Auf dem Weg zur geistigen Heimat

Vor dem Menschengeist, in dessen Innerstem die reine Sehnsucht nach dem Licht lodert, eröffnet sich der Blick empor zu den Sphären, an deren höchstem erreichbaren Punkt ihm als Ziel seines Weges entgegenleuchtet – das Tor der Verheißung eines freudigen Eintritts in die Stadt der goldenen Straßen

Von dort weht das beständige Glück geistiger Erfüllung, das stets all jene anzieht, die reinen Herzens sind, sich aber noch auf ihren Wegen in der Ferne der stofflichen Welten befinden

In seiner reinen geistigen Wesensart schwingend, bleibt die blaue Insel mit allem, was über sie, umwoben von herrlichen Sagen, verkündet wird, jene Verheißung des ewigen Lebens, wo alle Geister gemeinsam in höchster Verbundenheit in einem tätigen Dankgebet an den Schöpfer verweilen

Die seligen Gärten reifer Menschengeister in der kristallklaren Welt des Paradieses sind in ihrem Wesen in allem anders als das, was dem Menschen die Stofflichkeiten bieten, die ihn auf dem Weg seiner Entwicklung umgeben

Leichtigkeit, Helligkeit, Jugendlichkeit – all das ist auf immer verheißen für die Ewigkeit und befindet sich dort hoch über dem hiesigen Universum in der Sphäre der Heimat des Menschengeistes

Der freudige Gesang derer, die bereits dort verweilen dürfen, dringt wie ein ferner Klang der Sphären auch bis zur Erde, um das menschliche Innere zu noch tieferer Sehnsucht erzittern zu lassen

Es klingt fern, getragen über die fast unüberwindlichen Welten, die das Irdische von der glücklichen Heimat trennen, wo Gottes Licht stets seinen Segen über alles ausgießt

Erhellt sich jedoch das Innere des Menschen bis zu jener Durchglühung und Leuchtkraft, die der Vollkommenheit des Menschengeistes gebührt, so werden die Ebenen des geistigen Wesens auch für ihn zu einem Ort, an dem er beständig die freudige Teilhabe am Schöpfungswerk erleben darf, das von allen Gaben der Gnadenfülle Gottes durchdrungen ist

Die Entfernung stellt kein Hindernis mehr dar, denn in Wirklichkeit war sie nie ein Hindernis

In der Schöpfung ist nicht die Entfernung entscheidend, sondern entweder die Verschiedenheit oder im Gegenteil die Gleichart

So fern und fast unerreichbar der Blick hinauf zur geistigen Heimat dem hier in der irdischen Welt weilenden Geist auch erscheinen mag, bedingt durch die Andersartigkeit einer Reinheit und Klarheit, wie sie heute auf Erden noch nicht herrscht, so ist doch das Tor zur geistigen Heimat, das den Eintritt vermittelt, für ihn beständig bereit, ihn aufzunehmen

Das Tor ist offen, und sobald er durch sein Lichtwerden selbst die lebendige und alles überwindende Kraft in sich trägt, um die dortigen Orte zu erreichen, darf er hindurchgehen und einer der verklärten Geister werden, die dorthin zurückgekehrt sind, von wo sie in der Zeit ihrer Unwissenheit dem Erleben entgegengezogen waren, um Reife und Weisheit zu gewinnen

Die Gesetze der Schöpfung bedingen die Gleichart der Reinheit, die den Geist dann mühelos in die Bereiche beständiger und freudiger Harmonie emporheben kann

Gerade die innere Reinheit und Harmonie, die aus der Übereinstimmung mit der tragenden Ausrichtung der Gesetze der Schöpfung, oder auch der göttlichen Gesetze, hervorgeht, ist ein selbsttätiger Vorgang, der den Aufstieg der Seele bis zu den Orten ermöglicht, an denen auch das letzte Stäubchen der seelischen und wesenhaften Hüllen abgelegt wird, und der hell leuchtende Geist darf danach in die verheißene wahre Heimat eintreten, in das Paradies, also an den Ort aller geistigen Bewohner des Schöpfungswerks, die zur Reife gelangt sind

So kann der Geist bereits hier auf Erden so licht werden, dass er, obwohl er mit dem Körper in den Stofflichkeiten verankert ist, das Tor zu den lichten Welten geistiger Art öffnet

Nach dem Ablegen des irdischen Körpers trägt ihn die Glut seines Geistes mit einer Geschwindigkeit empor, die einem Lichtblitz gleicht

Reinheit und voll entfaltete Innigkeit im Empfinden ermöglichen es, dass der Geist im Rahmen der Schöpfungsgesetze zu den Stufen vor den Toren des verheißenen Paradieses emporgehoben wird

Welche Einfachheit und Schlichtheit wirken in all dem, das bleibt den Augen der meisten Menschen verborgen, denn ein großer Teil unterliegt gedanklichen Vorstellungen vom Fegefeuer oder der Notwendigkeit der versprochenen Auferstehung des grobstofflichen Körpers, oder dem Bedürfnis, das eigene Bewusstsein in der Vielfalt des Universums aufzulösen, sowie weiteren Bildern, die von jenen geschaffen wurden, die sich in den Ebenen des Irrtums rund um diese Erde verstrickt haben

Auch sonst gut gemeinte Ratschläge über die Notwendigkeit der Vorbereitung auf alle Ebenen, die die Seele vielleicht durchlaufen muss, bevor sie vor den Toren des Paradieses stehen darf, helfen dem Aufstieg zu jenen Orten nicht im Geringsten, wenn nicht gleichzeitig im Inneren des Menschen jene siegreiche und allumfassende Sehnsucht nach dem Licht entflammt

Der Eintritt in die Sphären, die Gott nahe sind, ist dabei jedem gegeben, der sich innerlich bereits hier auf Erden ganz dem Tun des Guten für seine Nächsten im wahren Geist der Worte Christi hingibt

In dem innersten, reinsten Wunsch, ein tugendhaftes und freudig mitwirkendes Kind der Schöpfung zu werden, liegt der siegreiche Beginn des Weges zur Heimat des Geistes

Es erfordert nur Ausdauer und immer größere Gewissheit darin, mit der eigenen Empfindung zu erkennen, was reines Denken und Handeln ist, wo immer man sich befindet

Beharrlichkeit in dem, was wirklich mit der vollkommenen Harmonie des Schöpfungswerks im Einklang steht, selbst um den Preis des eigenen Zurücktretens und der Verleugnung eigener Wünsche, sofern deren Erfüllung einen ungesunden Druck auf den Nächsten oder auf irgendetwas ausüben würde, das sich ansonsten im harmonischen Fluss der Entwicklung befindet, das ist die Bedingung, deren Erfüllung den Menschengeist reif und in seiner Art vollkommen macht

Vielen Menschen erscheint dies hier auf der Erde jedoch als unmöglich, da sie viele sichtbare wie auch verborgene Wünsche haben, die sie sich erfüllen möchten und die sich dann als Hindernis in den direkten Weg des Aufstiegs zum Licht stellen

Dadurch geraten sie in einen Zustand des Kampfes, der oft als notwendig für die Reife beschrieben wird

Die Notwendigkeit dieses Kampfes wird jedoch gerade und ausschließlich durch diese Wünsche im Menschen selbst bedingt

In der gewohnten Fülle der Gedanken und Wünsche der Menschen erscheint dies jedoch vielen als ein schwieriger und mühevoller Kampf, ja, es scheint ihnen vielleicht sogar unmöglich – und zwar so sehr, dass sie ihr bereits teilweise erwachtes Streben zum Licht nach einiger Zeit wieder beiseitelegen und ihre ursprünglichen, erhebenden Regungen erneut mit einem Schleier der Alltäglichkeit und Hoffnungslosigkeit bedecken

Anstatt alle Kraft auf den schlichten Zugang zu jenem stärksten Strom zu richten, der den Menschengeist emporträgt zu dem, was mit dem Licht im Einklang steht, wird diese Kraft im gedanklichen Streben der Menschen zersplittert durch die Beschäftigung mit einer Vielzahl von Nebensächlichkeiten

Diese Vorgänge arbeiten jedoch für den Menschengeist selbsttätig, wenn der Mensch unter allen Umständen und mit der Kraft des guten Wollens seinen Geist auf den schlichten Wegen führt, die ihm die Hände der wesenhaften Diener bereiten

Alles, was der Geist braucht, ist das Erwachen zu einem kindlich schlichten Dasein, und zwar in den Regungen reinen Wollens in allem, was ihn umgibt, was auf ihn zukommt und was er auf seinem Weg noch überwinden muss

Wenn er in dieser Sache fest in der Gewissheit seiner inneren Zustimmung zum Guten steht, dann ist für ihn bereits alles so eingerichtet, dass er buchstäblich von den gewebten Fäden Schritt für Schritt immer weiter nach oben gezogen wird, denn sein Wollen bahnt ihm den Weg wie ein strahlender Schild

Aus der Einstimmung auf das Gute formt sich für ihn immer deutlicher eine Aussicht, die ihm im Erleben Anstöße zu höherer Veredelung und Erhellung bringt

Er ist von Hilfen umgeben, die ihm in jedem Augenblick eine Hand zum Ergreifen reichen, wenn er sich nur an ihr halten will

So schreitet er durch das Leben, und die von ihm erlebte irdische Gegenwart webt ihm bereits im Voraus Formen feinstofflicher Art, die zu durchwandern ihm gegeben sein wird, um dem Ziel in der geistigen Welt wieder näher zu kommen

Dabei braucht er sich nicht darauf zu konzentrieren, welche Teile der Nachschöpfung ihm für seinen Aufstieg offenstehen werden, denn sobald er in den jeweiligen Teil eintritt, ist alles für ihn so vorbereitet, dass er sich darin ganz natürlich fühlt

Wir können dies mit dem Augenblick des Selbständigwerdens bei der Geburt aus dem Mutterschoß vergleichen, wenn das geistige Innere und auch der seelische Teil die Hülle des irdischen Körpers als den natürlichsten Teil ihrer selbst wahrnehmen, der dann während des gesamten irdischen Lebens in so enger Verbindung dienen soll, dass viele Menschen gar nicht glauben wollen, dass sie noch andere Bestandteile ihres Selbst in sich hätten als eben nur den äußeren irdischen Körper mit seiner gesamten Beschaffenheit

Doch auch dieser irdische Körper wurde von den Händen der wesenhaften Diener, der Alphar, für den Geist und die Seele genau so vorbereitet und geformt, dass der Mensch ihn während seines gesamten irdischen Lebens ohne jeden Zweifel als ganz und gar sein Eigenes betrachtet

Dass es von Zeit zu Zeit Menschen gibt, die ihren irdischen Körper ablehnen, weil ihnen dessen Geschlecht oder vielleicht sogar das Aussehen nicht zusagt, ergibt sich aus den Umständen, unter denen die Seele noch vor der Geburt für sich selbst nicht geklärt hatte, ob sie sich eher in einer aktiven, stärker durchdringenden oder in einer zarteren, passiven Art des Wirkens wiederfindet

Die innere Unreife in der Entscheidung ist der Grund dafür, dass der Seele jener Körper bereitet wird, den die wesenhaften Hände zur Zeit der Anbindung an den Mutterschoß auf der Ebene des astralen Vorbildes zu weben beginnen

Wenn die Seele inzwischen zu der Entscheidung reift, dass sie in der irdischen Welt doch anders wirken möchte, und vielleicht sogar innere Gründe für dieses Wollen hat, so lässt sich dennoch das, was begonnen wurde, nicht mehr rückgängig machen, und für das gesamte irdische Leben wird der Seele der Körper gegeben, der gemäß den ursprünglichen Regungen ihres Wollens vorbereitet wurde

Glücklicherweise kommt es vor der Geburt nicht so oft zu dieser Zerrissenheit im seelischen Wollen

Und obwohl mit dem zunehmenden Zustrom von Menschengeistern, die sich zur Zeit des Gottesgerichts auf der Erde inkarnieren, auch dieses Geschehen natürlich häufiger wird, betrachtet die Mehrheit der Menschen ihren irdischen Körper während ihres gesamten Lebens hier als willkommenen Besitz

Aber kehren wir zurück zum Weg des Geistes hinauf zur Heimat in den Gärten des ewigen Glücks im Paradies

Bei jedem Übergang auf eine höhere Ebene, der gerade beim beständigen Wollen des Guten geschieht, ist alles für den Übergang von einer Ebene zur nächsten so selbstverständlich vorbereitet, wie es bei der irdischen Inkarnation eines Kindes der Fall ist

Natürlich wird die Seele bei der Verfeinerung und Erhellung ihrer Hüllen nicht immer auf dieselbe Weise wiedergeboren wie auf der Erde

Doch dieser Vorgang wird immer würdevoller, in jeder Hinsicht immer heiliger und zugleich auch am natürlichsten, sodass auf einem solchen Weg für den so Geführten nicht einmal für einen Augenblick Zweifel an der Liebe und Weisheit aufkommen, die all dies vorbereitet und im Voraus gestaltet

Man kann sagen, dass diese Vorgänge Teil einer vollbewussten Teilhabe sind und jeder Aufstieg um eine Stufe als feierlicher Augenblick erlebt wird, in dem alles, was von den wesenhaften Dienern vorbereitet wurde, in einem höchst natürlichen, selbsttätigen Geschehen abläuft, das stets den Übergang zu einer höheren Veredelung und Erhellung der Formen hin zu einer immer höheren, strahlenden Vollkommenheit in sich trägt

Diese höhere Vollkommenheit der Formen und Gestalten hängt damit zusammen, wie die seelischen Hüllen durch die Flamme des Geistes erhellt werden, die in immer stärkeren Schwingungen freudiger Teilhabe am gemeinsamen Erleben der Harmonie des Schöpfungswerks wie ein innerer, glühender Schein wirkt, der die feinen Hüllen nach außen hin durchdringt und sich in seinem Ausdruck immer mehr und mehr offenbart

Und all dies wird mit Dankbarkeit empfunden und angenommen als ein Strom von Gaben an den Menschengeist auf seinem Weg zur Heimat

Nicht einen Augenblick lang hat in seinem Erleben das Forschen Raum, warum dies geschieht und wie es geschieht, denn die Kraft des Erlebens der Freude des Augenblicks verdrängt völlig das, was sich in Wirklichkeit nur in der Verstandeswelt des irdischen Körpers abspielt

Da hier auf Erden der gegenwärtige Augenblick vom Geist nicht so stark in seiner ganzen Fülle erlebt wird, wie es ihm eigentlich zustehen sollte, erhält der Verstand mehr Raum, der sofort versucht, Einzelheiten zu ergründen, die der Geist nicht benötigt, da er sie dankbar als natürlichen Bestandteil seines Erlebens annimmt

Alles, was ihn vom ersten bis zum letzten umgibt, nimmt der Geist ganz natürlich so an, wie es ist

Er braucht darin nicht zu forschen und die Bestandteile der Geschehnisse zu entschlüsseln, denn für ihn sind die Dinge in seiner schlichten Wahrnehmung ein Geschenk als Ganzes, nicht als Einzelteile, die er immer wieder zerlegen und zusammensetzen muss

Bei diesem Zerlegen und Zusammensetzen droht dem Verstand gerade die Gefahr, dass er einen Fehler begeht, sich eine falsche Sichtweise bildet und diese ihn schließlich daran hindert, weiter aufwärts zu schreiten

Dabei hat der Wille Gottes vom Menschengeist niemals verlangt, dass er unbedingt die Einzelheiten der materiellen Welt erforschen müsse, die ihm in ihrer Gesamtheit als Stütze für den Weg nach oben dienen sollte

Nur aus dem Ganzen, das von wesenhaften Dienern, die dazu bewusst über der Stofflichkeit in Walhall geboren wurden, weise in vollkommener Harmonie verwaltet wird, kann dem Geist im Erleben freudige Unterstützung und Stärkung zufließen

Der Geist braucht dabei nicht in die Komplexität der Materie einzudringen, denn er kann sie als Geschenk auf seinem Weg zur Reife annehmen

Heute gehört jedoch das notwendige Eindringen in die Tiefe und in die Einzelheiten zum Wissen über das Schöpfungswerk, aber nur deshalb, weil dies zuvor bereits der irdische Verstand getan hat, der jedoch in seiner Unwissenheit das Ganze der Materie zerlegt hat, es aber nicht wieder zu der Ganzheit zusammensetzen kann, wie es zuvor war

Der Verstand will dem immer etwas von sich selbst hinzufügen, um mit seiner Geschicklichkeit zu glänzen, auf die er stolz ist und mit der er gerade glaubt, alles zu verstehen

Dass er sich dadurch nur noch mehr im Sumpf schwimmender Bruchstücke des Wissens verstrickt, die er zuvor aus dem Ganzen des wesenhaften Webens herausgerissen, zersplittert und zerlegt hat, in dem Bestreben, die Elementarteilchen aufzuspüren, und in dem törichten Wollen, anhand dieser Erkenntnis den Ursprung der Welt zu erklären – das sieht er selbst nicht mehr, denn in dieser Haltung hat er das Sprichwort erfüllt, das besagt, dass der Mensch vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht

Damit dem hier auf Erden in die Irre gegangenen Geist im Menschen eine helfende Hand gereicht werden kann, muss nun der Weg auf der Ebene des Verstandes freigemacht und wieder richtig aufgebaut werden, als die für viele Menschen notwendige Ausgangslinie für den Aufstieg

Für den Aufstieg des Geistes benötigt der Mensch heute zumindest eine grundlegende Stütze, damit er sich Schritt für Schritt wieder dazu emporschwingen kann, das Schöpfungswerk als Ganzes wahrzunehmen, als den Ort seines Seins

In Wirklichkeit hätte es jedoch nie so sein müssen und sollte es auch nicht sein

Der Geist auf Erden, im irdischen Körper, hätte sich stets an die Zusammenarbeit mit dem wesenhaften Wirken der hiesigen Diener halten sollen, und schon durch das schlichte Erheben des Blicks nach oben hätte er den Ausblick auf den Weg erhalten sollen, der natürlich und klar zur geistigen Heimat führt

Im Gegenteil, er würde bereits hier in der stofflichen Welt um sich herum das große feinstoffliche und wesenhafte Geschehen erkennen, und das würde ihm ein vielfach größeres Ahnen der Zusammenhänge seines Weges vermitteln, als es ihm selbst das größte Wissen über die kleinsten Dinge in der stofflichen Welt bieten kann

Würde er so vorgehen, gäbe es um ihn herum nicht so viele Gefahren, die er sich durch sein falsches Forschen in der Materie selbst geschaffen hat, und er könnte sich schlicht und einfach mit dem verbinden, was für ihn am wichtigsten ist, nämlich so durch alles hindurchzugehen, dass er von den wesenhaften Dienern die unmittelbaren Hilfen empfängt, die um ihn sind

Er könnte schlicht und freudig in einer märchenhaften Welt leben, in der weder Verwirrung noch Unübersichtlichkeit herrschen, sondern in der alles im reinen und klaren Unterscheiden von Richtig und Falsch unter dem direkten Wirken der Schöpfungsgesetze schwingt

In dieser schlichten Ausrichtung könnte der Geist im irdischen Körper mit großer Geschwindigkeit wahre Reife erlangen, denn seine Erkenntnis des richtigen Weges zum Licht würde ihn zu immer größerer Entschlossenheit führen, mit diesem Richtigen jubelnd im Einklang zu sein und sich in jedem Augenblick ganz mit ihm zu verbinden

Dadurch würde er sich rasch von allen rückwirkenden Fäden befreien, die aus der anfänglichen Unreife entstanden waren, als er vielleicht noch nicht ganz sicher erkannte, wo überall seine Wünsche Erschwernisse oder gar Hindernisse für die ganzheitliche Harmonie verursachten

Er würde schnell und frei schreiten, im vollen Gebrauch seines freien Willens, denn er würde dieses Kleinod zu schätzen wissen und in besonnener Reife stets nur solche Wege wählen, die höchst rein sind und mit dem Ganzen des Schöpfungswerks im Einklang stehen

Er würde sich nicht von jenen Wünschen quälen lassen, die aus Unreife und ungesunden Sehnsüchten entstehen, denn seine Empfindung würde ihm voll und ganz als sicheres Ruder dienen, das das Schiff seines Geistes lenkt

Heute jedoch ist alles so verworren und erschwert, dass vielen sogar ernsthaft die Gefahr droht, ihren Geist nicht mehr aus dem Durcheinander und der Unübersichtlichkeit zu befreien, in die er nach und nach versunken ist

Deshalb ist es auch notwendig, den Weg nach oben zum Licht aufzuzeigen, und zwar in der Weise, dass in einer noch konsequenteren Darstellung alles gezeigt wird, was sich um den Menschen herum abspielt, damit er es auch mit seiner geschärften Verstandeswahrnehmung richtig verstehen kann

Heutzutage reicht es nicht mehr aus, dem Menschen zu sagen, dass der Weg zur geistigen Heimat schlicht und klar ist und dass er ihn mit Leichtigkeit hinaufgehen kann

Das liegt daran, dass er in Einzelheiten verstrickt ist, die erst der Verstand in seiner Erkenntnis der Stofflichkeit als Wirklichkeit annimmt, und diese Schlichtheit nicht mehr erkennt, selbst wenn sie überall um ihn herum vorhanden wäre

Selbst wenn er unmittelbar von all dem märchenhaften Geschehen umgeben wäre, das ihn dazu anregen würde, nur Schritte in die richtige Richtung zu unternehmen, in reinem Streben nach dem Licht, und er erneut durch die Stimmen der lichten Helfer darin bestärkt würde, dass alles andere sich von selbst ereignen wird, da die wesenhaften Diener dies liebevoll für ihn regeln werden, so wäre er dennoch, verunsichert durch seine eigenen Gedanken, nicht in der Lage, darauf zu vertrauen, und würde immer wieder um die Gewissheit und Bestätigung bitten, dass er darauf vertrauen kann, dass er tatsächlich auf dem richtigen Weg ist

Seine eigene Denkweise lähmt ihn in seinem frischen Voranschreiten, denn auch wenn er von Zeit zu Zeit fühlt, dass ihm alles klar ist und er diese schlichte Ausrichtung des Schöpfungswerks erfasst, glaubt er schon am nächsten Tag oder sogar schon nach einer Stunde nicht mehr daran und zerbricht sich den Kopf darüber, wie er so etwas wahrnehmen konnte, wo doch in Wirklichkeit alles kompliziert ist und ihn zwingt, einen großen Kampf mit all den Gefahren zu führen, die er in seinen Gedanken um sich herum sieht

Und deshalb ist die Gralsbotschaft, die der Menschensohn überbracht hat, in der Beschreibung der einzelnen Geschehnisse viel umfassender als das Wort, das der Sohn Gottes den Menschen früherer Zeiten darreichte

Und heute ist es für den heutigen irdischen Menschen noch schwieriger und verworren, da er sich gedanklich in Einzelheiten vertieft, die jeden Tag aufs Neue auf ihn einströmen

Der Weg des Grals bietet durch das gnadenvolle Schöpfen von Wissen aus den Höhen des Grals eine noch feinere Beschreibung des Geflechts der Geschehnisse, das den Menschen umgibt, als natürliche Äußerungen der Fäden und der Formen, die aus diesen Fäden von den Händen der Alphar und aller übrigen Helfer gestaltet werden, die den Weg seiner Wanderung durch die Nachschöpfung bilden

Dies geschieht jedoch nicht so, wie es das Forschen des Verstandes tut, um vom hohen Ziel abzulenken, das die geistige Heimat im Licht ist, sondern damit sich im Leser durch das schrittweise Eindringen in die Größe des Schöpfungswerks wieder ein volles Vertrauen entfaltet, das aus der Gewissheit schöpft, dass bei reinem, beständigem Wollen für jeden durch selbsttätige Vorgänge stets so gesorgt ist, dass er nirgendwo anders hinstreben kann als aufwärts zum Paradies

Wenn er voranschreitet, um die Beschreibungen zu einem Gesamtbild zu vereinen, wird in ihm immer mehr das Bewusstsein der vollkommenen Herrlichkeit der selbsttätigen Vorgänge lebendig werden, die für ihn und seinen Weg nach oben wirken, sofern er sorgfältig auf die Reinheit seines Wollens achtet

Bleibt er nicht von selbst stehen, durch eigenes Lauwerden oder gerade durch das Haften an Einzelheiten, so kann es ihm niemals widerfahren, dass er verlassen würde und ihm durch das Wirken der wesenhaften Diener nicht der Weg als die geradeste Verbindung zum Paradies geebnet würde

Die Erkenntnis dieser selbsttätigen Erfüllung der Schöpfungsgesetze, ganz gleich, an welcher Stelle in der Nachschöpfung sich der Geist gerade befindet, und zwar genau entsprechend seiner Reife und Leuchtkraft, bringt die Kraft mit sich, die für einen mutigen Schritt nach vorn notwendig ist

Es ist eine erquickende Stärkung für all jene, die sich ernsthaft damit befassen wollen, damit in ihnen nach und nach ein Gesamtbild vom Schöpfungswerk entstehen kann, in der Erkenntnis, welche Schlichtheit und vollkommene Ganzheit in all dem tatsächlich herrscht, die jedem unmittelbar Halt gibt, der sich nach dem Licht sehnt und dieses Verlangen in seinem Wollen freudig und rein in alle Augenblicke seines Lebens einwebt

Wer nach dem Reinen strebt, braucht nicht zu befürchten, dass er durch die Gesetze der Schöpfung in irgendetwas, auch nur im Geringsten, verkürzt würde oder dass er vielleicht vergessen würde

Alles, was er durch sein Wollen in die Fäden einfließen lässt, wird ihm mit Sicherheit zur rechten Zeit in den Weg kommen, damit er es zur Hand hat, wenn er es braucht

Wenn er bedingungslos nur Gutes einfließen lässt, dann wird ihm ein solcher Weg geformt, auf dem er emporgetragen wird, wie auf den Flügeln der stärksten Windsylphen

Immer höher steigend wird er der Heimat entgegengetragen

Sein Wissen über die wesenhaften Diener, das er als Stütze erlangt hat, wird es ihm ermöglichen, das Vertrauen in sich zu bewahren, wie es ursprünglich in seinem ungeteilten Vertrauen zu Gottvater selbst enthalten sein sollte, als Jesus zu den Zuhörern sagte, sie sollten sich nicht allzu sehr um selbstverständliche Einzelheiten kümmern, die ihnen ohnehin von sich aus nicht helfen, sondern durch die ihnen gewidmete Aufmerksamkeit nur die reine Kraft ihres Geistes vom rechten Verfolgen des Weges zum Licht abziehen

Deshalb legte er allen Nachdruck auf das ganze Bemühen des Menschen, allumfassend rein zu werden, beständig in all seinem Denken und Handeln, und dabei nicht in Einzelheiten hängen zu bleiben, sondern mit kindlichem Vertrauen beständig zum Licht emporzuschreiten

Der Sohn Gottes beschrieb, dass Wünsche, die mit reinem Vertrauen zu Seinem Vater ausgesprochen werden, auch immer mit Sicherheit zu den Dienern gelangen, die die Dinge so fügen, dass sich niemand um deren Erfüllung sorgen muss

Damit beschrieb er in einfachen Worten die Arbeit der wesenhaften Diener, die treu im Rahmen der Schöpfungsgesetze wirken

„Dein Glaube hat dich geheilt“, sagte er wörtlich zu jenen, die wieder gehen, sehen und ein vollwertiges irdisches Leben führen konnten

Das galt auch im Fall der Rückführung eines verstorbenen Mädchens in die irdische Welt, als er dem Mann, der inständig um Hilfe bat, sagte, dass dessen Vertrauen den Weg zur Erfüllung der Hilfe gebildet habe

Innere Reinheit und Vertrauen sind also jener Grund, aus dem sich Wunder erfüllen

Der Geist muss in sich nur die innere Kraft zum Leben erwecken, die aus dem Vertrauen in Gottes Allweisheit entspringt, welche die Welten lenkt

Wenn der Geist in dieser Einstimmung Bilder empfängt, die ihm zur Erweiterung und Verfeinerung seiner Erkenntnis gereicht werden, damit in ihm das Vertrauen in Gottes Schöpfungswerk weiter wachsen kann, dann kann auch er allmählich in den Zustand zurückkehren, in dem er überall um sich herum ein einziges großes Weben helfender Kräfte erblickt, die ihn emporführen, sofern er ihnen nicht selbst aus sich heraus Hindernisse bereitet

Schließlich wird er doch um sich herum die Märchenhaftigkeit der Welten erkennen, die ihn entsprechend der Läuterung seines Inneren hinauf zur geistigen Heimat tragen werden

Dann wird er keine Fragen mehr haben, denn sein Geist wird all dies ganz und gar in Freude und Dankbarkeit annehmen, dafür, dass er all dies als Geschenk des Schöpfers zur Feier seines Eintritts in die goldenen Straßen der Stadt in der geistigen Heimat empfangen darf

Möge der Leser also in sich das Bewusstsein aufnehmen, dass er den Weg hinauf zu den geistigen Welten nicht mühsam erlernen muss, denn er ist für ihn von Anfang an vorbereitet und wartet nur auf seine Entscheidung, seinen ganzen geistigen Willen auf die Seite des Guten und des Lichts zu stellen

Das ist der Hebel, der darüber entscheidet, ob er bereits hier auf Erden eine so starke, gleichartige Verbindung zum Paradies in sich trägt, dass er, nachdem er seinen irdischen Körper abgelegt hat, sofort vor dessen Tor stehen kann

Dies soll jedoch keine vereinzelte Regung im Inneren des Menschen bleiben

Um von der wahren Kraft der Überzeugung erfüllt zu werden, muss er immer wieder, mit jeder Regung seines Inneren und auch im äußeren Handeln, seine geistige Reife bekräftigen, mit der er an alles herangeht, was ihm durch das Weben der wesenhaften Diener zum Erleben gebracht wird

Dadurch befreit er seinen Geist von allen nebensächlichen Anhängseln, die in seinem früheren falschen Verständnis des Schöpfungswerks an ihm hafteten, und ermöglicht es, dass für ihn das hohe geistige Ziel – das vertrauensvolle Streben nach Gott – zum Wichtigsten wird, dem er all seine Kräfte widmet

Durch sein Handeln und seine ganze Haltung zum Leben kann er sich schon hier auf Erden dem Paradies so sehr annähern, dass er dessen Herrlichkeit und Glückseligkeit über all dem Durcheinander der ihn umgebenden Menschenwelt wahrnehmen wird

Mögen es möglichst viele solcher Menschen geben, denn sie sind notwendig für den Eintritt der Erde in eine neue Zeit


Übersetzung aus dem Tschechischen

Na Cestě k Duchovnímu Domovu

https://www.cesta-gralu.cz/na-ceste-k-duchovnimu-domovu/

Der Weg des Grals – Ergänzende Texte – 21. Februar 2022

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