Das menschliche Wollen im gesegneten Weben der Fäden der Vaenen und Alphar

Das Wertvollste, was dem Menschen Segen bringt, ist die achtsame Entfaltung des Geistes im gegenwärtigen Augenblick
Reiner Edelmut, der sich im gegenwärtigen Augenblick zeigt, ist eine alles übersteigende, siegreiche Kraft
Es ist in Wirklichkeit die größte Macht, über die der Mensch in seinem geistigen Wesen herrschen darf und die er auch hier auf Erden immer dann einsetzen soll, wenn er sein eigenes Schicksal und das Schicksal anderer auf richtige Weise zum Glück, zur Gesundheit und vor allem hinauf zum Licht beeinflussen möchte
Im Erleben des gegenwärtigen Augenblicks werden für den Menschen die wichtigsten Fäden gewoben, die sein Schicksal für lange Zeit bestimmen, ja die sogar seinen geistigen Weg ganz entscheidend darin beeinflussen können, ob der Geist sich aufwärts in die lichten Teile der Schöpfung bewegen wird oder ob er gezwungen sein wird, hinab in die Welten des Leidens und der unendlichen Hoffnungslosigkeit zu sinken
Wie der Mensch im gegenwärtigen Augenblick handelt, ist die grundlegendste Beeinflussung seines Entwicklungsweges
Darin liegt der Hebel, der alle Kraft des Geistes an die Orte lenkt, wohin die Fäden seines Schicksals mit Sicherheit führen werden
Richtet deshalb euer ganzes Wollen auf den gegenwärtigen Augenblick
Darin liegt ein unermesslicher Wert für jeden, der sich danach zu richten lernt
Schon Jesus wies seine Zuhörer darauf hin, in ihrem Reden und Handeln stets die lebendige und klare Aufrichtigkeit eines einfachen „Ja“ oder „Nein“ zu wahren, ebenso wie das Wort der Gralsbotschaft im Erleben der Gegenwart stets zur Wachheit des Geistes mahnt – sowohl in dem, was der Mensch seinen Mitmenschen erweist, als auch in seiner Haltung gegenüber dem gesamten Schöpfungswerk und dem Schöpfer selbst
Es ist wie das kostbarste Gut, das dem menschlichen Geist zur rechten Vermehrung anvertraut ist, wenn er lernt, wach im Augenblick der Gegenwart zu stehen
Den Adel seines Geistes mit reinstem Bemühen in dem wertvollsten Moment, also im gegenwärtigen Augenblick, zur Geltung zu bringen
Das ist ein höchst wertvoller Rat aus dem Licht, der über alle Stufen geistiger Erkenntnis hinweg Gültigkeit hat
In reinster Haltung alle Augenblicke des Tages zu durchleben, ist die höchste Erfüllung, die der Mensch hier auf Erden erreichen kann und soll
Es ist das Einfachste und zugleich doch das Wichtigste, was dem Geist in allen Belangen seines Daseins nützt, sei es nun hier auf Erden oder umso mehr in den feineren Ebenen der Stofflichkeiten der Nachschöpfung
Wenn er sich an diesen Rat hält, wird sein Streben in allen Dingen, die er mit reinem und freiem inneren Fleiß angeht, sicherlich gedeihen
Doch gerade der gegenwärtige Augenblick ist zur schwächsten Stelle im Rüstzeug der meisten Menschen geworden, vor allem derer, die sich sonst sehr redlich um geistige Werte bemühen
Luzifer wusste gut, wo er durch die verstandesmäßige Lähmung des Geistes bei der Entfaltung seines Empfindungswollens im Leben hier auf Erden ansetzen musste
Wird die Regung des Geistes im Innern aufgehalten, ehe sie nach außen treten kann, so ist das eine schwere Lähmung des wirklichen Erlebens
In dem Moment, in dem der Wille der Empfindung in den Verstand eindringt, verursacht der gedankliche Teil des Gehirns eine Abbremsung oder sogar eine völlige Ablenkung des inneren Wollens des Menschen, das gerade in seiner reinen Unmittelbarkeit wertvoll ist
Der gefallene Erzengel, dem der Lauf der Dinge in der Schöpfung und damit auch die Entfaltung des menschlichen Geistes in der Materie wohlvertraut war, wusste, dass er durch die Vorrangstellung der gedanklichen Ebene vor dem Ausdruck der Empfindung ein Hindernis schaffen kann, das sich so im verstandesmäßigen Teil des Gehirns festsetzt
Dadurch wurde der Einfluss des Gehirnteils verstärkt, der richtigerweise nur als Vermittler in der Richtung des Fortschreitens des Empfindungswollens stehen soll, das immer vom Geist aus dem Inneren nach außen dringt
Er errichtete auf dem Weg zum sichtbaren Handeln des Geistes im Körper eine lähmende Schranke, indem er die gedanklich-verstandesmäßige Äußerung der Menschen in der irdischen Welt stärkte
Damit wurde jenes gedankliche Übergewicht geformt, das aus der kindlichen Unmittelbarkeit des geistigen Wollens anstelle reiner Weisheit eine äußerlich arbeitende Klugheit machte
Die Klugheit trat an die Stelle der Reinheit der Empfindungswelt und wurde geschätzt und damit verlockend für das Streben der meisten Menschen
Aus der Klugheit entwickelte sich schnell die Gerissenheit, und diese biss sich in die menschliche Schwäche fest, nämlich die Eitelkeit
Wer sich der Schlauheit des Verstandes nicht bediente, blieb am Rande der irdischen Welt zurück
Schließlich gingen alle Menschen diesen Weg der Verstandesentwicklung mit, denn es wurde zur Notwendigkeit, um wenigstens unter halbwegs erträglichen Bedingungen zu überleben
Der übermäßig gestärkte Verstandesteil des Gehirns wurde durch die körperliche Vererbung zur Erbsünde
Der gefallene Verführer konnte sich freuen, weil er damit jedem Menschen ein ernstes Hindernis in den Weg stellte, über das man sich nur schwer hinwegkämpfen kann, um heute auch nach außen hin empfindend und innerlich frei zu werden, und um dennoch gegenüber der Umgebung zu bestehen, die ohne Zögern jedes Straucheln in dem verstandesmäßig hochgeschraubten Denken zu ihrem irdischen Vorteil ausnutzt
Luzifer wusste gut, dass sich durch die Stärkung des Verstandes das ursprüngliche Empfindungswollen des Geistes in gedanklichen Schleifen zersetzen wird, der, sofern er nicht bereits eingeschläfert ist, sich immer nach dem freudigen Erleben großer Harmonie sehnt
Er wusste, dass dies zu einer Schwächung des ursprünglichen Empfindens führen würde und dass das, was sich schließlich im Wollen des Menschen außen zeigen würde, nicht mehr lebendig genug und damit auch nicht stark genug sein würde, um den Segen in den von Vaenen gewebten Fäden des Schicksals zu erlangen
Zur Verwirklichung dieses Planes genügte es ihm, die Aufmerksamkeit der Menschheit auf die Klugheit des Verstandes zu richten, und dazu stärkte er ihre Einbildung auf die eigenen Fähigkeiten
So leicht trennte Luzifer den Menschengeist von der Teilnahme am Erleben des gegenwärtigen Augenblicks
Dieser Plan gelang ihm beim größten Teil der Menschheit Stufe um Stufe, denn die Menschen, nicht wach genug, gingen leichtsinnig auf die trügerisch untergeschobene Annahme ein, es sei nicht nötig, so etwas wie das Zeigen reinen, warmen Empfindens im Umgang mit anderen ernst zu nehmen
In einer allmählichen Umkehrung begannen sie sogar, dies im Gegensatz zur verstandesmäßigen Schlauheit als naive Schwäche aufzufassen
Es wurde zum Gegenstand des Spottes, und die Verstandesmenschen begannen, aufrichtiges Handeln als Naivität zu betrachten
Die Menschen begannen, ihr Empfinden vor anderen zu verbergen, weil es in der verstandesmäßigen Welt als unerwünscht gilt
Nur in der Kunst wird es hier und da allgemein als möglich akzeptiert, dass in Büchern großer Geschichten, in Gedichten oder Liedern höhere Empfindungen zur Geltung gebracht werden, was jedoch gleichzeitig sofort zu der Gewissheit führt, dass so etwas nur ein unerreichbares Ideal ist, welches nicht in die Nüchternheit der irdischen Welt passt
Das Empfinden im gegenwärtigen Augenblick ist vielen Menschen bereits so fremd geworden, dass sie in Wirklichkeit gar nicht mehr wissen, wie sie es äußern sollen
Letztendlich führt dies zu einer fast völligen Lähmung aller Äußerungen edlen Handelns unter den Menschen
Der Verlust der edlen Gesinnung, dieses inneren Bedürfnisses des Geistes, sich im Leben zu äußern, war die Zwischenstufe zum völligen Fall aller Hemmungen für ein Handeln, das sich von aller reinen und feinfühligen Rücksicht auf die Nächsten gänzlich entfernt hat
Anstelle des Edelmuts wurde die Niedrigkeit und eine allgegenwärtige Berechnung zum Teil des Tages, die darauf schaut, was vom Standpunkt des irdischen Vorteils aus richtig ist
So hielt das heutige äußere Handeln unter den Menschen Einzug, das letztlich zum Teil entweder von Grobheit und Roheit auf der einen Seite oder von heuchlerischem Egoismus auf der anderen Seite erfüllt ist
Damit dies dennoch vor Gottes Augen Bestand habe, wie die Menschen sagen, entwickelte sich dazu die Ansicht, dass der Mensch ein Sünder sei, der aus eigener Kraft ohne Gottes Hilfe nicht stark genug sei
Die Menschen machten sich lieber zu Schwächlingen, die sich zu ihrer Erbsünde bekennen, als all ihre innere Anstrengung für die empfindungsmäßige Herrschaft des Geistes bei dessen Entfaltung im gegenwärtigen Augenblick aufzubringen
Anstelle des ehrlichen geistigen Ringens gehen sie bequem den Weg der schlauen Selbstbezichtigung
„Wir alle sind doch nur Menschen! Wir sind nur schwache Sünder, die auf die göttliche Erlösung warten! Niemand kann verlangen, dass wir dauerhaft nur Gutes tun!“
Das sind die Worte vieler, die sich der schwächlichen Selbstverteidigung angeschlossen haben, wenn sie hier und da in ihrem Gewissen empfinden, dass sie in einer Sache anders hätten handeln sollen, als sie es letztendlich in Wirklichkeit getan haben
Es wurde dafür von den Kirchen sogar das Instrument der Beichte und der Vergebung der Sünden ausgearbeitet, sofern der betreffende Mensch sie beichtet und zumindest zum Schein bereut, was er in den bereits unwiederbringlichen Augenblicken der vergangenen Gegenwart verursacht, versäumt oder völlig zerstört hat
Dies ist jedoch nur eine wirksame einschläfernde Droge für all jene, die sich weiterhin von etwas betäuben lassen wollen, das der menschliche Verstand erfunden und was in Wirklichkeit der Versucher den Menschen durch den Verstand untergeschoben hat, was aber unter dem Druck der unbestechlichen göttlichen Gerechtigkeit in den von den Vaenen gewebten Fäden nicht im Geringsten bestehen kann
Rein zu empfinden und mit wachem Geist im Augenblick der Gegenwart zu stehen, das ist zur schwächsten Stelle im menschlichen Streben geworden
Niemand weiß eigentlich damit umzugehen, denn es ist längst zur eingelebten Art geworden, kein empfindender Mensch zu sein und nicht darauf zu achten, in jedem Augenblick aus innerem Adel heraus zu handeln und zu entscheiden
Dieser wichtige Augenblick ist auch ein großer Schmerz für all jene Menschen, die ansonsten nach etwas Höherem in ihrem Leben streben möchten
Es wurde zu einem ernsten Hindernis, über das heute alle stolpern, denn alle haben bei ihrer Geburt in die irdische Welt in körperlicher Vererbung das heutige unnatürlich entwickelte verstandesmäßige Werkzeug des Gehirns erhalten und wissen in der Schwächung des ursprünglich gesunden Weges der Äußerungen der inneren Regungen gegenüber den Gedanken nun nicht mehr mit Sicherheit, wie sie ihre geistigen Empfindungen von innen nach außen formen sollen
Selig sind jene, die darin mit einer Sicherheit gehen, welche der inneren Überlegenheit ihres Geistes über die Welt des Verstandes entspringt
Es gibt ihrer jedoch nur sehr wenige, und zudem haben sie noch mit dem Unverständnis und der Feindschaft der bisher von den Menschen auf Erden geschaffenen, starren Denkschemata zu kämpfen
Aus dem Straucheln der anderen, die ihrer selbst nicht so sicher sind, entstehen viele Fehlgriffe, die zur Verbitterung über sich selbst führen und das anfänglich ernste Bemühen nicht selten so ins Wanken bringen, dass es in mancherlei äußere Gebärden ausschlägt, die den Verstandesmenschen dann als Beweise für die reine Narretei von Träumern und Idealisten erscheinen
Sogleich wird auch auf das Unrichtige eines solchen Bemühens hingewiesen, das sich auf die reine Äußerung der Empfindung im gegenwärtigen Augenblick stützt, weil es bei den ersten Versuchen vieler Menschen noch die Zeichen eines natürlichen Tastens und Erprobens an sich trägt, wie es aber zu jedem Bemühen gehört, das gnädig verliehene irdische Werkzeug des Körpers beherrschen zu lernen
Viele Menschen, die nach tieferem Empfinden im Leben streben, gehen also nur zögerlich voran, und die Erfahrungen verletzen sie schwer, anstatt dass sie sich in ihrem Streben gestärkt und ermutigt fühlen
Es ist wie bei einem Menschen, der aus irgendeinem Grund die Fähigkeit zu gehen verloren hat, zum Beispiel durch Krankheit oder einen Unfall, und erst nach längerer Zeit ist ihm diese Fähigkeit wieder zurückgekehrt
Obwohl er gehen kann, wird es für einige Zeit anstrengend für ihn sein, sein Gang wird unsicher sein, und er wird schon gar nicht rennen oder springen können
Das alles wird erst nach einer gewissen Zeit aufrichtigen Bemühens und Übens kommen
Und genauso verhält es sich auch, wenn das Empfindungswollen des Menschen im gegenwärtigen Augenblick zum Ausdruck kommen soll
Jedes anfängliche Bemühen führt nicht selten zu Fehlschlägen, doch das sollte den Betreffenden nicht entmutigen
Weder der boshafte Spott der Verstandesmenschen noch die vorübergehende Unsicherheit, mit der er nach Wegen sucht, den verschiedensten Augenblicken des Lebens in geistiger Haltung zu begegnen, sollten den mutigen und freudig voranschreitenden empfindenden Menschen in seinem Streben aufhalten
Viele Menschen geben jedoch dieses im Grunde unermesslich wertvolle Streben allmählich auf und kämpfen sich daher niemals zu dem wahren geistig edlen Durchschreiten des Lebens durch, zu dem sie dabei früher oder später durch ihr Bemühen herangereift wären
Lieber nehmen sie in Kauf, dass sie ihr Ringen in der Gegenwart aufgeben und es in die bloße innere Welt verlagern
Damit reißen sie sich jedoch völlig aus der Gegenwart heraus, was ihnen im Erleben nicht jenen Wert bringen kann, wie er durch das Weben der Vaenen gewährt wird
So werden sie entweder zu bloßen Träumern im Stillen oder zu düsteren Grüblern über ihr Unglück auf dieser Erde
Die Erkenntnis kommt bei ihnen meistens erst dann, wenn der wertvollste Augenblick der Gegenwart bereits zur Vergangenheit geworden ist
Damit wird aber in den Fäden eines solchen Menschen jener wertvollste Teil des Gewebes seiner Zeit hier auf Erden geschwächt
Er bleibt somit ohne die Möglichkeit des vollwertigen Schöpfens aus dem Zufluss an Kräften, der dem Menschen nur für die Gegenwart zuteilwird
Obwohl ein solcher Mensch nicht schlecht ist, ja sich in den Gedanken oftmals sogar aus all seinen Kräften um das Gute bemüht, bleibt er in dem Wichtigsten geschwächt
Dies liegt daran, dass in seinem Handeln und Äußern die Nutzbarmachung des Schatzes fehlt, der einzig und allein im Erleben des gegenwärtigen Augenblicks mit seinem wachen Geist liegt
Mancher macht es sich nur aus Mangel an Mut schwer, ein anderer wiederum entschuldigt seine Unfähigkeit, in der Gegenwart zu handeln, damit, dass er noch an sich arbeite und erst dann in das Licht der Gegenwart treten wolle, wenn er reif und fertig sei
All das ist jedoch nur ein und dasselbe, von vielen Seiten mit hochfliegenden Worten benannt, wobei immer noch allein der bremsende Verstand das Übergewicht über die Unbefangenheit des Menschen hat oder sich darin die Schwäche des geistigen Willens äußert
Wenn die Menschen richtig erkennen würden, welchen Wert der gegenwärtige Augenblick in ihrer Nutzbarmachung dieses irdischen Lebens für den weiteren geistigen Aufstieg hat, so würden sie ein Vielfaches mehr ihrer Kräfte der Durchsetzung von Reinheit und Gutem in dem Augenblick widmen, in dem dies anderen Menschen geschenkt werden kann
In dem Augenblick, in dem der Geist sein Empfinden einem anderen Menschen gegenüber wirklich durchsetzt, im lautersten und vollen Ausdruck der Anteilnahme, im Miterleben der Freude oder im innigen Mitgefühl mit etwas Schwerem und Schmerzlichem, da weben die Vaenen sogleich einen geistigen goldenen Faden, der hoch hinauf zu den Gärten der geistigen Heimat führt
Es ist gegeben durch das Aufleuchten der Gleichart, die sich in diesem Moment als Erweis der Strahlkraft der Flamme des Geistes auf seinem Weg offenbaren kann
Doch jedes noch so hohe innere Erleben von Erhabenheit, das nur in der Einsamkeit bleibt, trägt jene notwendige Bekräftigung nicht in sich, die allein die reine geistige Kraft gegenüber der umgebenden irdischen Welt zu erweisen vermag, wie es das innere Feuer des Geistes tut, wenn es sich im gegenwärtigen Augenblick mit anderen Menschen zeigt
So überaus wertvoll auch jedes innere Aufflammen des Geistes in der Einsamkeit und Verinnerlichung ist, es gilt immer, dass der Geist sich in seiner Reife vor allem durch das Erleben des gegenwärtigen Augenblicks hinauf zu den Gärten der lichten Heimat bewegt, wenn sich seine edle Gesinnung nach außen hin im Zusammenklang mit anderen Menschen oder wesenhaften Dienern durch die Haltung im gegebenen Erleben offenbart
Der gegenwärtige Augenblick ist also ein höchst wertvolles Geschenk, das die Weisheit Gottes dem Menschen gewährt hat, damit er es auf seinem Weg durch die Nachschöpfung in diesem Teil der Grobstofflichkeit voll nutze
Er soll deshalb gänzlich ergriffen und erlebt werden, damit er den darin enthaltenen Segen bringt
In ihm liegt auch jenes Geheimnis des zukünftigen, auf den Menschen zukommenden Geschehens, denn nur dort, wo die Vaenen die Fäden der reinen Wachheit des Geistes in den einzelnen Augenblicken seines Daseins weben können, dort können auch die Alphar rückwirkend Formen und Geschehnisse weben, welche als wunderschöne Ernte einer richtigen Saat kommen werden
Jeder der Menschen, der nach der Reinheit seiner geistigen Teilnahme am gegenwärtigen Augenblick strebt, bringt gleichzeitig die Entdeckung des Weges zum wahren Glück der Menschen in diese Welt
Im heutigen Verstandeswesen liegen vielleicht irdischer Erfolg und Reichtum
Niemals jedoch wird darin der Segen enthalten sein, den nur die volle, reine Teilnahme des Geistes an allem Erleben bringt
Viele Menschen sind in Wirklichkeit arm, obwohl sie irdisch betrachtet reich erscheinen
Weil sie jedoch ihre unmittelbare Innerlichkeit der reinen Teilnahme des Geistes im gegenwärtigen Augenblick nicht weiterzugeben verstehen oder vermögen, sind sie in Wirklichkeit Bettler, aus der Sicht der Fäden der Vaenen und Alphar
Ihre Armut spiegelt sich schon jetzt in den Fäden wider, die sie notwendigerweise erreichen werden, wenn sich die Zeit erfüllt und zu ihnen das zurückkehren wird, was sie in der Zeit dieses irdischen Lebens als kostbaren Einsatz ihres geistigen Talentes hinterlegt haben
Es wird sich zeigen, wie sie den Ränken des gefallenen Erzengels erlagen und obwohl sie sich frei und stark vorkamen, ihm dauerhaft unterlagen, weil sie nicht in der Lage waren, aus dem von ihm geschaffenen Weg der verstandesmäßigen Einstellung herauszutreten
In dieser Einstellung brachten sie sich jedoch selbst um das Wertvollste, was ihnen von der göttlichen Liebe dadurch gewährt wurde, dass sie sich auf dieser Erde inkarnieren durften
Sie wurden zu Marionetten, die nicht den Willen zum Empfinden und zur Empfänglichkeit gegenüber den Mitmenschen und der Natur in sich erweckten, und obwohl sie vielleicht für die kurze Zeit ihres Lebens erfolgreich waren, sind dennoch bei ihnen keine goldenen Fäden in den Teppich ihres Schicksals eingewebt
Sie können dort nicht sein, weil sie sich ihnen verschlossen und ihnen den Zugang verwehrten durch ihre freiwillige Unterordnung unter die Welt, die heute noch zum großen Teil dem von Luzifer eingerichteten Prinzip unterliegt
Sie ordneten sich diesem freiwillig unter, weil sie dagegen nicht genug ankämpften in jenem Ringen des geistigen Inneren um sein natürliches Recht, in jedem gegenwärtigen Augenblick Freude, Reinheit und Harmonie mit den anderen Mitbewohnern dieser Erde zu erleben
Nur in diesem Bemühen liegt die Erfüllung des Sinnes des Lebens auf dieser irdischen Ebene
Wenn der Geist sich in einen irdischen Körper inkarniert, dann einzig und allein deshalb, um hier in seinen Erlebnissen den Vaenen die Möglichkeit zu geben, die Fäden der Freude und reinen Schöpferkraft zu weben
Alles andere kann als nutzlose Verschwendung der irdischen Zeit bezeichnet werden
Große Bauwerke, gigantische Pläne, die für den Ruhm in dieser irdischen Welt bestimmt sind, sind in Wirklichkeit nur Denkmäler, die an die Nichtigkeit und das Elend derer erinnern, die für ihre materiellen Ziele viele goldene Fäden vergeudeten, die sie von hier nach dem Willen Gottes hätten mitnehmen können und sollen
Der Schöpfer will vom Menschen nicht das Riesenhafte, in dem er seine Verstandeskenntnis der Materie zeigt, sondern Er erwartet mitfühlendes Erleben mit den anderen und die Suche nach Wegen, mit ihnen in Eintracht und gegenseitiger Unterstützung zu leben und so eine bleibende große Harmonie zu formen
Wenn die Menschen darin so stünden, wie sie sollten, dann würden die wesenhaften Diener für ihr Bemühen um die Erfüllung der geistigen Aufgabe hier auf Erden, welche eben im Gebrauch des Empfindens liegt, solche Werke formen, die die menschlichen Arbeitsmöglichkeiten in dieser Grobstofflichkeit um ein Vielfaches übertreffen würden
Erhabene, wunderschöne Werke, die eine Zeitlosigkeit für Jahrtausende in sich bergen, sollten dem Menschen dienen, wenn er sich an seinen ursprünglichen Auftrag aus dem Licht hielte
Es ist nötig, sich stets die Fähigkeit des Empfindens im gegenwärtigen Augenblick zu bewahren, anstelle der verbissenen Arbeit des gedanklichen und verstandesmäßigen Strebens
In ihrer Schlichtheit hätten die Menschen wertvoller sein sollen, als sie es heute in ihrem vermeintlich höchsten Wissen sind, welches sie wissenschaftliche Erkenntnis nennen
Sie hätten weit mehr Gaben von den hohen wesenhaften Dienern aus Walhall empfangen können
Sie wären förmlich mit dem Segen überschüttet worden, der Gesundheit und dauerhafte Lebensfreude brächte
Die Fäden, die aus ihrer rein erlebten Gegenwart gewebt würden, wären frei von Leiden und Schmerz, und die Alphar dürften so nur die schönsten Formen für diese irdische Welt weben, als Folge der Erfüllung der menschlichen Sendung
Die Fäden der einzelnen Menschen wären zum Teil zu einem Ganzen verbunden, in welchem sich die Hilfe und Unterstützung für alle widerspiegeln würde, die erst noch lernen, dem Licht gegenüber in dieser Welt der Materie offen zu sein
So müsste niemand über Versuchungen und Hindernisse stolpern, weil durch das ehrliche Ringen der einzelnen Menschen die ursprüngliche List des gefallenen Erzengels überwunden und die Menschheit befreit wäre
Diese Aufgabe bleibt weiterhin vor der irdischen Menschheit bestehen, denn niemand im ganzen Schöpfungswerk kann ihr das abnehmen
Es mögen stärkere und reifere Helfer im geistigen Sinne hierher gesandt werden, aber auch für sie bedeutet die Inkarnation in den von der Erbsünde gezeichneten irdischen Körper zuerst Kampf und allmähliche Befreiung
Auch heute weilen solche Geister auf der Erde, und in Verbindung mit dem Licht müssen sie versuchen, dem Dasein des Menschengeistes hier seinen ursprünglichen Sinn zurückzugeben
Ihr Erkennungszeichen werden edle Gesinnung und Rücksichtnahme sein, die sich in jedem Augenblick ihres Lebens erfüllen
Solche Menschen sollen nun in ihrem Bemühen unterstützt werden und ihrem Mut sollen andere, innerlich erwachte Menschen folgen
Erst mit diesen Menschen wird jene neue Zeit wahren Menschentums auf dieser Erde anbrechen
Diesen Menschen offenen Geistes nähert sich nun auch der heraneilende Glanz des Strahls Parsifals, um sie zu unterstützen und in ihrem Streben nach der Wiedergeburt des Empfindens im Erleben des gegenwärtigen Augenblicks zu stärken
Die Vaenen halten voller Erwartung Ausschau nach jedem noch so kleinen Aufleuchten der Empfindungsäußerung, welches die Verheißung eines weiteren Aufschwungs der geistigen Offenbarung des Menschen in sich trägt
Sie wissen, dass ein solches Bemühen ein Vielfaches wertvoller ist als alle Schätze der irdischen Welt, die durch eine noch so große Geschicklichkeit und verstandesmäßige Fertigkeit der Menschen geschaffen wurden
In den Fäden, die aus den goldenen Garnen der reinen Schöpferkraft des Geistes gewoben wurden, ruht die Verheißung der Befreiung für Tausende von Wesenhaften, die heute noch der derzeitigen Verdunkelung der Erde entsprechende Hüllen tragen müssen und die voll Freude in den Formen wunderschöner Geschöpfe dienen möchten, die dem Menschen bewusster nützlich sein können
In jedem Streben des Menschen nach der Offenbarung seiner inneren Teilnahme am gegenwärtigen Augenblick liegt die Verwandlung dieser Welt in eine vom Segen des Lichtes umfangene
Es ist also nicht nur eine Arbeit für sich selbst, die schon an und für sich für den Geist höchst segensreich ist, sondern es ist auch eine Arbeit für diese irdische Welt und deren Aufstieg zum Licht in allen Lebensformen
Es ist also ein viel weiteres Wirkungsfeld, das jeder Menschengeist auf dieser Erde mit seinen Fähigkeiten besitzt
Er muss sich dazu nur entschlossener aufraffen und es in jedem Augenblick des Tages ins Leben rufen, der ihm vom Schöpfer zum Erleben gegeben ist
Wer sich darum schon jetzt aus all seinen Kräften bemüht, der wird einst mit den Schätzen des Geistes beschenkt werden
Dies deshalb, weil er sein Talent in jeder Hinsicht richtig durch sein vollwertiges Schreiten durch dieses irdische Dasein nutzbringend anlegt
Alle Augenblicke sind für ihn ein Grund zur wahrhaft freudigen Äußerung edler Gesinnung gegenüber den Nächsten und der ganzen Welt
Das verbindet ihn schon jetzt mit der glückseligen geistigen Heimat in den lichten Höhen des Schöpfungswerkes, welche für ihn so zu einem mit jedem Tag näheren und deutlicher wahrnehmbaren Ziel wird
Also aufwärts und vorwärts zur Erreichung des Sieges, den jeder ganz für sich allein in sich erleben muss
Über jedem der ernsthaft strebenden Menschen breiten sich Hände aus, die auf die Möglichkeit des Webens goldener Fäden des Geistes warten, welche hoch in die Ebenen des Lichtes führen
Derjenige, der dies begriffen hat, hält in sich bereits alle nötige Entschlossenheit bereit, stets er selbst zu sein, ein edler und empfänglicher Diener, welcher mit freudiger Leichtigkeit allen Augenblicken entgegengeht, die auf ihn warten
Die von Empfindung erfüllte edle Gesinnung ist nun, in dieser Zeit der Wende auf Erden, unvergleichlich wertvoller als alles andere, was dem Verstand entstammt
Sie führt den Geist auch zur richtigen und wachen Abwehr gegen das hier noch verweilende Böse und die Finsternis
Der Verstand soll endlich unter die Empfindung des Geistes gestellt werden, damit er erst dann richtig für den wahren Aufbau auf dieser Erde diene
Einem Aufbau, der allen Geschöpfen Frieden und Freude bringen und zugleich jenes wahre Preisen des Schöpfers sein wird
Übersetzung aus dem Tschechsichen
Lidské Chtění v Požehnaném Tkaní Vláken Vaéneů a Alfarů
https://www.cesta-gralu.cz/lidske-chteni-v-pozehnanem-tkani-vlaken-vaeneu-a-alfaru/
Der Weg des Grals – Ergänzende Texte – 7. Februar 2022
