Das Zerreißen des Vorhangs durch beschleunigtes wesenhaftes Wirken

Zwei Gestalten stehen auf einem Felsen und blicken auf eine majestätische Landschaft mit Bergen und einem Fluss, während Blitz und Sonnenstrahlen durch die dramatischen Wolken scheinen.

Wie ein Blitzschlag aus wolkenlosem Himmel den Menschen unerwartet trifft, so wird sich in der kommenden Zeit das Wirken der wesenhaften Weber des Menschenschicksals erfüllen, deren Eingreifen ihnen ein jähes Ende ihres Erdenseins bereiten kann

In der Erfüllung der Schicksalsfäden tritt es plötzlich an den Menschen heran, und mag er auch völlig unvorbereitet sein, so wird er sich in der Gegenwart des erhabenen Wesens Sthyx befinden, das ihn sogleich weiterführt in die Ebenen einer gleichartigeren Umgebung, die genau dem Reifegrad und der Strahlkraft seines geistigen Inneren entspricht

Wie ein zerrissener Vorhang endet das Erdenleben des Menschen und ungeachtet seiner gedanklichen Pläne im grobstofflichen Leben lenkt es ihn zu Erfahrungen, die seinem tatsächlichen inneren Zustand entsprechen

Und dieses Geschehen erreicht die Erde nun in verstärkter Wirksamkeit der Hohen wesenhaften Diener

Es wird sich immer mehr erfüllen, als wäre es etwas völlig Selbstverständliches in der sich vollziehenden Abfolge des Lichtgeschehens auf der Erde

Für die Erdenmenschen jedoch wird es durch ihre Unerbittlichkeit Angst und Sorge bringen, denn gar zu auffällig wird sich darin die Auswirkung eines höheren Geschehens offenbaren, das mächtiger ist als der Mensch, selbst mit seiner bisherigen Verstandesklugheit

Und da sich die Menschen der Vorstellung entwöhnt haben, dass ein höherer Wille über ihnen waltet, wird ihre Überraschung von Furcht und Ungewissheit darüber begleitet sein, was ihrer in diesem Zusammenhang weiterhin harrt

Dies jedoch wird jene erfüllen, die noch in den Erdenkörpern belassen bleiben

Diese werden einem seltsamen Erschaudern unterliegen aus dem Bewusstwerden, dass so etwas wie Gott und sein Urwille, der sich an den Menschen erfüllt, tatsächlich ist und auch in diesem grobstofflichen Weltall wirkt

Jene, die unversehens hinweggenommen werden, werden jedoch keine Zeit für solche Überlegungen haben, denn sie werden sich in ein Geschehen hineingezogen finden, das ihnen ein völliges Herausreißen aus der bisherigen lauen Form des Dahinlebens bringt

Ein einziger Schwingungsimpuls trennt sie vom ruhigen Fluss der irdischen Welt

Das erwähnte Zerreißen des Vorhangs bringt mit einem Mal einen Zustand, in dem sich die Menschenseele jäh am anderen Ufer wiederfindet, obgleich der Mensch selbst noch kurz zuvor nicht wahrnahm, dass so etwas in seinen Weg treten könnte

Es wird nicht nur das Ergebnis einer rein irdischen Ursache sein, wie es bei Krankheit, im Krieg oder im Elementargeschehen der Fall ist, sondern es wird die Folge eines jähen Abrufens der Seelenfäden sein, die sich unter dem Druck der Lichtflut spannen

Für die wesenhaften Diener ist es ein natürlicher Vorgang, den Menschen in einen Zustand zu führen, in dem es unvermittelt zur Loslösung der Seele für ihren Übergang an das andere Ufer kommt, sofern im Menschen die Bedingungen dazu vorhanden sind

Es genügt dazu eine starke Veränderung der Blutstrahlung oder eine Verstärkung des Drucks auf ein für den Menschen lebenswichtiges Organ, zum Beispiel auf das Gehirn, das Herz oder auf das Organ der Leber, welches überaus wichtig ist

Heute wird die Leber bei den meisten Menschen durch die Unnatürlichkeit der Kost sowie durch die gesamte Lebensweise überlastet, weshalb in den kommenden Zeiten gerade dieses Organ die grundlegende Ursache für eine jähe Änderung der Blutstrahlung sein wird, für die es zuständig ist

Und da der Körper des Menschen gänzlich den Händen der wesenhaften Diener überantwortet ist, mit denen die Erdenmenschen bereits völlig aufgehört haben zusammenzuarbeiten, kann in den kommenden Zeiten fast niemand im Voraus wissen, wann seine Zeit kommt, um aus dieser irdischen Welt zum Antritt seines weiteren Weges abberufen zu werden

Die Menschen ahnen nicht, wie das Wesenhafte das Stoffliche beherrscht, und auch nicht, dass das Wesenhafte bis zum letzten Teilchen alles über den menschlichen Körper weiß, seine Ausstrahlung kennt und somit mit Sicherheit alle schwachen Stellen erkennt, die jener über lange Zeit, ja oft sogar das ganze Leben hindurch in sich birgt

Wenn also die Zeit naht und der betreffende Menschengeist im Lichtdruck aufgerufen wird, damit sich erweise, ob seine Erdenzeit abgelaufen ist, da führt das Wesenhafte dem Körper eine Kraft zu, die es aus dem Parsifal-Strahl schöpft, und der Erdenkörper wird geprüft werden, ob er in dieser Kraft des Parsifal-Strahls, die allmählich für die ganze Erde in der neuen Zeit selbstverständlich werden wird, besteht oder nicht

Diesem verstärkten Druck wird nun alles im Werke der Nachschöpfung unterworfen, also nicht nur die Menschheit auf der Erde, sondern auch die Welt der Natur, die feinstofflichen Sphären, das Wesenhafte, kurzum alles, was hier weilt und gemeinsam das Leben im Werke der Nachschöpfung bildet

Das Wesenhafte und die von ihm beherrschte Natur begrüßen diesen Druck wie einen neuen Sonnenaufgang nach langer Nacht

Die dafür bestimmte Zeit muss als ein reinigendes und befreiendes Geschehen kommen, das nach der Fesselung Luzifers durch Parsifal einen neuen Boden des Lichts bringt.   

Von dieser Zeit großer umwälzender Ereignisse wusste die Menschheit schon lange, denn bereits der Gottessohn Jesus sprach von der Zeit, da der Sohn des Herrn zur Ernte aller Früchte auf die Erde kommen werde

Diese Zeit kommt und bringt Begleitgeschehen mit sich, die sich erfüllen müssen, denn sie sind untrennbar von der Reinigungsarbeit, wie sie das Licht im Vorgang des Sich-Nahens des Parsifal-Strahls bis in die entlegensten Stofflichkeiten bringt

Nun tauchen wir in diese Zeit ein, und die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits soll gelockert werden, damit sich die Fäden, die sich an Seele und Geist des Menschen knüpfen, direkter und deutlicher auch in den Geschehnissen der irdischen Welt auswirken dürfen

So wird die Menschenseele mit einem Mal gelöst vom Körper stehen, der zurückbleibt, um nicht mehr länger Zuflucht zu gewähren, denn die Zeit des Erdenseins eines solchen Menschen hat sich erfüllt

In dieser Zeit klammern sich die Menschen mehr denn je an ihr Sein im Irdischen, denn ihre ganze Aufmerksamkeit ist auf diese Ebene des Selbstbewusstseins durch Körper und Gehirn gerichtet

Damit haben sie sich gänzlich der Weisheit früherer Völker entfernt, die sich bereits von Geburt an auf die erwähnte Zeit des Übergangs zurück in die weiteren Ebenen des mannigfaltigen Schöpfungswerkes vorbereiteten

Und deshalb sind die Menschen heute am wenigsten auf diesen Übergang vorbereitet in dem Wahn, dass so etwas womöglich noch weit von ihnen entfernt sei und dass, wenn dieser Umbruch des Übergangs nahen sollte, sie sicherlich irgendwie durch ihre Helfer darauf vorbereitet würden, um es rechtzeitig zu erkennen und ihre Gedanken auf diese Veränderung zu richten

Dabei scheinen die Menschen alle Ankündigungen über die bevorstehende Erfüllung des göttlichen Gerichts auf dieser Erde völlig vergessen zu haben.  

Solange es also geht, sagen sich viele: „Noch ist Zeit, noch erscheint es doch nicht als jene Zeit, die erst irgendwann in der Zukunft anbrechen soll.“

Sthyx jedoch trat in ihrer Ruhe in die Nähe der Erde, denn in den folgenden Jahren soll sich das Geschehen erfüllen, da alles Wesenhafte an der Erdenmenschheit das Heilige Wort der Wahrheit bis zum letzten Teilchen aller Vorgänge vollzieht

Und gerade in ihrer Ruhe erscheint Sthyx von den Menschen am meisten gefürchtet, denn aus ihrem Nahen atmet die Unabänderlichkeit des Befehls, den sie von den Vaenen erhält als Glockenschlag der Zeit der Erfüllung des Menschenschicksals auf Erden

Das Zerreißen des Vorhangs, also das Stillstehen des Pulsschlages des Erdenkörpers, bedeutet nicht das Ende des Menschengeistes, sondern ist nur ein Hinausstoßen der Menschenseele aus der irdischen Ebene zur weiteren Fortsetzung auf Wegen, die sie in ein verschärfteres Empfinden von Orten führen, wohin sie gehört

Den innerlich reinen Menschen, sofern ihre jetzigen Körper den erhöhten Lichtdruck nicht ertragen, also sofern sie in ihm in dieser gegenwärtigen irdischen Verkörperung nicht bestehen, bringt es in die Nähe lichter und gesegneter Orte, wo sie jenen begegnen, die ihnen bereits vorausgegangen sind oder die sie geduldig erwarten schon seit dem Augenblick, da sie sich zu irgendeinem Zwecke mit Fäden verbanden, die sie zur Verkörperung auf die Erde führten

Nun sind sie gelöst und können dorthin zurückkehren, wo das Licht mehr Leuchtkraft hat, als es auf der Erde der Fall war

Ihr Weg wird sie immer höher führen in die Nähe der Orte, wo sich ihre wirkliche Heimat befindet

Für diese wird das Zerreißen des Vorhangs eine Wandlung sein, die sie zum Lichte führt

Vielleicht werden sie auch auf diese Erde noch zurückkehren können in einer neuen Verkörperung in einen neu bereiteten Erdenkörper und in neue Bedingungen, sofern in ihren Fäden noch etwas sein wird, das sie zu stark an das Erleben bindet, welches mit dieser Stufe der irdischen Stofflichkeit verknüpft ist

Für alle, die im Innern dem Lichte zugeneigt sind, ist also der Ausblick auf das kommende Geschehen erfüllt von Gnade, in der sich der Ausblick auf das weitere Sein in der Schöpfung birgt, wie sehr diese Aussicht auch mit den heute auf Erden nicht sehr bekannten Ebenen der Feinstofflichkeit verbunden ist

Jene jedoch, die sich bisher in ihrem Wollen in die belastenden Fäden unschöner und unreiner Art verstrickten, diese werden nach dem Übergang an das andere Ufer beschleunigt hinabgezogen in die Niederungen der Dunkelheit, wo nur sehr wenig Hoffnung auf Erlösung verbleibt

Durch das Zerreißen des Schleiers kommt es zur Loslösung der Fäden, welche die seelischen Hüllen des Geistes mit dem Erdenkörper verbinden, und vor dem Menschen taucht plötzlich die Folge der künftigen Wegrichtung auf, die ihm keine Zeit zum Nachdenken lässt noch zur nachträglichen Wiedergutmachung des vorangegangenen Wollens, da sich viele Menschen noch kurz zuvor im Erdenkörper mit klugem Verstand für unantastbare, selbstsichere Götter hielten

Sie hielten sich durch den Wall ihres stofflichen Körpers für gut geschützt vor den Auswirkungen der Göttlichen Gerechtigkeit, derer sie mit ihren Taten und mit ihrem stolzen Denken über ihre Unantastbarkeit spotteten

Plötzlich jedoch ist alles anders, und der Zug der Schicksalsspannung geht gegen das Widerstreben der dem Licht entfremdeten Seele, die erkennt, dass das Ende naht

Auf alles Rufen, Flehen und Wehklagen, oder im Gegenteil, Lästern und Schimpfen kommt immer die ruhige und in einer gewissen Friedfertigkeit schwingende Antwort der Dienerin Sthyx:

„Die Göttliche Gnade gewährt jedem genügend Zeit zu Erkenntnis und Aufstieg

Du, der du diese Zeit genutzt hast, sei gesegnet für dein weiteres Sein

Du, der du die Zeit vergeudet hast, kannst nicht mehr verlangen.“

Nichts weiter wird ertönen gegen den lauten Schrei oder im Gegenteil die manchmal todeserschrockene Stille der Seele, die das nahende tatsächliche geistige Ende ihres Seins erkennt

Trotz des gewissen, fast kühlen Abstands der ernsten Dienerin Sthyx und ihrer Helfer ist in dieser Zeit stets eine besondere friedvolle Würde des Augenblicks beim Überschreiten der unwiderruflichen Grenze zwischen den unterschiedlichen Stufen der Stofflichkeiten wahrnehmbar

Dieser Vorgang ist der Augenblick, in dem sich die Auswirkung der für den Menschen im Erdenkörper bisher nicht wahrnehmbaren Fäden erfüllt, die nun die Seele dorthin ziehen, wohin sie durch ihre Schwere oder hingegen durch die Durchsichtigkeit ihrer Reinheit gehört

Es ist ein seelischer Scheideweg, den man als das Wägen der Seele bezeichnen kann, doch gleichzeitig ist es ein völlig selbsttätiges Geschehen, das sich im Rahmen der göttlichen Urgesetze in der Schöpfung abspielt

Das Ende des Erdenlebens bringt so nach der Loslösung vom Körper eine Veränderung, wie sie sich die Erdenmenschen nicht einmal vorstellen können in der lebendigen Erfüllung der Gerechtigkeit, die sich sogleich bis in die kleinsten Teile vollzieht

Für die einen ist das Zerreißen des Vorhangs eine Erlösung und Eröffnung des Ausblicks auf die Herrlichkeit, Leichtigkeit und Glückseligkeit des weiteren Weges, für die anderen ist es die Eröffnung eines unerwarteten Kapitels des Schreckens im Erkennen dessen, was plötzlich kommt

Für den einen ertönt so zusammen mit dem entfernten Vorhang der freudige Ruf des Aufstiegs im Ausblick auf ein vielfach freudvolleres Dasein, als es die Dichte des Erdenkörpers erlaubte

Für den anderen klingt dann von allen Seiten an seine Ohren eine Stimme, die flüstert: „Ende, Ende, Ende.“

Doch das Ende kommt nicht sofort, sondern wird begleitet von einer Wanderung auf den Fäden alles Vorangegangenen, wobei jeder einzelne Augenblick des Bewusstseins der Seele als eine von ihr selbst vertane Gelegenheit gezeigt wird in der Entscheidung zwischen dem besseren Ich und den niederen Wünschen, die die Seele auf irgendeiner Stufe durchdrungen haben

Bis schließlich vor dem Blick der Seele der eigentliche Anfang des menschlich-geistigen Funken erscheint, der Anfang, der für alle Menschengeister als längst vergangene Zeit kindlichen und jubelnd frohen Seins verzeichnet ist, welches dabei in seiner stillen Mahnung in den Zeiten des Reifens des Menschengeistes in den Stofflichkeiten des Werkes der Nachschöpfung ein Begleiter bei jedem seiner Schritte bleibt

Gerade die Kindlichkeit des inneren freudigen Erlebens öffnet dem Menschen die Verbindung zu diesem einstigen Augenblick des Beginnes seines Daseins in den lichten Sphären ätherisch durchsichtiger Stofflichkeiten auf dem Gipfel des Werkes der Nachschöpfung

Diese Zeit vertrauensvoller Kindlichkeit dem Licht gegenüber war Teil des Beginns des Weges eines jeden Menschengeistes, wie auch immer er sich vielleicht später entschied, Wege aus eigenem Willen zu beschreiten, die sich zunehmend vom Licht entfernen. 

Obgleich vielleicht mancher bis fast auf den tiefsten Grund des Menschseins herabstieg und seine ursprüngliche Reinheit und das Licht des Innern in ein undurchdringliches Knäuel niederer Regungen dunklen Wollens verwandelte, so war und ist ihm dennoch durch die Hilfe der geistigen Führung ein Strahl der anfänglichen Herrlichkeit seines Daseins nahe

Der Strahl bleibt zwar hauchdünn, aber er besteht und kann Anstoß zum Erwachen sein, sofern ihn nicht das Gottesgericht über sein bisheriges Dasein ereilt

Doch dieses Heilige Gericht ist hier, und bei allen Menschengeistern wird es den Augenblick der Entscheidung über die weitere Richtung bringen

Bislang galt, dass der Geist in sich noch immer einen Funken Hoffnung auf Auferstehung und damit einen Schimmer der Hoffnung auf Rückkehr in die geistige Heimat trug

All dies wird jedoch nur zur vertanen Vergangenheit, wenn die Seele sich heute freiwillig für eine Richtung entscheidet, die sie immer weiter hinabführt: über falsche, unaufrichtige und trügerische Stufen der Unreinheit und Niedrigkeit oder auf dem Weg des oberflächlichen Genießens und des belanglosen Lebens

Wenn der Geist in dieser Ausrichtung die vom Schöpfer festgesetzte Grenze seines Wollens überschreitet, hinter der es keine Rückkehr gibt, dann erlischt auch die letzte Hoffnung

Das Gericht, das kommt, wird ihn streng und unabänderlich richten, ebenso wie alle dunklen Geistesfunken, die sich durch die Schicksalsfäden allzu schwer in die Tiefen verstrickt haben, aus denen ein Emporsteigen nicht mehr möglich ist

Vom Licht verurteilt und verworfen zu sein

Hineingezogen zu werden in das Räderwerk der Schöpfungsgesetze, welche die Seele an den durch ihr eigenes Wollen geschaffenen Fäden nur weiter fort vom Licht und von der Hoffnung zerren

Was könnte man sich Traurigeres und Auswegloseres vorstellen als das Bild dieses Geschehens

Es liegt jedoch nicht am Menschengeist zu beurteilen, wer diesem Strome angehört und wer noch die Verheißung möglichen Erwachens und Aufstiegs in sich trägt

Deshalb soll jeder vor allem auf die eigene Arbeit an sich selbst konzentriert sein, damit sein reines Wollen zur Verheißung eines Auswegs aus den Trümmern werden kann

Es gibt keinen einzigen Menschen, der heute auf der Erde weilt, der nicht etwas an sich und in sich hätte, das er nicht ändern könnte, um sein geistiges Wollen besser und strahlender zum Ausdruck zu bringen

Vor jedem liegt ein nicht geringer Teil dessen, was zu einer reineren Erfüllung des geistigen Menschentums emporgehoben werden kann

Der Arbeit an der Reinigung des geistigen Gewandes ist viel, unermesslich viel, allzu viel

Gleichzeitig damit verkürzt sich die Frist, die man als die gnadenreichste Frist bezeichnen kann, welche für dieses jetzige Erdensein gewährt wurde, das vielen zur großen Errettung ihres Geistes geschenkt ward

Jenem Dasein, welches mit jedem Tage eine Fülle von Augenblicken bietet, seine innere Reinheit im Erleben mit den Mitmenschen, mit der Natur und mit der ganzen Welt, die den Menschen hier umgibt, zu offenbaren

Wer wähnt, dass an seiner inneren Unruhe und den Schwierigkeiten alltäglicher Art die Mitmenschen oder gar die Welt der Stofflichkeit selbst schuld seien, der offenbart damit nur seine Unreife, in der sich die Weigerung widerspiegelt, alle Augenblicke des Lebens mit Dank dem Schöpfer gegenüber für die Gnade des Daseins auf dieser Welt zu durchleben

Wenn der Augenblick kommt, da wesenhafte Hände den Vorhang zerreißen und dem Menschen die Richtung seines Fortgangs in die Reiche jener Welt weisen, da ist es nicht mehr möglich, etwas an dem zu ändern, was hier in der Grobstofflichkeit der irdischen Welt geschah und was sich in die Fäden eingrub, die früher oder später vom tatsächlichen Wollen des Menschen zeugen werden

Die Erdenzeit kann in jedem Augenblick voll durchlebt werden, in freudiger Einstellung und im Wunsche reinen Aufstiegs für alle Menschen

Wer jedoch vermag eine solche Einstimmung in seinem Innern zu bewahren beim Erleben aller Unebenheiten, die ihm auf seinem Wege des Erdenseins begegnen?

Jene, die danach streben, empfinden es als einen Kampf, der kein Ende nimmt und der, so scheint es, jeden zur Wachheit des Geistes bestimmten Nerv wie eine Saite im Körper gespannt hält

Und gerade dieser Zustand ist jedoch der dem Menschengeist am meisten helfende, denn er erzwingt die Bewegung der Empfindung, die die beste Ausrüstung des Geistes für seine weitere Wanderung ist, wenn der Erdenkörper abgelegt wird und das Seelische im Menschen zu jener Hülle wird, die das äußere Gewand des Geistes bildet

Er soll voll genutzt werden zum entschiedenen Aufraffen zu einem mutigen und freudigen Schreiten durch das Leben

Auch soll durch ihn dauernd das Wissen über die Gottgesetze und ihre überaus gerechten Auswirkungen in allem Geschehen erweitert werden

Wie zu jeder Zeit, da sich in der Schöpfung Abschnitte ernsten Geschehens aus dem Lichte abwickeln, wird kein Geschöpf ohne Gottes Hilfe und Liebe gelassen

Dies gilt jedoch nur dann, wenn sich der Mensch nicht selbst in Oberflächlichkeit und in dem Wahn, etwas Besseres zu haben, von diesen Hilfen entfernt

Die Hilfe des Lichts kann dem Menschen nicht gegen seinen eigenen Willen aufgezwungen werden

Das Erkennen und Annehmen dieser Hilfe ist jedoch für die Mehrheit der Erdenmenschen heute leider unmöglich, denn sie haben die dazu nötige Kindlichkeit ihres Geistes verloren, und auch die genügende Reinheit, die eine ebenso wichtige Bedingung ist wie jene Kindlichkeit

Diese zwei Bedingungen trennen heute einen großen Teil der Menschen von der Hilfe des Lichts, weil ihnen damit der wichtige Schlüssel zu der verbindenden Tür fehlt, die zu dieser Hilfe führt

Der Schlüssel liegt genau in der Kindlichkeit und Reinheit ihres Inneren

Doch vielleicht werden die Erschütterungen, die nun mit dem raschen Wandel vieler bestehender Gewohnheiten im Leben der Menschen einhergehen, eine Auflockerung des geistigen Bodens noch bei jenen Menschen bringen, die im Innern nicht in allzu erdrückenden Griff vom Dunkel umgeben sind

Im Aufleben der Empfindung können sich viele Fesseln der Unreinheit und Dunkelheit endlich lösen, sodass ein Lichtstrahl in das Innere des Menschen eindringen kann.    

Das Geschehen, in das wir gerade einzutauchen beginnen und das noch ganz am Anfang großer Ereignisse steht, kann so durch das Erwachen des Mitgefühls für viele Menschen die letzte Rettung sein

Gerade das Erleben dessen, wie leicht es für das Wesenhafte ist, nun den Erdenmenschen aus dieser Ebene des Seins abzurufen, wird bei zunehmend empfindsameren Menschen nach der anfänglichen Furcht Stufe um Stufe eine Offenheit für etwas Höheres bewirken

Möge es so sein

Dadurch würde die Tätigkeit der wesenhaften Diener, die sich nun aus allen Kräften bemühen, auf diese überaus ernste Zeit auf Erden aufmerksam zu machen, nicht so sehr in der gedanklichen Verwirrung der Menschen untergehen, und vielleicht würde sich allmählich der Weg zu einer klareren Einsicht darüber bahnen, warum dies alles gerade jetzt geschieht

Jeder einzelne Mensch hier auf der Erde, der das Wissen über den höheren Sinn seines Daseins in sich trägt und dem auch das Wissen vom Heiligen Wort der Wahrheit zuteilwurde, gerade ein solcher kann heute mehr helfend sein, als er wähnt

In der Welt der Gedanken wird ein Kampf zwischen den Täuschungen der dunklen Formen der Furien, der Angst und des Hasses und dem Licht sowie allen anderen lichteren Formen der Erkenntnis der Wahrheit geführt

Derjenige, der es vermag, in die Gedankenwelt, welche diese Erde dicht umschließt, das Licht der Erkenntnis und der Wahrhaftigkeit zu bringen, der wirkt als Retter für Millionen, die einen Ausweg suchen und die sich sonst zwangsläufig in der Hoffnungslosigkeit verlieren würden

Die Vermittlung solcher Hilfe wird höher geschätzt als irdischer Reichtum an Gold und allem anderen, was die Menschen schätzen

Es ist die Vermittlung von Hoffnung und Ausweg durch klare Gedankenformen echten Wissens über die Schöpfung, über ihre Bewohner und vor allem über Gott, so wie Er wirklich ist

Es ist dabei nicht viel Zeit für jene, die sich darin bisher nicht bemühten und kein Bedürfnis hatten, in der Klärung ihrer Gedanken über die Wahrheit rege und flink vorwärtszuschreiten

Wir tauchen bereits ein in das große Geschehen, das von jedem, der das Wissen hat, fordert, alles in sich geklärt und geordnet zu haben mit der Folgerichtigkeit und Klarheit eines reifen Geistes

Nun kommt das Geschehen, das für manchen das Zerreißen des Vorhangs in seinem Dasein bringen wird

Die Hohen wesenhaften Diener haben dazu alles bereit und warten nun nur auf den Schlag der Glocke Gottes, der den weiteren sich verstärkenden Grad des befreienden Fortschreitens des Lichts im Werke der Nachschöpfung ankündigt


Übersetzung aus dem Tschechischen

Der Weg des Grals – Ergänzende Texte – 19. Juli 2021

Zrychlené bytostné působení přinese trhnutí oponou

https://www.cesta-gralu.cz/zrychlene-bytostne-pusobeni-prinese-trhnuti-oponou/

Grafische Darstellung eines zerreißenden Vorhangs, symbolisch für den Übergang zwischen Leben und Tod, mit dramatischen Effekten.

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