An der vordersten Front

An der vordersten Front des Wirkens in der Materie soll immer der Mann stehen
Er soll als Diener des Lichts stehen, geduldig und weise in der Materie schaffend und aufbauend
In seiner Hand liegt die Aufgabe des Aufbaus und der Entfaltung, zu der er die Kräfte des Lichtes nutzen soll, die ihm vornehmlich durch die im Reinen stehende Frau vermittelt werden, welche die Erde mit den Strahlen segenreicher Schwingungen aus den geistigen Höhen der Schöpfung beschenkt
Der Mann muss aus diesen, von der Frau vermittelten Kräften schaffen und das Geschehen in der Materie formen
Als ein Handelnder, der Bewegung und Wandel in die Entwicklung der Dinge bringt, soll er in klarem und konsequentem Erfassen seiner Aufgabe wirken
Nur so wird er Glück und Erfüllung im Leben erreichen
Steht er rein, mit ritterlicher Einstellung in sich, wird sein Werk immer von der Unterstützung der Schöpfungsgesetze begleitet, und er wird ein geachteter, edler Mann sein
Stattdessen ist der heutige Mann in den meisten Fällen entwurzelt, aus seinem klaren Weg herausgerissen und irrt von Ort zu Ort, vergeblich den Sinn seines Daseins in Nebensächlichkeiten suchend
Um sich selbst zu finden, muss er den Sinn seines Daseins auf dieser Erde in seinem Herzen klären
Dies ist die Grundlage seines Daseins, die in ihm zur vollen Entfaltung kommen muss
Er ist es, der die Dinge in der Materie bewegt, um dem Licht zu dienen – das ist die vorderste Front, auf der zu stehen er berufen ist
Er ist hier, um den von Gott gegebenen Auftrag zu erfüllen, auf der Erde ein Abbild der geistigen Heimat zu errichten, einen Raum zu schaffen, in dem nur gesegneter Frieden und Glück herrschen
In diesem Sinne soll er die Hoffnung und Strahlkraft, die die Frau durch ihre feine Veranlagung aus den höheren Sphären des Lichtes empfängt, in die reale Gestalt irdischer Einrichtungen und Institutionen formen
In diesem Bestreben wirkend, stets bewusster und weiser werdend, stärkt sich sein Geist, und er wird zum wahren Verwalter seines Lebens und zu einem wertvollen Helfer für seine Mitmenschen auf ihrem Wege
Das Halten der vordersten Front ist das, was dem Leben des Mannes Kraft und Heldentum verleiht
Das Halten der vordersten Linie erfordert deshalb oft einen Kampf, um innere und äußerliche Kräfte zu mobilisieren
Dieser Kampf muss vom Mann immer wieder von Neuem aufgenommen werden
Auch wenn es sich vielleicht um die kleinsten Dinge handelt, bringt deren Erfüllung und erfolgreicher Abschluss stets Erfrischung und Kraft, genauso wie es bei den größten heldenhaften Kämpfen der Fall ist
Bei der Erledigung irdischer Aufgaben kommt es also nicht auf den Umfang des Wirkens an, sondern auf das Ergebnis, das zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden soll
Und eben dadurch ersteht jene vorderste Linie, die dem Manne bestimmt ist und an der er rechtmäßig seinen Platz einnimmt
An dieser vordersten Linie soll der Mann auch seine Fähigkeit als Beschützer wahrer Werte beweisen
In der Erfüllung seiner Aufgabe als Hüter der Werte ist ihm eine große Bestimmung gesetzt: sich mit ihnen zutiefst zu verbinden, in Einklang mit ihnen zu gelangen und dadurch Weisheit im Erkennen der Wahrheit, des Willens Gottes, zu erlangen
Im Erkennen der Wahrheit darf er immer höher steigen, und sein Inneres erwirbt die Fähigkeit, andere Menschen zu respektieren und zu ehren
Die äußere Linie dauerhaft und sicher zu halten, bedeutet hier auf Erden sehr viel
Daher kann jeder Mann, der sich dieses Ziel für sein Leben gesetzt hat, durch die Ströme geistiger Mittler eine Verbindung zu den hohen geistigen Dienern des Lichtes, zu den Rittern des Grals, herstellen
Diese wertvolle Verbindung in sich zu tragen, bedeutet, diese im lebendigsten Bemühen in das materielle Wirken, den Aufbau und auch den Schutz von allem Reinen auf Erden zu übertragen
In dieser Art des Wirkens wird ein solcher Mann zum wahren Ritter seiner Zeit auf Erden
Er ist der Träger des Zepters der wahren Verwaltung der Werte im Leben auf Erden und soll dieses Zepter in Weisheit bei seinem Abschied von dieser grobstofflichen Ebene an die neue Generation junger Männer weitergeben
Darin liegt der eigentliche Ausdruck der Lebensaufgabe des Mannes auf Erden und seines Festhaltens an der äußeren Linie
Ein solcher Weg ist auch verbunden mit dem, was man den Weg der Erfüllung nennen kann, der sich immer höher in lichterfüllte Höhen erhebt
Von diesen erhabenen Welten und Ebenen aus lässt sich dann mit größerer Gewissheit die Nähe des Ursprungs aller ritterlichen Geistigkeit erahnen, die in den lichterfüllten Höfen der Gralsburg weilt
Jeder Mann, der mit lebendigem Empfinden seines Inneren durch das Leben schreitet, ist letztlich auf eine bestimmte Weise durch eine Kette von Helfern mit dem Urquell allen Seins verbunden – er ist durch die Bande reiner Ritterlichkeit mit dem Gral verknüpft
Diese Verbindung gibt ihm dann die Kraft und die Gewissheit, hier auf Erden fest und weise an der äußeren Linie des Wirkens zu stehen
Festigkeit und Weisheit sollen jedoch nicht einem Juwel gleichkommen, der nur in den großen Dingen Verwendung findet, sondern sollen ohne Zaudern auch im Kleinsten, in den alltäglichsten Dingen des Lebens, ihre Anwendung finden
Nur durch deren Nutzung kann dem Mann Hilfe von allen erhabenen Dienern geistiger und wesenhafter Art zufließen, die stärkend über ihm stehen
Große Wesenhafte – Thonorun, Orkanos, Sirius, Neptun – diese und viele andere ehren jeden Schweißtropfen, der dem Mann bei der Arbeit, die Sammlung und körperliche Mühe von ihm verlangt, von der Stirn rinnt
Es gibt jedoch leider viele Arbeiten, die zum wahren Dienst an Gott gehören und vor denen der heutige Mann flieht, weil er sich sonderbarerweise entweder als zu wertvoll für etwas Höheres ansieht oder er sich mit sich selbst in Selbsterkenntniskursen beschäftigt, aber meist nur wenig Willen hat, sich zu irgendeiner Arbeit zu überwinden, die nicht gleichzeitig seinen Lebensunterhalt sichert
All das zeugt im Ergebnis jedoch nur von der Faulheit des Geistes und des Körpers
So muss in dieser Hinsicht mancher notwendigerweise scheitern, denn auch die kleinste Arbeit, bei der er der Umwelt hilfreich sein kann, ist immer die Grundlage des größten Werkes
Es gibt nur wenige Männer, die darin richtig stehen und bereit sind, an etwas Sinnvollem zu arbeiten, das den Mitmenschen hilft und im Einklang mit dem Willen des Schöpfers steht
Das Halten der äußeren Linie bringt dem Mann auch die Pflicht, die Frau in ihrem Wirken zu schützen, sie in diesem zu unterstützen und ihr zu helfen
Der Mann soll also hier im Wirken der Frau in ihrer Aufgabe der Beschützer und Verteidiger sein
Und das nicht nur in dem, was er für groß hält, sondern gerade in den kleinsten Dingen, die nicht so sichtbar sind, soll er ihr eine Stütze sein
Vernachlässigt er die scheinbar unsichtbaren Dinge, erschüttert er die Festigkeit der äußeren Linie genauso, als würde er in einem großen Kampf versagen
Und genau in dieser Hinsicht leidet heute das Zuhause vieler Männer am meisten
Nach außen will der Mann als stark erscheinen, aber hinter den Mauern des Hauses ist er oft ein Schwächling, der vor den Aufgaben davonläuft, die nach seiner Ausdauer, Geduld und Selbstbeherrschung rufen, die verlangen, Hand anzulegen am gemeinsamen Aufbau des Friedens im Heim
Oft kann er tatsächlich nicht einmal das Geringste zum Zusammenleben im Haushalt beitragen, was von seinem Willen und seiner Energie zeugen würde, die der Frau bei der Erfüllung ihrer wertvollen Aufgabe tatsächlich hilft
Ob die Frau nun diejenige ist, mit der er Hand in Hand durchs Leben geht, oder seine Mutter oder eine andere Frau in seiner Nähe – immer entsteht ihm diese Verpflichtung, die Frau in ihrer hohen Aufgabe zu unterstützen
Leider ist der Mann zu oft, statt ein Unterstützer zu sein, ein Störer, der die Kräfte entzieht, die die Frau für höhere Dinge benötigt
Nicht selten zeigt sich das in der Respektlosigkeit gegenüber der Reinheit und Ordnung des Heims, in mangelnder Selbstständigkeit bei der Pflege seiner eigenen Dinge oder sogar seiner selbst
Auch in der Unwilligkeit, sich an den alltäglichsten Dingen des Haushalts zu beteiligen, die er entweder persönlich übernehmen soll oder dafür sorgen soll, dass diese Dinge durch jemanden von außen auf seine Initiative und mit seiner Unterstützung erledigt werden
In den von Vätern und Großvätern übernommenen Denkbildern erwartet er selbstverständlich, dass die Frau ihn zu Hause umhegt, wie man eine wertvolle Persönlichkeit umhegt, oder umgekehrt, wie man sich eines unselbständigen Kindes annimmt
Dass dies ein besonderer Widerspruch ist, erkennt fast keiner dieser schwachen Männer
Auf der einen Seite hält er sich für einen starken Führer, das Oberhaupt der Familie, für jemanden, der alles besser weiß als die anderen
Auf der anderen Seite, wenn es darum geht, diese überzogenen Vorstellungen von sich selbst auch nur in den grundlegendsten Dingen in die Tat umzusetzen, flieht er oft schnell in Verzweiflung, oder er macht sich lieber zu einem verständnislosen Wesen, oder in ihm erwacht der Tyrann, der die geringsten Schwierigkeiten mit Geschrei und Gewalt löst
Dieses sehr seltsame Denken des Mannes, in dem er sich über Jahrtausende für etwas Besseres als alle anderen Wesen auf Erden hielt, muss abgelegt werden
Dieses Denken ist für ihn in Wirklichkeit ein Unheil, das ihn im wahren Rittertum bremst
Niemals wurde aus dem Licht dem Mann ein Vorbild einer solchen Karikatur gegeben, die hier auf Erden nach und nach entstanden ist
Es begegnet uns auch mancher Schwache, der einzig aufgrund seines Mann-Seins bessere Bedingungen zur Entfaltung seiner Persönlichkeit und die Entscheidungsgewalt über wichtige Angelegenheiten beansprucht, ohne durch sein Streben im Mindesten zu bestätigen, dass er tatsächlich eine Stütze und feste Burg für ein tugendhaftes Leben sei
Wie ein überfressenes, müdes Tier wälzt sich mancher Mann in seinen Selbstlügen und erwartet, dafür Bewunderung und Respekt von anderen zu ernten
Wenn er dann wirklich seine Fähigkeiten zeigen soll, zeigt er statt des Willens zur Zusammenarbeit nur Eitelkeit, Groll und Hass, die er in grobe Angriffe auf andere und in Kämpfe verwandelt
Dabei hält er sich für groß und erwartet, dass seine unreifen, unedlen Wege vom Schöpfer als Bestätigung seiner Vorherrschaft im Dasein vor der Frau gepriesen werden
Solches Selbstüberhebungsdenken hat bereits viel Unheil gestiftet
Der Mann, der an der äußeren Linie steht, soll ein starker Puffer sein, um mit allen Dingen fertig zu werden, die sich ihm und seinen Nächsten im Leben nähern
Er soll tatsächlich das ganze Gebäude des Heims und des gesellschaftlichen Lebens auf seinen Schultern tragen, damit die Frau auf diesen Ebenen ihre strahlenden Tugenden entfalten kann
Das erfordert Anstrengung, Überwindung und Kampf, jedoch einer anderen Art, als er sie bisher kannte
In der bisherigen Selbstwahrnehmung wurde mancher Mann zu oberflächlich, indem er erwartete, dass die Frau ihm ein gemütliches Heim sichert und ihn verwöhnt, nur weil er den Eindruck erweckt, sich mit wichtigen Dingen zu beschäftigen, die jedoch meist nur scheinbar ernst sind, in Wirklichkeit jedoch oft nur Spielzeuge für seine eigene Freude sind
Das ist lächerlich und ruft in allen geistigen Ebenen des Lichtes im Schöpfungswerk nur Trauer und Enttäuschung hervor
In Walhalla hallt einem solchen Manne dann nur eines entgegen: die Verachtung
Nur im wirklichen Einsatz der Kräfte im Bemühen um Zusammenarbeit und Harmonie mit allen anderen Mitbewohnern im Schöpfungswerk findet der Mann in sich die Gelegenheit, die Kräfte des wahren Ritters zu entfalten
Das erfordert jedoch alles andere, als er bisher tat und tut
Unermüdliche Lebendigkeit, Beweglichkeit in geistiger, gedanklicher und körperlicher Hinsicht – das ist der Weg, den der Mann einschlagen soll, um als Persönlichkeit zu wachsen und sich zu stärken, die tatsächlich Verwalter des immer größeren Strömens von Kräften aus dem Licht werden kann
So wie die ganze Erde die Frau dazu aufruft, ihre wahre Rolle einzunehmen, um die lichten Ströme allem Leben hier zuzuführen, so wird auch vom Mann erwartet, dass er den wahren Weg der Stärke, der Widerstandsfähigkeit und der Zähigkeit betritt – also das Erlangen von Eigenschaften, die jeder hochwertige Stahl in sich trägt
Nur in solchen Schwingungen können sich die Eigenständigkeit und der geistige Wert des männlichen Prinzips entwickeln
Alle Hilfen stehen einem solchen Bemühen des Mannes zur Verfügung, sowohl seitens der geistigen Eingebungen als auch durch die Prinzipien des mutigen Fortschreitens, die sich von der mächtigen Walhalla zur Erde herabsenken
So wie die Frau in Zartheit und Anmut erblüht, wächst und stärkt sich der Mann in der vollen Übernahme der Verantwortung für die Verteidigung der äußeren Linie – und das gerade um den Preis der Überwindung und des inneren Kampfes
Wenn er diesen Weg mutig beschreitet, ohne zu zaudern und ohne sich von seiner Schwäche hinreißen zu lassen, dann kann durch seine Hände allmählich der Grundstein für das Reich Gottes auf Erden gelegt werden
Frieden und Segen werden in alle Winkel der Welt dringen, als Folge des treuen und reinen Dienstes des Mannes dem Licht und Gott an der äußeren Linie der alltäglichen Aufgaben, die ihm das Leben stellt
Möge es hier möglichst viele Männer aus Stahl geben, die den wahren Sinn ihres Daseins auf Erden erkennen
Die heutige Zeit braucht sie dringend, damit die Erde glücklich die schwierigen Zeiten durchschreiten kann, die uns allen bevorstehen
Der Weg des Grals – Ergänzende Texte, 4. Mai 2020
Übersetzung aus dem Tschechischen
Na Vnější Linii
https://www.cesta-gralu.cz/na-vnejsi-linii/
