Geistig und Wesenhaft: Zwei Wege der Schöpfung

Der Geist ist wie ein Künstler, der vor einer leeren Leinwand steht. Er hat die Freiheit, seine eigenen Farben zu wählen und sein Bild nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Er trägt die Verantwortung für sein Werk und muss lernen, seine Fähigkeiten zu nutzen, um etwas Schönes und Wertvolles zu schaffen.
Das Wesenhafte ist wie ein Musiker in einem Orchester. Er spielt sein Instrument nach den Vorgaben des Komponisten und fügt sich harmonisch in das Gesamtwerk ein. Seine Aufgabe ist klar definiert, und er erfüllt sie mit Präzision und Hingabe.

Der Geist ist frei und kreativ, während das Wesenhafte treu und zuverlässig ist. Beide sind jedoch gleichermaßen wichtig für die Schöpfung. Der Künstler braucht die Inspiration und den freien Willen, um sein Bild zu malen, während das Orchester auf die einzelnen Musiker angewiesen ist, um die Komposition zum Leben zu erwecken.
Der Mensch in der Nachschöpfung trägt einen geistigen Kern in sich, der sich erst entwickeln muss. Auf diesem Weg lernt er, seinen freien Willen in Einklang mit dem Willen Gottes zu bringen, der die gesamte Schöpfung trägt und erhält.