Aufrechterhaltung des Kreislaufs von Nehmen und Geben

Empfangen und Geben sind zwei untrennbare Teile des großen Lebensflusses im Schöpfungswerk
Gemeinsam bilden sie eine harmonische Einheit des Zusammenlebens aller Bewohner von Gottes Schöpfungswerk
Und diese Einheit kann sich im schöpferischen Schwingen nur dann entfalten, wenn das Gleichgewicht zwischen beiden Teilen sorgfältig aufrechterhalten wird
Empfangen und Geben müssen daher stets im Gleichgewicht sein
Beim Menschen als geistigem Bewohner des Schöpfungswerks erfordert dies den ständigen Einsatz höchster Lebendigkeit in der Empfindung
Jeder wird ständig dazu geführt, sich in vollständiger Wahrnehmung all dessen zu entfalten, was von ihm selbst in das harmonische Ganze des gesegneten Lebens eingebracht werden soll
An jedem einzelnen Tag gibt es eine Vielzahl von Momenten, in denen es möglich und notwendig ist, in Güte zu geben, aber auch richtig zu empfangen
Das hört nie auf, denn es ist Teil des Lebens
Darin liegt ein unsichtbarer Druck zur ständigen Regsamkeit in der Wahrnehmung
Das ist nichts für behagliche Faulenzer
Wer jedoch mit seinem Empfinden den Fluss der gesegneten Kräfte richtig aufnimmt, der wird mit Erleichterung erkennen, dass es in Wirklichkeit gar nicht so schwer ist, ja sogar, dass darin für ihn ein unermesslich großer Segen liegt
Gottes Weisheit verlangt von den Bewohnern des Schöpfungswerks nichts Unnatürliches, was ihre Kräfte übersteigen würde
Letztendlich darf daher jedes Geschöpf mit Freude erfahren, wie sehr es vor allem ihm selbst Erkenntnis seines eigenen Wertes bringt, wenn es sich in den stetigen Strom des Gebens und Nehmens einreiht
Das Gleichgewicht zwischen Nehmen und Geben ist immer nur ein Ansporn zur Veredelung und Entfaltung der inneren Fähigkeiten, die jeder Mensch in sich trägt
Leider wird auf der Erde an dieser Art wertvoller geistiger Eigenschaften nur sehr wenig gearbeitet
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, haben die meisten Menschen in ihrem Leben die gesunde Fähigkeit verloren, das erwähnte Gleichgewicht zwischen Nehmen und Geben aufrechtzuerhalten
Sehr viele Menschen haben ihre Wahrnehmungsfähigkeit nur auf das Nehmen ausgerichtet
Sie konzentrieren sich zu sehr darauf, das zu erhalten, nach dem sie streben, ohne dabei zu erkennen, ob dies auch dem Ganzen nützt
Daher stockt bei ihnen die Fähigkeit zum reinen und freien Geben, denn ihr Ziel ist es, all das zu sehen, was sie haben könnten und nach ihrer Auffassung auch haben sollten
Bei ihnen haben sich Selbstsucht und die übertriebene Vorstellung, sie seien im Vergleich zu anderen benachteiligt, wenn ihnen etwas fehlt, zu sehr ausgebreitet
Dadurch ist ihnen das Bewusstsein verloren gegangen, dass sie selbst zuerst geben können müssen, um die Fülle des Lebens zu erfahren
Anderen Menschen hingegen ist es gelungen, das Geben zu verinnerlichen, und sie empfinden Freude, wenn sie selbst gebende Mitmenschen sein können; doch sie haben eine tief verwurzelte Zurückhaltung beim eigenen Nehmen, da sie es als Zeichen ihrer eigenen Schwäche empfinden, wenn sie auf irgendeine Weise selbst Beschenkte sein sollten
In ihrer Verschlossenheit gegenüber dem Nehmen halten sie sich dann fälschlicherweise für stark
Sie leben daher in der Überzeugung, dass sie etwas, das ihnen auf natürliche Weise gegeben wurde, nicht brauchen, und empfinden unbewusst jede Gabe als eine versteckte Verpflichtung gegenüber demjenigen, der sie beschenkt
Als Kinder wurde ihnen eingeprägt, dass es nicht richtig sei, etwas zu besitzen, das man nicht direkt durch eigene Kraft im täglichen Kampf und in der Anstrengung erworben habe
Zwar war dies von den Erziehern gut gemeint, doch führte es zur Entwicklung eines falschen Verständnisses des Prinzips, wie die große Harmonie im Schöpfungswerk wirkt
Ihr Verstand hat sie gelehrt, hier auf Erden hinter allem mehr oder weniger nur Geschäft zu sehen
Wir haben hier also Menschen, die nicht die geringsten Hemmungen haben, etwas anzunehmen, jedoch in ihrem Willen, Gebende zu sein, geschwächt sind; und daneben haben wir solche Menschen, die zwar geben können, aber in sich Hemmungen und ein Gefühl der Schwäche verspüren, wenn ihnen selbst etwas gewährt wird
Es gibt also zwei Pole, zwischen denen die Menschen hin und her schwanken
Entweder neigen sie zu der einen Seite, was sie zu Egoismus verleitet, oder zu der anderen Seite, wo sie nicht in der Lage sind, Gottes Gaben anzunehmen, die sie im Schöpfungswerk empfangen
Beides sind fehlgeleitete Auffassungen von Gottes großer Liebe, die im Schöpfungswerk wirkt
In dem Moment, in dem es im Leben eines Menschen zu einer Abweichung vom rein fließenden Gleichgewicht kommt, entsteht zwangsläufig eine Spannung in den Gesetzen der Schöpfung
Wenn die Spannung anhält oder sogar langfristig zunimmt, kommt es zu Störungen des Ganzen
Die Menschen, die auf der Erde leben, durften dies schon oft am eigenen Leib erfahren
Über ganze Jahrtausende hinweg durchlebten Generationen seit jeher immer wieder Zeiten des Segens und Zeiten der Not
Dennoch haben die Menschen nicht gelernt, die darin enthaltene Gesetzmäßigkeit zu erkennen
Sie haben das Gleichgewicht zwischen Nehmen und Geben nicht erkannt, das ständig aufrechterhalten werden muss
Niemals wurde das große Wissen erlangt, das die Voraussetzung für einen kontinuierlichen Fluss in Harmonie ist
Dieses Wissen ist eng mit dem Sinn des menschlichen Daseins in der Schöpfung verbunden
Es betrifft also unmittelbar das geistige Wesen des Menschen
Der Mensch ist nicht nur ein irdischer Körper, und deshalb muss er dringend das Prinzip des Gleichgewichts zwischen Nehmen und Geben auf der Ebene seiner geistigen Aufgabe im Schöpfungswerk verstehen
Voraussetzung ist die Auseinandersetzung mit der wahren Aufgabe des menschlichen Geistes, der lernen soll, in vollkommener Harmonie mit den anderen Strömungen in der Schöpfung zu schwingen, zu denen das Göttliche, das Urgeistige, das Geistige und auch das Wesenhafte Strömen der Kräfte gehören
Diese Kräfte fließen beständig durch die Schöpfung als stützende, lebensspendende Ströme, in denen Segen oder auch Verderben liegt, ganz danach, in welchem Sinne sie erkannt, angenommen und genutzt werden
Deshalb können wir von einer hohen geistigen Kunst im Einhalten des Gesetzes des Gebens und Nehmens sprechen
Leider sind die meisten noch nicht bis zu diesem Grad gereift
Nur aus diesem Grund nähern wir uns heute auch dem völligen Zusammenbruch der Gesellschaft
Es ist gerade deshalb, weil die Menschheit seit langem im Widerspruch zur gesunden Erfüllung und Aufrechterhaltung des großen Gesetzes des Gebens und Nehmens steht, das auf allen Stufen wirkt und das Schöpfungswerk als Ganzes verbindet
Auf den ersten Blick scheint es so, als seien die meisten Menschen so beschaffen, dass sie nur nehmen wollen
Sie gelten als Urheber aller Ungleichgewichte, gesellschaftlicher Gegensätze, Erschütterungen und Zusammenbrüche ganzer Nationen
Niemand befasst sich jedoch damit, dass das Ganze auch von jenen Menschen aus dem Gleichgewicht gebracht wird, die nichts nehmen können
Sie sind jedoch ebenfalls Verursacher des Ungleichgewichts und des Elends, das sich wiederholt
Und seltsamerweise gibt es tatsächlich eine große Anzahl von Menschen, die ihren Weg mit der Annahme belasten, dass sie es nicht nötig hätten, mit Gottes Segen beschenkt zu werden, da ihr Verstand so etwas ablehnt
Sie wollen auf eigenen Beinen stehen und auf keinen Fall Gott für seine Gaben verpflichtet sein
So hat es ihnen ihr Verstand beigebracht, denn der Verstand lehnt alles ab, was höher ist als das menschliche Begreifen
Er lehnt daher Gottes Liebe ab, die er als Verpflichtung betrachtet
Verstandesmenschen tun dies mit großer Kraft, indem sie alles Höhere ablehnen, ohne sich bewusst zu sein, dass sie sich dadurch eigenmächtig als Hindernis in den großen Kreislauf stellen
Die Ablehnung von Gottes Segen ist ebenso schädlich wie das unstillbare Streben nach einem Leben in Leichtigkeit, nach dem mühelosen Erlangen aller sich bietenden Genüsse und Dinge
Es ist ein Nichtverstehen des großen Flusses der Kräfte im Schöpfungswerk
Der Mensch als menschlich-geistige Spezies kann sich nicht aus der erwähnten Harmonie lösen, aus deren Schoß er im Augenblick des Erwachens des geistigen Funkens, der die Grundlage seines Wesens bildet, zu seinem ursprünglichen Bewusstsein gelangte
Durch das Erwachen wurde er zu einem geistigen Bewohner, und daraus fließen ihm tausendfache Segnungen zu, aber zugleich auch eine gewisse Art von Pflicht, die sich aus seiner Wesensart ergibt
Und diese Pflicht besteht unter anderem darin, dass er auf den Ebenen der Nachschöpfung ein Vermittler der hohen geistigen Kräfte sein soll, die er schöpfen darf, für alle anderen Geschöpfe, die sich um ihn herum befinden
Er soll Vermittler einer wunderbaren Art des Kraftstroms aus dem Gral sein, den er ab einem bestimmten Reifegrad für sich selbst erkennen und annehmen muss, um ihn an alles Wesenhafte weiterzugeben, das mit den hiesigen Stofflichkeiten verbunden ist
Doch die Menschen haben sich verschlossen und damit eigenmächtig abgelehnt, Vermittler der hohen Kräfte zu sein, die aus dem Gral geschöpft werden, obwohl sie bereits dazu gereift und somit bereit für diese Art des Dienstes gewesen wären
Schon längst hätte die irdische Menschheit rein und klar im Schöpfen der hohen geistigen Kräfte stehen sollen, die sie weitergeben und auch zur Glückseligkeit anderer Geschöpfe umwandeln sollte
Die Welt der Natur ist in dieser Hinsicht wegen des Menschen in ihrer Entwicklung stehen geblieben, die doch im Erscheinen neuer Pflanzen- und Tierarten hätte fortgesetzt werden sollen
Auch in den Fähigkeiten der höher entwickelten Tierseelen hätte sich eine Entfaltung höherer Zusammenarbeit mit den Menschen gerade durch die Umformung der geistigen Kräfte durch den Menschen zum Wesenhaften hin vollziehen sollen
Grund für diese Abschottung sind die vielen Fehlentwicklungen, denen die Menschen erliegen
Diese Fehlentwicklungen führen zu den unterschiedlichsten Formen der Verirrung
Dazu gehört die völlige Abschottung im Bewusstsein durch die Ansicht, dass nur die grobstoffliche Materie wirklich sei
So denken die Materialisten
Daneben gibt es dann auch Menschen mit religiösen Irrlehren, die im Gegensatz dazu alles Materielle als etwas ablehnen, das sie beschmutzen würde
Und hier liegt wiederum die Gefahr für viele, die zwar nach dem Licht streben, aber nicht einfach und natürlich leben und arbeiten wollen, da sie sich für etwas Besonderes halten
Diese Menschen wiederum weigern sich, die Gaben des Lebens aus den Höhen der Schöpfung anzunehmen, da sie den Eindruck gewonnen haben, dass ein erfülltes und gesegnetes Leben in der grobstofflichen materiellen Welt ohne diese Gaben auskommen müsse
Sie tun dies, um ihre vermeintliche geistige Größe zu demonstrieren, weshalb sie hier auf Erden den Weg des Leidens und der Entsagung gehen müssen
Letztendlich lehnen sie alle kleinen und großen Gaben ab, die ihnen auf natürliche Weise durch die Hilfe des Lichts angeboten werden, in der Erwartung, dass sie schließlich durch Gottes Gnade verherrlicht werden, nur weil sie gerade deshalb so sehr gelitten haben, weil sie alle Gaben abgelehnt haben
Sie halten sich in ihrer Denkweise für unermesslich wertvoll oder gar heilig, wenn sie für das Höchste leiden, indem sie sich viele Gaben versagen, die ihnen sonst ebenso wie anderen Menschen zuteil würden
Sie glauben, sie seien etwas Besonderes, wenn sie so leiden wie jene, die sich Gott geopfert haben, indem sie alles andere als ihren eigenen heiligen Aufstieg in das Paradies ablehnen, von dem sie überzeugt sind, dass es ihnen bereits gehört
Sie sind oft fest davon überzeugt, dass ihnen für dieses Opfer eine außergewöhnliche Ehrung zuteilwird, sobald sie in die andere Welt übergehen
So etwas kann jedoch niemals Anerkennung in Gottes Gesetzen finden, in denen doch für jeden Unterstützung und Freude auf seinem gesamten Weg der geistigen Entwicklung bereitgehalten wird
Der Schöpfer will nicht, dass jemand für seine Liebe leidet
Es ist nur ein menschliches Unverständnis der Lebensbedingungen auf der Erde, wenn Menschen etwas von der Natur ablehnen, das ihnen ebenso wie anderen gewährt wird
Im Gegenteil, sie schaffen sich dadurch nur neue Hindernisse in den Schicksalsfäden, in denen sie nur gerechte Vergeltung dafür erhalten müssen, dass sie Gottes Gaben verschmäht haben, die ihnen im Leben sicherlich nicht nur einmal, zuteil wurden
Der Mensch erhält durch die Strahlung des Universums stets zahlreiche Gelegenheiten, die Gaben anzunehmen, die sich ihm durch das Wirken der Alphar nähern
Wenn er diese nicht nutzt, kann er sich nicht als wertvoll betrachten, denn dies ist lediglich ein Zeichen seiner trägen Wahrnehmung
Wenn der Mensch die Gelegenheiten, die ihm zuteilwerden, nicht ergreift und die Gaben, die ihn in Form vieler Hilfen begegnen, nicht annimmt, dann verweist er sich selbst in die Rolle eines Opfers, die jedoch niemand von ihm verlangt
Er steht dann als Hindernis im großen, herrlichen Kreislauf des Gebens und Nehmens und schließt sich durch seine Einstellung von dem Fluss der Kräfte aus
Schließlich sind solche Menschen selbst dann wie gelähmt, wenn sie die Freude über jene wahrhaft hohen Gaben genießen, die durch das reine Erleben solcher Ereignisse entstehen, wie der Zustrom der Kraft Gottes in die Schöpfung zur Zeit des Festes der Ausgießung des Heiligen Geistes
Die Bitterkeit im Inneren erlaubt es solchen Menschen nicht, sich richtig zu öffnen und anzunehmen
Dabei wird keinem Menschen durch Gottes Gnadenfülle die Erfahrung des Zustroms erfrischender Kräfte vorenthalten, die in der großen Zeit der Ausgießung der Kraft des Heiligen Geistes durch das Werk der Schöpfung fließen
Durch diese Kraft bietet sich dem Menschen die Gelegenheit zu den größten Veränderungen, sofern er bereit ist, sie zu verwirklichen
In dieser Zeit werden ihm viele belebende geistige Strömungen zuteil
So etwas darf nicht vernachlässigt werden, sonst fügt sich der Mensch nur selbst Schaden zu
Bei der Menschheit wächst dann eine alles verstimmende Disharmonie, die alles in Zwietracht stürzt, was zu Spannungen bis hin zum totalen Zusammenbruch führen kann
Die Ursache liegt darin, dass die Menschheit den notwendigen Kreislauf hemmt, in dem der menschliche Geist gemäß seiner geistigen Wesensart durch seine Einstimmung große Stärkung für das Wesenhafte bringen soll, das in der natürlichen Welt auf der Erde wirkt
Dazu können wir sagen: Wer sich in seinem Inneren zur Zeit des Festes der Heiligen Taube im Gral nicht öffnet, der fügt aus Sicht der Schöpfungsgesetze sich selbst und dem übrigen Leben in der Nachschöpfung Schaden zu, da er seine Aufgabe als geistiger Vermittler nicht erfüllt
Er beweist damit, dass er die Gaben in der Schöpfung nicht annehmen kann und wirkt so zwangsläufig als Bremse für den großen Kreislauf der belebenden Strahlung
Seine Aufgabe, die ihm von Anbeginn an unter anderem zur Ergänzung der Kräfte der hohen geistigen Art in den Stofflichkeiten anvertraut wurde, wird dadurch mit Füßen getreten, und der Mensch kennzeichnet sich damit nur als denjenigen, der in einem Teil seiner Aufgabe in der Schöpfung versagt
Dieses Versagen im Nicht-Annehmen kann er durch nichts anderes in vollem Umfang ersetzen
Selbst wenn er dann nach den größten Werken in der Grobstofflichkeit strebt, trägt er aus Sicht der Schöpfungsgesetze stets den Stempel dessen, der wiederholt enttäuscht
Und wenn er dann keine anderen Gaben empfängt, die ihm zuteilwerden könnten, kann er niemanden außer sich selbst für seine Unzulänglichkeiten und sein Leid verantwortlich machen
Er selbst ist das größte Hindernis, das zwischen ihm und dem Zustrom aller großen und kleinen Gaben steht
Wer nicht fähig ist, aus eigener Kraft die natürlichste Gabe der Liebe und Gerechtigkeit Gottes im Geschehen der Ausgießung der Kraft des Heiligen Geistes im Gral anzunehmen, der ist noch nicht fähig, die erforderliche Reifestufe zu erreichen, auf der die vollständige Vereinigung mit der alles durchdringenden Kraft Gottes stattfindet
Die Teilnahme an den hohen Geschehnissen, die sich im Gral erfüllen, verlangt vom Menschen innere Reinheit und auch die schlichte Freude an der Möglichkeit, bewusst an so etwas teilhaben zu dürfen
Teilhaben gerade deshalb, weil die in das Innere des Menschen aufgenommene Ausstrahlung als die herrlichste Erfüllung des Gesetzes des Nehmens und Gebens weitergegeben werden soll
Es ist das Heilige Gesetz, das darin mit höchster Lebendigkeit pulsiert, wie sie Gottes Kraft durch die Schöpfung begleitet
Und gerade deshalb soll das Innere offen und frei sein, damit das Licht mit dem rein leuchtenden Glanz des geistigen Funkens durch den Menschen in die Schöpfung fließen kann
Es ist etwas Großes, das noch viele Menschen nicht kennen und von dem nur sehr wenige etwas wissen und noch weniger Menschen in der einfachsten Form ihrer Berufung umsetzen
Doch schon bald soll sich das ändern
Es wird eine Zeit kommen, in der auch hier auf Erden die Menschen dem Augenblick entgegenfiebern, in dem der Gral in seiner höchsten Erfüllung mit Gottes Liebe und der alles erneuernde Kraft erfüllt wird
Diese Zeit ist nicht mehr fern, auch wenn heute scheinbar nichts darauf hindeutet
Nur das reine Pionierwerk einiger weniger dringt vorwärts, damit darin Formen geschaffen werden können, die schließlich zu einem untrennbaren Bestandteil des Lebens der Menschen auf der Erde in der neuen Zeit werden
Es ist ein Vorstoßen durch eine dichte Masse von Gedankenformen, die sich allem Geistigen entgegenstellen
Doch gerade dadurch ist es zugleich das Wertvollste, was der menschliche Geist hier auf Erden als Teil seines Dienstes am Licht erfüllen kann
Die vollwertige Teilnahme am höchsten Geschehen im Schöpfungswerk
Das ist das Zeichen einer hohen geistigen Stufe, die man als Reife des Geistes bezeichnen kann, dem sich dadurch das Tor zur geistigen Heimat öffnet
Dies setzt jedoch die reine Natürlichkeit des Erlebens in freier und ungezwungener innerer Offenheit voraus
Alles muss völlig frei sein von jeglicher Überspannung, die stets zu Verzerrungen führt und allem Gesunden Schaden zufügt
So soll auch hier auf Erden das Erleben der Teilnahme am Gralsfest in erster Linie eine innere Einstimmung im Menschen sein
Erst im Anschluss an diese innige, bewusste Einstimmung soll alles Äußere auf Erden folgen, das ebenfalls freudig angenommen werden soll, denn es hängt mit der Arbeit der Weber der Schicksalsfäden zusammen, die dadurch Gaben der natürlichsten Art vermitteln
Und darin müssen alle Menschen noch viel lernen
Heute fehlt es fast allem Geistigen an Natürlichkeit
Das liegt daran, dass sich die Menschen vom wirklich geistigen Erleben bereits so sehr entfernt haben, dass sie nicht wissen, wie es nach außen in der irdischen Welt zum Ausdruck gebracht werden soll
Deshalb ist es anfangs notwendig, viele Fehler, die dabei noch gemacht werden, nachsichtig zu betrachten
Auch bei der Teilnahme an diesem höchsten Geschehen gibt es viele Abstufungen der Vielfalt, wie das Aufnehmen der Kraft erlebt werden kann
Vor uns liegt eine große Zeit des lebendigen Lernens darüber, was tatsächlich natürlich ist, was rein ist und was die Seele des Menschen zu den Lichtverbindungen mit dem Geschehen jenseits der materialen Ebenen der Nachschöpfung emporhebt
Doch trotz vieler Stolpersteine dabei wird diese Zeit vor allem dadurch schön sein, dass immer mehr Menschen sich aufrichtig bemühen werden, ihr reinstes Wollen in die Stimmung des Empfangs der Kräfte aus dem Gral einzubringen
Das ist es auch, was vom Licht geschätzt und belohnt wird
Die vollständige Öffnung des menschlichen Geistes für den Kraftfluss aus dem Gral ist die Voraussetzung für die Erfüllung
Der sich jährlich wiederholende Pfingsttag ist daher der wertvollste Punkt im Dasein der Menschheit auf Erden
Er darf daher nicht länger in Oberflächlichkeit oder abgestumpfter Unwissenheit vergeudet werden
Jedes Versäumnis, sich innerlich für den Empfang der hohen Kraft zu öffnen, die durch die Schöpfung fließt, ist eine Nichterfüllung der Aufgabe des menschlichen Geistes in der Nachschöpfung
Dieses Versäumnis, die edle Rolle des menschlichen Geistes zu erfüllen, wird zu einer Erfahrung der empfundenen Sinnlosigkeit
Die stofflichen Welten der Nachschöpfung können und sollen durch die schöpferische Kraft des Menschen mit den anderen Teilen des Schöpfungswerks Gottes verbunden werden
Es ist die Zeit gekommen für die umfassende Verbindung aller Teile des herrlichen Werkes der Liebe Gottes
Es erwächst eine neue Einsicht, die den Pfingsttag zum grundlegenden Ausgangspunkt für das weitere Wirken der Menschen auf der Erde machen wird
Das Fest der Ausgießung der Kraft des Heiligen Geistes wird daher zum ersten Tag im Ablauf des gesamten Jahreskreises auf der Erde
Die Menschen sollen sich innerlich darauf vorbereiten, damit sie dies im Wandel der neuen Entwicklung richtig erkennen und als Teil ihrer Wahrnehmung des irdischen Lebens annehmen
Reines und kindlich schlichtes Erkennen wird für sie zum Wertvollsten beim Lernen, Gottes Liebe in der Schöpfung anzunehmen
Alles andere wird dann viel besser und leichter gelingen, wenn die Menschen lernen, diese Art von Kraft aus dem Göttlichen richtig anzunehmen
Es wird ein untrennbarer Teil der bevorstehenden geistigen Erleuchtung und Erneuerung allen Lebens auf der Erde sein
Die Natürlichkeit des Lebens wird dann jene reinsten Formen annehmen, wie sie hier von jeher als selbstverständlicher Bestandteil menschlichen Wirkens hätten sein sollen
Alles wird schon dadurch veredelt, dass der Kreislauf des Nehmens und Gebens auf allen Ebenen, auf die menschliches Wirken reicht, richtig gepflegt und aufrechterhalten wird
Es ist eine Freude zu wissen, dass diese Zeit mit großen Schritten näher rückt
Der Weg des Grals – Zusätzliche Texte – 25. Mai 2026
Übersetzung aus dem Tschechischen
Udržování koloběhu přijímání a dávání
https://www.cesta-gralu.cz/udrzovani-kolobehu-prijimani-a-davani/
