanz der höheren Sphären der Gärten Asgards, die wiederum eine Spiegelung höherer Welten sind, und daher kann alles nur als eine ferne Ableitung und als eine Art dichter Niederschlag bezeichnet werden, der von der Gott-Ausstrahlung übrigblieb, als sich vor langer Zeit alles Stärkere und Strahlendere aus diesem Niederschlag absonderte und erstand zu eigenem, selbstbewusstem Leben in den höheren Sphären des Geistigen

Von oben nach unten können wir dies so beobachten, daß sich das Reinste aus der grundlegenden Gott-Ausstrahlung absondert, die jene Grenze durchdrungen hat, an der sich der Anfang des Urgeistigen Wirkungsbereiches im Gral befindet, um sich unmittelbar in seiner reinen Kraft zu jener Sphäre zu formen, in der alles für die Existenz des seligen Seins der dort weilenden Geschöpfe enthalten ist

Nur dieser Ort ist der wahre Abglanz des Göttlichen, und somit ist einzig die Urgeistige Welt mit ihren Bewohnern zum Bilde Gottes geschaffen

Alles andere ist nur eine Fortsetzung von Ableitungen, die wir als immer schwächere und schwächere Niederschläge des Abglanzes der Strahlung des ursprünglichen Lebens im Urgeistigen mit all seinen dort befindlichen Formen bezeichnen können

Und jeder Teil einer solchen sich absondernden Sphäre hat seinen höchstgelegenen Bereich, der oben an die vorhergehende Sphäre anknüpft und nach unten führt, wo wiederum eine Strahlengrenze entsteht, nach der das darauffolgende Leben in seinem Wesen bereits eine völlig neue Art der abgesonderten Strahlung darstellt

So befindet sich überall dort, wo es zu einer Grenzziehung zwischen den einzelnen Strahlungsarten in der Schöpfung kommt, zugleich der Anfang der nachfolgenden Ebene, die in sich die vorangegangenen Formen des geschaffenen geistig und wesenhaft stärkeren Lebens widerspiegelt

Die erwähnte Spiegelung darf man sich vielleicht nicht als Bild als Ganzes vorstellen, wie es bei der Widerspiegelung des grobstofflichen Himmels mit Sonne und Wolken auf der Oberfläche eines Sees der Fall ist, sondern diese Spiegelung der Lebensformen durchdringt stets räumlich nach unten und zugleich auch seitwärts und wiederholt immer in den Grundzügen die vorhergehende stärkere Strahlung, die hier an dem neuen Ort der Art der Kräfte und der Strahlkraft der gegebenen Ebene angepaßt ist

Bei richtiger Betrachtung dieses Bildes der Spiegelung stellt sich der Beobachter ein Bild vor, das ihm zugleich verständlich macht, daß mit der abnehmenden Strahlkraft und Lebendigkeit der Ebenen in den einzelnen Teilen des Schöpfungswerkes auch eine gewisse Verarmung der Formen in ihrer Artenvielfalt, Farbigkeit und Detailgenauigkeit einhergeht und auch ihre Eigenschaften und Fähigkeiten schwächer werden, die sich mit jeder Ebene nach unten hin selbsttätig weiter abschwächen

Dies haben wir mit der Beschreibung einer gewissen Mattheit erfaßt, die eine gesetzmäßige Erscheinung der Abschwächung der Strahlkraft des Lebens ist

Dennoch können wir von der gesamten Ersten Schöpfung, die auch alle Ebenen der geistigen Stufen in sich birgt, sagen, daß dieser Teil der Schöpfung von einer für den Menschengeist erquickenden Leichtigkeit und Strahlkraft durchdrungen ist, wie sie dem nachfolgenden Anbau des Werkes der Nachschöpfung weithin fremd ist

So kann die gesamte Erste Schöpfung, die Bereiche verschiedener Arten geistigen Wesens enthält, als ein geschlossenes Ganzes bezeichnet werden, in dem sich das Leben in vollkommener Harmonie und im jubelnden Weben aller Geschöpfe erfüllt

Dies gilt auch für den untersten Teil der Ersten Schöpfung, der sich als letzter erweiterte, um geistige Bewohner aufnehmen zu dürfen, die als menschlich-geistige Funken zunächst die Entwicklungswege der Ebenen des Werkes der Nachschöpfung durchlaufen haben, um ihre reife Vollkommenheit zu erlangen, dank derer sie daraufhin selbsttätig empor in die wartenden lichten Gärten des geistigen Paradieses getragen werden

Und so können wir auch hier, an diesem Ort, alle Erscheinungen der Spiegelung finden, die in sich die Gewißheit der Formung all dessen tragen, was als Abbild des bereits Bestehenden in höheren Sphären entsteht

So formte sich in dieser niedrigsten geistigen Ebene der Ersten Schöpfung die Lichtburg – Montsalvat –, in der die reinsten der menschlich-geistigen Diener weilen und wirken

Wie wir bereits früher schrieben, ist Montsalvat eine geistige Nachbildung der strahlenderen Bauten gleicher Weihe, die sich in höheren Teilen des Schöpfungswerkes befinden

Ebenso sind auch die Gärten, die sich unterhalb dieser Burg ausbreiten, ein Abbild der Inseln des erhabenen Dienstes im Urgeistigen

In Montsalvat und in den erwähnten Gärten, wo die gesegnetsten reinen Dienerinnen wirken, pulsiert und webt das Leben in einem wunderschönen Fließen, das im Geiste, der hier hineinblicken oder vielleicht sogar hier eintreten darf, einen Zustand höchster Glückseligkeit hervorruft

Das ganze Paradies, das dem Aufenthalt der Menschengeister geweiht ist, ist in seiner Reinheit ein Ort von unvergleichlicher, allumfassender Schönheit und Vollkommenheit, wollte man es mit den Welten der Stofflichkeiten im Werk der Nachschöpfung vergleichen

Der Erdenmensch, der so oft von der Pracht der hiesigen Natur ergriffen ist und ihre Eintracht, Harmonie oder Vielfalt bewundert, kann sich also nur in der Hoffnung auf die Sphären der geistigen Heimat im Paradies freuen, wo alles Irdisch-Schöne tausendfach übertroffen wird in der Vollkommenheit der Formen, Gestalten und anmutigen Würde, die ein beständiger Teil aller Orte des Paradieses ist

Aus dem Paradies wurden auch die Bilder ausgestrahlt, aus denen die hohen wesenhaften Diener Walhalls Inspirationen für die Gestaltung der Formen in den eigenen Gärten Asgards schöpften und ebenso nachfolgend in den Ebenen der feinstofflichen Gärten der sich entwickelnden Keime menschlich-geistiger Funken, die hier in die ersten Hüllen auf ihrem Weg durch die Stofflichkeiten eintauchten

Da von den wesenhaften Alphar direkt aus den Vorbildern der geistigen Gärten des Paradieses geschöpft wurde, sind auch die erwähnten höchsten Ebenen des Feinstofflichen von einer Strahlkraft und Schönheit erfüllt, die den Seelen, die hier von Zeit zu Zeit auf ihrem Weg empor aus den Tiefen der stofflichen Teile kommen dürfen, den Eindruck vermittelt, daß sie sich vielleicht schon im Lichte selbst in der Nähe des Gottesthrones befinden

So groß ist die Schönheit dieser feinstofflichen Orte, die von der Nähe des spirituellen Paradieses durchdrungen sind, das sich tatsächlich nicht weit von hier befindet

In diesen Gärten spiegeln sich auch viele Vorgänge, die durch helfende Gedanken der Bewohner des Paradieses hierher übertragen werden, welche beständig zu diesen Gärten viele segnende Ermutigungen zur Stärkung und Reifung der eingetauchten Geistesfunken senden

Dürften die Menschen auf Erden dies erschauen, und sei es auch nur im flüchtigen Aufleuchten eines einzigen Bildes, so müsste ihr Innerstes sogleich in tiefer Ergriffenheit erbeben; denn diese Orte sind wahrlich eine Stätte des stillen Webens liebeerfüllter Ströme, in denen sich die hiesigen Geisteskeime in der Geborgenheit mütterlicher Obhut befinden

In der Spiegelung des geistigen Lebens sind hier viele Bauten geformt, die als Durchgangszentralen dienen, durch welche sich von Zeit zu Zeit bereits reife Geister dem Werk der Nachschöpfung nähern dürfen, um hier durch ihre Nähe als lichtverstärkende Ermutigung zum Erwachen der jungen Keime des Menschengeistes zu wirken

Hier herrscht ein reines Weben erhabener Kräfte, die hin und her strömen, um diesen Ort friedvollen feinstofflichen Schwingens zu ermutigen, zu erquicken, sanft zu umspielen und auch zu schützen, den man die Gärten der Geisteskeime nennt

Und gerade zum Schutz des erwähnten harmonischen Schwingens formte sich auch auf dieser Ebene aus dem Antrieb der Ritterschaft in den Hallen von Montsalvat die hiesige schützende Lichtburg, die sich als ein sich über den Gärten erstreckender lichter Bau gestaltete, der Schutz und Sicherheit weit in die Fernen der Stofflichkeiten ausstrahlt

In goldenen Wolken gehüllt, steht hier diese Schutzburg, damit sich alles unter ihr sicherer und geborgener empfinden möge

Die Burg selbst ist durch die starken Gedanken der geistigen Ritter durchstrahlt, aus denen sich an der feinsten Grenze zwischen dem Paradies und dem ätherischsten Feinstofflichen eine Form verankerte, die in sich die Spiegelung der mächtigen Mauern und Türme des eigentlichen geistigen Montsalvats im Paradies trägt

Die Burg wird durch beständig ausgesandte Gedanken des ritterlichen Schutzes alles Schwächeren belebt, und allmählich bildete sich in ihr auch ein Boden für den Aufenthalt einer gewissen geistigen Besatzung, die sich hier abwechselt, so wie sich in einem bestimmten rhythmischen Fließen die geistigen Ritter nähern, die aus den Hallen von Montsalvat zur Erfüllung des Schutzdienstes an allem Schwächeren entsandt werden

Daß die Burg durch die Gedanken der Ritter in Montsalvat belebt wird, macht diesen Schutzort über den feinstofflichen Gärten der Geistkeime zu einer gewissen besonderen Erscheinung, denn man kann von ihm sagen, daß er ein wirkliches Bauwerk ist und zugleich nicht ist

Sein besonderer Ursprung ist bedingungslos mit dem beständig wachsamen Schutzdienst der Ritter in Montsalvat verbunden

Das Bauwerk ist also unmittelbar auf den ständigen Zufluß der ausgesandten Gedanken der Ritter angewiesen

Sollten diese Gedanken jemals aufhören, vom Geistigen zu diesem Bauwerk zu strömen, so würde es zu welken und zu schwinden beginnen, bis es gänzlich verschwände, denn die stoffliche Feinheit dieses Ortes an der Scheidelinie zwischen dem Geistigen und dem Feinstofflichen würde zur allmählichen Auflösung aller mächtigen Mauern der Säle, der Türme und der goldenen Kuppeln führen, die es zu jenem gewaltigen Bauwerk machen, wie es all jenen erscheint, die aus den Niederungen bis zur eigentlichen Scheidelinie zwischen dem Werk der Nachschöpfung und den geistigen Sphären aufzusteigen vermögen

Dieser Vorgang würde eintreten, weil die Schutzburg in ihrer Strahlung nicht im Wesenhaften gründet, sondern unmittelbar im geistigen schöpferischen Wirken, das sich zu den feinsten Nebeln der Feinstofflichkeiten herabsenkt

Diese Burg spiegelt daher den Zustand des treuen Dienstes der Besatzung der Ritterschaft im geistigen Montsalvat wider, und dieser von ihnen ausgestrahlte Ort ist mit ihrer treuen Wachsamkeit im Dienste Gottes lebensvoll verbunden

In ihrem Sein und Nichtsein hängt dieses Bauwerk von der Dauer des wachsamen Dienstes der Ritter ab, denn gerade jener treue schützende Dienst ließ diesen Ort zur Formung erstehen

Und hier gelangen wir zu der Frage, die oft zu tiefem Nachsinnen vieler ernsthafter Forscher führt: Wo befindet  sich jene sagenhafte Burg, in der die weilenden Ritter zu altern und zu welken beginnen, wenn ihnen der Zufluß aus dem Lichte in jener Zeit fehlt, da über dem Gefäß, das vom Priester in der höchsten Halle dieser Burg nicht enthüllt wird, nicht mehr die von Gott dem Vater zur Bestätigung des Bundes gesandte Taube erscheint?

Der Abglanz, der von der geistigen Burg Montsalvat zum Ort der wachenden Schutzburg über den feinstofflichen Gärten der Geisteskeime ausgestrahlt wurde, erfüllte sich in der unmittelbaren Verbindung dieser beiden Orte

So zeigte sich in der Zeit, als Amfortas wankte und ihm in diesem Wanken durch die streng gerechte Wirkung der Gottgesetze sogleich die Möglichkeit genommen wurde, weiterhin den gnadenreichen und ernsten Dienst bei der Enthüllung des Gefäßes zu verrichten, das im geistigen Montsalvat eine treue Nachbildung des Urgeistigen Gralsgefäßes ist, in der Spiegelung der Schutzburg über dem Feinstofflichen dieses Wanken sogleich als ein beginnendes Welken und Schwächerwerden der strahlenden Formen dieses Ortes

Dies geschah, weil gerade Amfortas der stärkste der Ritter in der Ausstrahlung seiner helfenden Gedanken zur Erhaltung der Schutzburg war

Er jedoch lenkte seine Aufmerksamkeit in eine andere Richtung, und dies äußerte sich sogleich als eine Schwächung des Zuflusses der segnenden Kraft für die untere, vom Geschehen in Montsalvat abhängige Burg

So kam das Leben in der Burg über den feinstofflichen Gärten sogleich zum Stillstand, und die Glocken, die bis dahin zu inniger Andacht bei den Festen der Ausgießung der Kraft des Heiligen Geistes riefen, verstummten plötzlich und trugen so die selige Kunde nicht mehr in die Fernen der feinstofflichen Ebenen

Alles in diesem zuvor strahlenden Bauwerk wurde schwach und eilte unaufhaltsam dem Untergang entgegen

Dieses unerwartete Geschehen wurde von vielen Seelen bemerkt, die sich an diesen Klang der Glocken gewöhnt hatten und den verkündenden Ton stets mit einer heiligen Ahnung von etwas Großem in der Schöpfung aufnahmen

In dem Verlangen zu erkennen, was wirklich geschehen war, gelangten einige Seelen im Erleben des ernsten Wankens des höchsten Dieners von Montsalvat zu einer Reife, in der sie für sich eine starke Aufforderung zur Stärkung ihrer geistigen Flamme erblickten

Sie erkannten, daß sie nicht länger von den Geschehnissen abhängig sein konnten, die sie zur Ermutigung, die geistige Heimat zu erreichen, führen sollten, und daß sie nicht nur selig daraus schöpfen konnten für ihren angenehmen Aufenthalt in den lichteren feinstofflichen Welten

Das Erleben dieses Ereignisses rüttelte viele Seelen wach und brachte sie zu der ermutigenden Erkenntnis, dass ihr dauerhaftes Bestehen hier in den Stofflichkeiten nicht gesichert ist, sondern dass sie vielmehr ihre Entwicklung noch vollenden und höher aufsteigen müssen, bis hinauf zu den Toren der wirklichen Heimat des Geistes

Die Kunde von dem unerwarteten Stillstand des Zuflusses der Kräfte in die feinstofflichen Gärten breitete sich wie eine eilends dahinfliegende Botschaft unter vielen Seelen immer tiefer aus, bis sie jene Stätten erreichte, von wo aus sie auch irdischen Menschen im Weltteile Ephesus zur Inspiration wurde, als einige innerlich empfänglichere Dichter die Bilder des ernsten Geschehens teilweise zu erfassen vermochten

Aus diesen Inspirationen formte sich die Geschichte, die im Unterbewussten der Menschen als die bekannte Sage von Ritter Artus lebt

Von Artus ist in der Geschichte deshalb die Rede, weil gerade zu der Zeit, als Amfortas in Montsalvat wankte, der erste Ritter in der Schutzburg über dem Feinstofflichen ein Ritter namens Arthures war

In der Verzerrung der Bilder und auch in einer gewissen dichterischen Phantasie wurde unter anderem die Geschichte über diesen Ritter als einen König geschaffen, der mit der übrigen Ritterschaft seiner Burg mit den goldenen Mauern, die den Namen Camelot trägt, die schwachen Menschenseelen schützt, die seine Kraft benötigen

Artus ist in der Geschichte jedoch eine Gestalt, die etwas anderes tut als der wirkliche Arthures

Auch die Person der Guinevere in der Geschichte beruht auf einer wirklichen geistigen Persönlichkeit, die jedoch nicht zu Arthures gehört, sondern treu dem Lichte in den Gärten der Reinheit in der Nähe von Montsalvat dient

Ihr wirklicher Name ist Gwenevier, und sie ist die erste Dienerin der geistigen Gärten, in denen geistige, tugendhafte Frauen und Jungfrauen ergeben Irmingard und ihrer Lilieninsel in den Urgeistigen Ebenen dienen

Gwenevier neigt sich von Zeit zu Zeit zu den erwähnten feinstofflichen Gärten der menschlichen Geisteskeime herab, um hier das Wehen der Reinheit zu fördern, das unbeirrt jene Keime zum Erwachen aus langem Schlaf ermutigt, die sich nicht zur notwendigen Bewegung erwecken lassen wollen

Die beiden eigenständigen Dienste des Ritters Arthures und der reinen Dienerin der Reinheit Gwenevier wurden auf der Erde als eine gewisse Entstellung vermischt, die diese reinen Geister in einer menschlichen Erzählung verbindet

Obwohl in dieser irdischen Erzählung viel Weisheit enthalten ist und auch ein gewisses Bestreben, die edlen Gefühle der Liebe auszudrücken, kann die Geschichte dennoch als von der Wirklichkeit losgelöst und somit letztlich als eine Verdrehung der vorbildlichen Erfüllung der geistigen Persönlichkeiten bezeichnet werden

Die Geschichten des Ritters Arthures und der tugendhaften Dienerin der Reinheit Gwenevier sind also in Wirklichkeit eigenständig und hängen nicht so zusammen, wie es die irdische Erzählung der Sage in ihrem Inhalt zu beschreiben versucht

Im Gegensatz zu König Artus war Ritter Arthures vielmehr derjenige, der der Versuchung Luzifers nicht erlag, der sich auch ihm in der Schutzburg näherte und ihn von der Verbindung mit Montsalvat losreißen wollte

Arthures jedoch bestand die Prüfung und war es auch, der eilig nach Montsalvat zurückkehrte, um die dortige Ritterschaft unter der Führung von Amfortas vor dem Wirken des gefallenen Erzengels zu warnen

Er kam jedoch zu spät und, als er sah, was geschehen war, zögerte er nicht und ergriff mit seiner Hand das heilige Schwert, das zuvor aus der Hand des wankenden Amfortas gefallen war

Arthures war auch derjenige, der den Mut hatte, dieses Schwert gegen den Versucher zu richten, der das hiesige Gralsgefäß und ganz Montsalvat bedrohte

Obwohl es ihm als Menschengeist nicht möglich war, sich mit dem Erzengel göttlich-wesenhaften Ursprungs zu messen, bewies Arthures mit dieser Tat großen Mut

Damit gab er auch den für einen Augenblick gewissermaßen gelähmten Rittern, die diesen Ort schützten, wieder Mut

Über dieses Ereignis berichtet ein weiterer Teil der irdischen Legende über Artus und sein Schwert, in dem wir wieder einen kleinen Teil der Wahrheit finden, während der Rest mit etwas anderem verbunden ist als den tatsächlichen Geschehnissen

Über Arthures erscholl auch jener Ruf von der Verheißung Parsifals als Retter, der durch seine Ankunft die Wunde heilen, den neuen ersten Ritter und Priester von Montsalvat einsetzen und selbst das hiesige Gralsgefäß neu segnen würde

So vieles erscheint nun anders, als es den Menschen allgemein bekannt ist, und weiteres könnte näher erläutert werden, denn die Trennung der irdischen Menschheit von den anderen Teilen führt immer nur zum Verlust der Erkenntnis der tatsächlichen Ereignisse, die Teil der großen Schicksalsgeschichten der edlen Geister in der Schöpfung sind

Noch vieles wird der Reinigung und Berichtigung bedürfen, aber das wird erst der Erkenntnis einer neuen Menschheit zufallen, die in einer größeren Befreiung ihrer geistigen Wahrnehmung im Vergleich zu heute neue Ausblicke auf die Geschehnisse über den dichten Weltenteilen des Werkes der Nachschöpfung wird empfangen dürfen

Dazu werden die Menschen jedoch ihr Inneres wandeln müssen, damit ein demütiger Boden in ihrem Suchen nach der Verbindung mit dem Lichte das bisherige Besserwissenwollen ersetzt, wobei sich die Menschen, sobald sie etwas nicht verstehen, aus Unverständnis leider meist feindselig allem Neuen oder anders Klingenden gegenüberstellen, als ihr Verstand gegenwärtig zu fassen vermag

Aber glücklicherweise nähern wir uns bereits der Zeitenwende, da die vollständige Wiedergeburt der irdischen Menschheit angekündigt ist, die dazu durch eindringliche Schritte vonseiten der wesenhaften Diener geführt werden wird, denn nur so wird eine Verschiebung in der bisherigen Denkweise eintreten

Erst dann wird hier auf Erden allmählich eine größere Empfänglichkeit der Menschen für höhere Dinge im Leben erreicht werden, und damit wird sich nach und nach der Weg öffnen, der heute noch von der Schwerfälligkeit des Verstandes verschüttet ist

Dann wird ein Zustand eintreten, der heute nur eine Ausnahme ist, wenn sich vereinzelte Menschen redlich um die Erkenntnis des wahren Sinnes ihres Seins bemühen und sich ihnen dadurch allmählich auch die segensreichen Ströme des Wissens öffnen dürfen, die sie mit immer größerer freudiger Sehnsucht nach dem Aufstieg empor in Verbindung mit den Ausblicken auf die wirklichen Welten geistiger Art erfüllen

So seien denn durch diese heutige Annäherung der Bilder alle gegrüßt, die zu jenen Mutigen gehören, die schon heute im alltäglichen Ringen bemüht sind, ihren Geist in wacher Empfänglichkeit zu erhalten

Vielleicht sind sie sich dessen selbst nicht einmal bewußt, aber mit diesem Bestreben geben sie ihrem irdischen Leben das Wertvollste, was es hier geben kann

Ihr wiederholtes Eingehen auf Auseinandersetzungen mit verstandesmäßigen Menschen bringt ihnen dabei jedoch ein Erleben, das man als Stärkung der inneren Beweglichkeit bezeichnen kann, wobei ihr Geist lernt, Harmonie, Verständnis und Vergebung dort zu suchen, wo sie noch vor einiger Zeit selbst schroff im Urteil über ihre Nächsten gehandelt hätten, die als geistig schlafend erscheinen

Alles soll sich zu einer weisen Güte entwickeln, in der allein der Menschengeist Wege zum Aufstieg finden kann, ohne dabei etwas an seiner Schärfe der Unterscheidung von Gut und Böse zu verlieren

Wer sich den erwähnten Zugang zu anderen Menschen zu eigen macht, der kann schließlich auch ein wahrhafter, vom Lichte berufener Helfer in der heutigen Zeit auf Erden werden

Alles andere ist nur ein gewisses Spiel mit Gedanken eigener Selbstüberhöhung, ohne dass solchen Einbildungen auch ein rein anständiges und sachliches Zugehen auf andere Menschen entspräche, das für das Licht die bedingende Bestätigung wahrer Reife des Menschengeistes ist

Zum Glück der heutigen Zeit gibt es jedoch hier auf Erden auch noch Menschen, die man wirklich als reif und rein bezeichnen kann

Solche sind in dieser Zeit höchst wertvoll, obgleich sie selbst vielleicht in ihrer Demut bescheiden und einfach leben

Solchen ist die neue Zeit auf Erden verheißen, die sie erquicken und ihren Geist noch mehr erheben wird, damit zu ihnen danach auch viel neues Wissen über die großen Geschichten in den Lichten Ebenen der Schöpfung kommen darf, von denen die heutigen Menschen keine Ahnung haben


Übersetzung aus dem Tschechischen

DER WEG DES GRALS – ERGÄNZENDE TEXTE – 26. April 2021

Nad Jemnohmotnými Zahradami

https://www.cesta-gralu.cz/nad-jemnohmotnymi-zahradami/

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