Derjenige, der kommt

Seit den Zeiten der alten Menschengeschlechter auf der Erde wird der Punkt der großen Wende im Weltenlauf erwartet, eine Veränderung im hiesigen Weltall, eine Veränderung im Leben hier auf der Erde

In der Ahnung von etwas Besonderem, Bevorstehendem verspüren viele feinfühligere Menschen Unruhe, Bedrängnis und Sorge, zugleich aber auch ein Aufsteigen der Hoffnung, ein freies Aufatmen, denn in dieser bevorstehenden Wende liegt für sie die Verheißung einer Verstärkung des reinen Lichtes, nach dem ihr Geist seit Jahrtausenden seiner irdischen und jenseitigen Wanderung dürstet

Vielerorts warten die Menschen nach der langen, lähmenden Nacht des geistigen Schlafes auf die Morgendämmerung

Und dieser Augenblick ist da

Der Ruf des Grals hat diese Erde erreicht und wirkt längst unter den Menschen wie das Sieb der heiligen Erfüllung, das Parzival in Seinen Händen hält, wie ein Sieb, das unbestechlich das Korn vom Staub, von der Spreu und vom Unkraut trennt

Die Nähe des Lichtes, die Nähe des Kommenden, ruft bei vielen, die bisher tief geschlafen haben und sich noch gegen das Erwachen sträuben, eine unbewusste Reizbarkeit hervor

Aber sie werden bald aus dem dumpfen Strom des sich seit Jahrtausenden wiederholenden Lebens herausgerissen werden

Wer mehr sieht, als das irdische Auge zu sehen vermag, der kann erkennen, wie durch die schweren Wolken der geistigen Betäubung, die alles Geistige im Menschen vergessen ließ, ein Strahl nach dem anderen hindurchbricht, um siegreich durch die Finsternis zu dringen und das Innere eines jeden Menschen zu erleuchten

Parzival, der vom Licht geweihte König des Grals, dem Gottvater das heilige Amt anvertraut hat, alles Leben im Schöpfungswerk zu erhalten, kommt

Er ist dieser Welt so nahe, dass mancher schon hier und da auf Erden den Posaunenklang der hohen Engel vernimmt, die Ihn begleiten

Die Sonne kündigt den kommenden Herrscher und Verwalter der Schöpfung durch ihren Glanz am Himmel von Tag zu Tag mehr an

Der Glanz Seiner Gestalt blendet, der Glanz Seiner Krone zwingt zum Niederknien, das Schwert in Seiner Hand richtet augenblicklich alles, was es berührt

Sein anderer Arm hebt die heilige Waage, durch die das Licht zu allen Geschöpfen strömt, um in ihrer Reinheit jene zu finden, die in ihrem Sein weiterbestehen dürfen, und jene zu scheiden, die im unreinen Gewand verbleiben und nicht bestehen werden

Wer in dem strömenden Licht, das aus der Waage in Parzivals Hand fließt, als zu weit entfernt von dem Strahlen des menschlich-geistigen Guten und Reinen befunden wird, den trifft Sein Schwert, in dem unbestechliche Strenge in Verbindung mit der Urgerechtigkeit Gottes des Vaters wirkt

Dem Richter, der in den Wolken steht, folgen die Scharen der Lichtwesen, die ihre Gewänder gereinigt haben und in ihren Händen Lichter der Fürbitte für viele tragen, denn diese Lichtwesen sind es, die auf ihren Wegen denen begegnen durften, die jetzt noch in ihren Erdenkörpern sind

Ihre Fürbitte wirkt als Hilfe und Rettung, aber nur bei denen, die in sich den Ruf vernommen haben, der sie durch das Gewissen eindringlich aufrüttelt, sich zum Besseren zu ändern

Viele Menschen auf Erden haben sich mit ihren Nächsten überworfen, viele tragen in sich die Spuren übler Taten und die Narben des Schmerzes, den sie anderen zugefügt haben

Wer in der Zukunft bestehen will, muss seinen ganzen Willen auf ein gutes, reines Dasein richten

Dabei darf er nicht auf jene schauen, die neben ihm stehen, denn ihr Weg ist nicht sein Weg, und die scheinbare irdische Gleichheit spielt im Gericht der geistigen Art keine Rolle

Jeder muss darauf achten, welche Mängel auf seinem eigenen Wege liegen

Das richtende Schwert zielt unmittelbar auf die Schicksalsfäden des Einzelnen, es ist eine heilende Berührung oder ein Schlag, je nach dem Ergebnis der Waage in Parzivals Hand

Parzival, verbunden mit der Kraft Imanuels, des Heiligen Geistes, wirkt mächtig in die Fäden alles Geschehens hinein

Ein Strahl, der von Ihm ausgeht, fliegt auf die Menschheit zu, um die Wünsche und Taten, die sich seit Beginn des Weges eines jeden Menschen angesammelt haben, auf das Ergebnis hin auszurichten, das sich nun im Gericht erfüllen soll

Derjenige, der vor Jahrtausenden angekündigt wurde, Derjenige, der durch Seine Gnade den Menschengeistern so viel zu ihrer Befreiung geschenkt hat, Derjenige, der eine Zeitlang so fern schien … kommt

In blendendem Lichtstrahl steht Er dicht über der Materie dieser Welt und erfüllt alle Verheißungen Seines Kommens

Helle Ströme der Kraft wallen um Ihn wie mächtige Meereswogen, und hinter Ihm wirken alle, die berufen sind, an der Reinigung dieses stofflichen Weltalls mitzuwirken

Wer unter den Menschen noch zögert und auf den Höhepunkt des Geschehens in den Erscheinungen des Irdischen wartet, der nähert sich nur dem Ende der gnädigen Frist, sich zu bessern und sein reines geistiges Inneres über jene Grenze zu erheben, unter der alles Niedrige unter den Schlägen des sich erfüllenden Geschehens unwiederbringlich in die Tiefen der Leblosigkeit sinken muss

Unerwartet wird das Erwachen vieler sein, die glauben, ihre Anschauungen vom Lauf der Welt seien noch gültig und unerschütterlich wie ein in Jahrtausenden bewährtes Bollwerk auf Erden, doch werden sie erkennen müssen, dass diese Anschauungen vor Dem nicht bestehen können, Der über ihnen steht, vor Dem, Der durch den heiligen Ruf Gottvaters der Gralskönig ist

Er, Der die Schicksalsfäden alles Bestehenden in der Hand hält, um sie in Erfüllung höchster göttlicher Gerechtigkeit zu ordnen und zu scheiden, ist mächtiger als alle menschlichen Bemühungen, sich der Erfüllung des heiligen Willens zu widersetzen

Parzival, geboren im Anfang durch den Willen Seines Vaters, des heiligen Gottes, ist nun zur Erde gekommen und bringt in Seiner Ausstrahlung als erhabener Held und Gralskönig, begleitet von den Scharen der Lichtritter, die große Wende im Geschehen dieses Weltalls

In der kommenden Zeit wird der Strahl Seines Lichtes zu jedem Menschen kommen, um in sein Inneres einzudringen und alles, was sich in diesem Inneren angesammelt hat, bis auf den letzten Heller zum Ausgleich zu bringen

Wie ein Mensch befunden wird, so werden sich augenblicklich neue Fäden seines Weges bilden

Selig sind, die diese Zeit als Möglichkeit ihres großen Erwachens zum wahren, reinen Menschentum erkennen

Für sie ist der Kommende – Parzival – der heilige Bringer des Balsams, der die Wunden der Leidenden heilt, der Befreier der Seelen aus den Fesseln der Erstarrung, der Bringer der Morgenröte eines neuen Geistestages im großen Kreislauf der Zeiten

Möge das Licht nun zu allen Menschen auf der Erde dringen, denn Er, von Dem angekündigt wurde, dass Er eines Tages kommen wird, um den großen Kreislauf der geistigen Entwicklung zu vollenden, kommt


Der Weg des Grals – Ergänzende Texte – 24. September 2019

Übersetzung aus dem Tschechischen

Ten, který přichází …

https://www.cesta-gralu.cz/ten-ktery-prichazi/

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