
Der lichtgesegnete Weg
Gralsweg – Ergänzende Texte – 9. Dezember 2024

Immer mehr Menschen fragen sich, wie sie ihr Leben führen sollen, um dem heiligen Ruf Gottes an den menschlichen Geist, wie er in der Gralsbotschaft enthalten ist, gerecht zu werden
Einerseits spüren sie die tiefe Bedeutung der Worte der einzelnen Texte aus dem Werk „Im Lichte der Wahrheit“, die mit großer Dringlichkeit zum höchsten geistigen Einsatz zur Rettung ihrer selbst und ihrer Mitmenschen aufrufen
Doch zugleich lastet auf ihnen der gewaltige Druck dieser Zeit, die den Großteil ihrer Aufmerksamkeit fordert, wenn sie bestehen und in den Anforderungen des Alltags, in ihren Pflichten gegenüber den Nächsten in Familie und Freundeskreis sowie in der Sorge um ihren Lebensunterhalt nicht versagen wollen
Auch gegenüber der staatlichen Verwaltung und den Behörden müssen sie höchste Aufmerksamkeit bewahren, wo durch rein verstandesmäßige Vorgänge ständig neue Vorschriften entwickelt werden, die dann ungeachtet der Vielfalt und der menschlichen Natur eingefordert werden
Die heutige Gesellschaft ahndet jedes Zögern und Schwanken hart, vor allem bei denjenigen, die am verletzlichsten sind
Der gesellschaftliche Druck und die Angst vor der Zukunft lähmen viele Menschen und führen oft zu einer völligen Starrheit des Denkens und Handelns
Man kann sagen, dass das heutige Leben mit seinen Gefahren, die versteckt und sichtbar um den Menschen lauern, alle Bedingungen weit überschritten hat, die für eine geistige Reifung im Irdischen noch als geeignet angesehen werden können
Fast täglich wird die Wachsamkeit der im irdischen Körper lebenden Menschen durch allerlei Tricks der verstandesmäßig geschulten Materialisten auf die Probe gestellt
Dadurch wird so manches Leben eines geistigen Menschen völlig gefesselt und schließlich von der ursprünglichen Sendung, für die er vielleicht auf die Erde geboren wurde, abgebracht
Solche Menschen, die vielleicht zu einer höheren Aufgabe geboren sind, vermögen dann ihre Fähigkeiten nicht voll zu entfalten, weil ein großer Teil ihrer Kräfte von zwingenden Forderungen und Pflichten in Anspruch genommen wird, die mit dem geistigen Aufstieg des Menschen nichts zu tun haben, weil sie nur für die irdische Welt verstandesmäßig handelnder Materialisten geschaffen wurden
Dadurch geht viel Segen verloren, der dieser Erde zuteilwerden könnte, wenn viele menschliche Geister, die reine geistige Hilfe bringen sollen, nicht störend von der feinen Webarbeit heller Strahlenfäden abgelenkt würden, die für die Erfrischung der irdischen Welt lebensnotwendig sind
Das gilt besonders für einen Teil der irdischen Weiblichkeit, die sich von ihrer Hauptaufgabe, Hilfe feiner Art als Verbindungsglied zu den hohen idealen Ebenen der Nachschöpfung zu bringen, bereits völlig entfernt hat
Aber all dies ist durchsetzt mit tausend kleinlichen Bräuchen des gesellschaftlichen Lebens, die im Laufe der Jahrhunderte von eitlen Menschen erfunden wurden, um zu beweisen, dass sie es besser wissen
So entstand die Mode, so entstanden die verschiedenen Lebensstile, so entstand der Körperkult, so entstand der Drang nach Gleichheit mit den Männern in Tätigkeiten, die ursprünglich nie auf Erden hätten sein sollen, und so vieles mehr, was den Menschen von der Kindheit bis zum Ende seines irdischen Lebens einengt
Unter dem Druck der heutigen Einstellung der menschlichen Gesellschaft zur Rolle der Frau geht die innere Verbindung verloren
Es fehlen die so notwendigen Fäden reiner, helfender Ströme, die in der feineren Welt allen Lichtstrebenden Halt und Ausgangspunkt vermitteln
Deshalb herrscht heute unter den Menschen so viel Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung in der Gedanken- und Empfindungswelt, die man heute im modernen Sprachgebrauch als psychische Ebene zusammenfasst
Hinzu kommt das immer stärker hervortretende Wirken der Kräfte wesenhafter Diener, die dem Willen Gottes folgen, indem sie alle Fäden, die sich im Gesetz der Rückwirkung beschleunigt zurückbewegen, erfüllen
Es erscheint, als ob die Anforderungen aus vielen Richtungen gleichzeitig auf den Erdenmenschen einstürmen
Aber noch schlimmer ist die Welt der Gedankenformen, die die irdische Menschheit heute umgibt
Unüberschaubare Scharen der verschiedenartigsten Formen und Gestalten, von denen die gefährlichsten für den Menschen Furien und Harpyien sind, lauern auf seine kleinste Schwäche, um sich sofort gnadenlos auf sein Inneres zu stürzen, durch Angst, Zweifel und Hoffnungslosigkeit angesichts der weiteren Perspektive des irdischen Lebens
Ein solcher Zustand lastet fast ohne Ausnahme auf jedem Menschen zu einem gewissen Grad
Wirklich nur wenige können sagen, dass sie ihren Weg im Leben langfristig ruhig und ohne Schwankungen gehen, so dass sie mit Sicherheit von einem dauerhaften Aufstieg sprechen können, ohne dass äußere Umstände sie gleichzeitig beunruhigen
Der ursprüngliche Aufstieg, der den wichtigsten Bestandteil des Sinnes des Erdenlebens darstellen sollte, sowohl innerer geistiger als auch gesellschaftlicher und materieller Art, hat sich bereits vor Jahrtausenden in einen verzweifelten Kampf um die Bewahrung der eigenen Würde und Ehre gewandelt, soweit dies noch jemand für wichtig hält
Die Ehrlichkeit, die reine Anmut der Weiblichkeit, die unerschrockene Ritterlichkeit der Männer, all das ist längst etwas geworden, das denen, die sich danach sehnen, aus den Händen gleitet
Dennoch weist die Erkenntnis der Wahrheit den Weg zu diesen Werten, den jeder Mensch beschreiten kann
Der Weg führt durch das Finden innerer Ruhe, die dem menschlichen Geist aus der Erkenntnis wahrer, fester Stützen entspringt
Zu diesen Gewissheiten gehört die Erkenntnis, dass das menschliche Leben einen geistigen Ursprung hat und dass der hohe Sinn und das Ziel des menschlichen Daseins in der seligen Rückkehr in die geistige Heimat liegen, die hoch über allem Stofflichen steht
Dieses Bewusstsein gibt jedem innerlich offenen Menschen sofort Gewissheit, dass er eines Tages die geistige Heimat erreichen wird, wenn er sein Streben nach der Nähe zu Gott beständig aufrechterhält und alles in seinem Leben darauf ausrichtet
Die Gewissheit, das Paradies zu erreichen, liegt im anhaltend kindlich reinen Bemühen, sich Gott zu nähern
Nur die Geschwindigkeit, mit der der menschliche Geist seine Heimat im Licht findet, ist unterschiedlich
So finden wir immer eine gewisse Anzahl innerlich lebendiger Menschen, die das innere Bild vor Augen haben, dass eine geistige Heimat so schnell wie möglich erreicht werden muss, um sich ein für allemal aus der Gefahr aller Versuchungen zu befreien, von denen sie befürchten, dass sie eine ständige Bedrohung für sie darstellen und zu ihrem Absturz in die Verdammung führen
Gerade in solchen Menschen entsteht oft ein innerer Druck, ausgelöst durch die Vorstellung, wertvolle Zeit zu verlieren, die ihnen für ihren Aufstieg zugedacht war
Wächst dieser Druck jedoch zu schnell an, so führt er bei solchen Menschen zur Entwurzelung aus dem eigenen festen Boden, auf dem sie sich zu dem geformt haben, was sie heute sind
Dadurch werden sie schließlich ganz verunsichert in sich selbst
Aufgrund dieser Wahrnehmung lassen sie sich zu verschiedenen Unüberlegtheiten in Denken und Handeln hinreißen, von denen sie glauben, dass gerade diese der beschleunigte Weg zum Licht sind
In ihrem Zustand der Unruhe öffnen sie sich dann auch zu vertrauensselig dem Einfluss verschiedener Phantasten, die verkünden, dass sie zur Rettung der wenigen Begnadigten und zur Führung ihrer Schar zum Licht da sind
Das Gegenteil ist jedoch oft der Fall
Ungesunde Unruhe, Eile und gleichzeitig auch große Unreife sind die Begleiterscheinungen solcher Bemühungen
In jeder Hinsicht sind diejenigen, die überstürzt zum Licht eilen, leicht beeinflussbar, um sie von der Gegenwart abzulenken oder eine Form religiöser Ekstase oder Fanatismus zu erwecken
Die erwähnte innere Unruhe der Seele ist an sich nichts Schlechtes, denn sie ist oft ein Zeichen der inneren, von lebendigem Empfinden erfüllten Erkenntnis, dass die Erde nicht der Ort ist, der zur Erfüllung der „selig erfüllten Geistigkeit“ bestimmt ist
Dieser Ort ist das wahrhaft hoch im Licht befindliche Paradies der menschlichen Geister
Ungesund wird das Ganze vor allem dann, wenn sich mit der inneren seelischen Unruhe ein falsches Verhalten gegenüber der andersdenkenden Umwelt verbindet, der die Schuld am Scheitern von allem gegeben wird, was dazu führt, dass sich gerade diese empfindsameren Menschen plötzlich auf Erden entwurzelt fühlen
Diese falsche Herangehensweise ist das Beurteilen und Verurteilen der Mitmenschen, wozu sich viele durch die Erkenntnis der Gralsbotschaft berufen fühlen, die in ihnen eine überempfindliche Wahrnehmungsfähigkeit geweckt hat
Die Fähigkeit zur Wahrnehmung berechtigt jedoch nicht dazu, andere für das eigene Unglücklichsein verantwortlich zu machen
Es gilt immer noch die große Ermutigung aus dem Licht: „Mutig voran, Gott wohlgetan.“
Über diese Stufe, die sich fast bei jedem einstellt, der innerlich erwacht ist, soll er sich aber weiterbewegen zu einer neuen Tatkraft, die sich ihm ebenfalls eröffnet
Er kann und soll weitergehen, um durch seine Art des Wirkens ein Gewinn für die hiesige Welt zu sein
In der Gralsbotschaft sind ihm auch alle Bedingungen beschrieben, wie er es erreichen kann, einer der idealstrebenden Menschen zu werden
Er soll weitergehen, ohne in endlosem Klagen über andere Menschen stecken zu bleiben
Darin liegt für ihn eine neue Erfrischung und eine neue Stärkung, um in seinem gesamten Aufstieg weiterzukommen
Wer dann in einem solchen Zustand überempfindlicher Wahrnehmungsfähigkeit dauerhaft verharrt, setzt sich der Gefahr aus, dass er selbst die Verantwortung für alle Formen gekränkter und sich benachteiligt fühlender Gedanken trägt, die er geschaffen und in die Gedankenwelt ausgesandt hat
Seelische Empfänglichkeit sollte so etwas nicht bewirken
Im Gegenteil, es sollte immer eine starke Verbindung zu jenen Menschen gesucht werden, die leichter ahnen oder auch erkennen, dass alles Sein nicht nur an die materielle Welt gebunden ist, sondern dass die starke und reine Verbindung mit dem Licht der natürlichste Weg zu innerer Freude und Zuversicht ist
Innehalten und Verharren in der dauerhaften Annahme, dass die Welt nur böse und schlecht ist, ist etwas Ungesundes
Ungesund ist es, familiäre und soziale Bindungen gewaltsam zu lösen oder die verbindenden Brücken zu anderen Menschen abzubrechen, in der irrigen Annahme, darin liege das eigene geistige Heil, denn eine solche Loslösung ist nur dann sinnvoll, wenn zuvor alle Schicksalsfäden in den bestehenden Beziehungen gelebt und gelöst wurden
Der Schaden, den ein solches Handeln ansonsten wohlmeinender Menschen anrichtet, führt dann nicht zur Befreiung des Geistes, sondern nur zum Knüpfen weiterer Schicksalsfäden, die aus der ungesunden Unruhe der Seele von den Webern gewebt werden müssen, wenn auch nur ein kleiner Teil des Handelns Überspanntheit und Anzeichen von Verbissenheit oder völliger gedanklicher Verwirrung in sich trägt
Statt eines beschleunigten Aufstiegs zum Licht führt ein falsch umgesetzter geistiger Bewegungsimpuls dazu, dass der Mensch auf seinem Weg aufgehalten wird und sich früher oder später der Notwendigkeit stellen muss, seine Fehler wiedergutzumachen, wie sie etwa durch überstürztes Handeln und Unausgewogenheit in einem vorschnellen und falschen Urteil über einen anderen Menschen entstanden sind
Der Weg zur Befreiung von allen Verstrickungen der Vergangenheit mit anderen Menschen liegt in der allumfassenden Vergebung, verbunden mit der Bereitschaft, alles wiedergutzumachen, was man selbst verursacht hat
So etwas lässt sich nicht in Eile und innerer Unausgeglichenheit tun
Dem muss ein innerer Fortschritt vorausgehen bis hin zur völligen Loslösung von allem, was das eigene Leben in irgendeiner Weise beeinträchtigt hat
Eile wirkt in vielen Fällen eher gegen den geistigen Fortschritt, anstatt dass darin eine Unterstützung liegt
So kommt es, dass die fieberhaft Vorwärtsstürmenden dem reiferen, die feinstofflichen Vorgänge sehenden Menschen manchmal die Möglichkeit geben, zu sehen, wie sie gerade in der Anspannung aller Kräfte die Fäden der Vergangenheit hinter sich herziehen, die an ihnen haften und die sich durch das Streben nach beschleunigtem Fortschritt nicht lösen, sondern nur ausdehnen wie ein elastisches Gewebe oder wie fest umschlingende Ranken
In einem bestimmten Moment führt dann diese Dehnung der Fäden zum Zurückreißen des Menschen genau an den Ort, von dem er sich auf falsche Weise befreien wollte
An diesem Ort verweilt er, bis er durch innere Ruhe und das Finden seiner eigenen Harmonie die Kraft schöpft, sich wirklich zu befreien und dadurch ungehindert nach oben zu schreiten
Es ist ein großer Unterschied zwischen unreifer Unruhe und der Bewegung, die aus der Erkenntnis aller Zusammenhänge über den wahren Weg des menschlichen Geistes in der Nachschöpfung erwächst
Wo Erkenntnis ist, verwandelt sich auch die erwähnte Unruhe des Inneren in eine tatkräftige Beweglichkeit, die das Wertvollste ist, was dem menschlichen Inneren zum Fortschritt verhilft
Es ist also notwendig, dem inneren Drang zur Vorwärtsbewegung immer auch die Erleuchtung hinzuzufügen, die die Erkenntnis über den Willen des Schöpfers in sich trägt
Die Erkenntnis schafft ideale Voraussetzungen dafür, dass der geistig strebende Mensch ruhig und ausdauernd voranschreitet, dabei Schritt für Schritt eine Stufe des geistigen Wachstums nach der anderen erklimmt
Der Begriff „ruhig“ bedeutet aber keineswegs träge oder faul
Ruhige Ausdauer im Vorwärtsstreben gehört zur höchsten Kunst des menschlichen Geistes in der Aneignung der Fähigkeit, auf den richtigen Wegen nach oben zur seligen geistigen Heimat zu streben
Gerade darin liegt für diese gesunde Art des Lebenswandels auch der so wichtige und wertvolle Segen aus dem Licht
Anstatt der Erschöpfung, die fast immer eintritt, wenn fieberhaft vorwärts geeilt wird, wachsen im ruhigen Schreiten die geistigen Kräfte mit jedem Fortschritt
Im stillen Fortschreiten der geistigen Arbeit entfalten sich nach und nach immer neue Fähigkeiten, die die Kraft und Wirkung eines solchen geistig tätigen Menschen stärken und die Reichweite seines reinen Strebens unter den Menschen stetig erweitern
In der Tat lässt sich nichts erzwingen, denn in der weisen Ordnung des Schöpfungswerkes hat alles seinen Platz, und für die Verbindung mit dem Licht gelten die Bedingungen, die von oben nach unten bestimmt werden
Darin verbirgt sich viel wichtige Erkenntnis
Jedes Bemühen, das in seinem Wollen die Reife des Geistes überholt, wird schließlich dem Licht schädlich, wie aufrichtig und ehrlich es auch gemeint sein mag
Ein großes Werk von wahrer Bedeutung wird immer durch das Licht geleitet, nicht durch den menschlichen Willen, dessen begrenztes Verständnis der erhabenen Allweisheit Gottes, die im Wirken des Lichtes offenbar wird, niemals gerecht werden kann
Schon das allein zeigt, dass für das echte Fortschreiten auf dem lichtgesegneten Weg die innere Bereitschaft unerlässlich ist, die Weisungen und Gebote zu hören, die dem Geist aus den Höhen zuströmen
Sich so etwas anzueignen ist auch die Bedingung für den wahren Dienst am Licht, den vielleicht mancher Mensch mit der Gralsbotschaft in der Hand antreten möchte
Darin liegt die wahre Führung, an deren Ende innerlich geöffnete irdische Menschen in grobstofflichen Körpern stehen
Die weise Führung des Lichtes wirkt in der irdischen Welt auf nachhaltige Weise und bringt so dem Einzelnen wie auch der gesamten Menschheit bleibende Hilfe und Rettung
Eine solche Führung kommt nun durch den Weg des Grals
Es ist eine Führung, die in sich eine Bedeutung trägt, welche nicht nur für den kurzen Augenblick der Gegenwart bestimmt ist, sondern es werden darin stets die Grundlagen für den Ausblick auf Jahrtausende des menschlichen Lebens auf Erden gelegt
Der Nachdruck der vom Licht bestimmten weisen Führung wird immer auf die Notwendigkeit einer innerlich reinen, freudigen und gleichzeitig ruhigen Ausrichtung nach oben gerichtet sein
Darin liegt die Grundlage von allem Gesunden und Notwendigen für den Aufstieg in jeder Zeit und aus allen Lebensbedingungen auf Erden
Ein Aufstieg, der auf dieser Grundlage aufgebaut ist, kann jederzeit beginnen und ist in seinem Wachstum nach oben im Rahmen der Kräfte des menschlichen Geistes unbegrenzt
Das deshalb, weil der menschliche Geist trotz seines Bestehens in der Ewigkeit niemals die Möglichkeit des immer neuen Erkennens der Fülle des Schöpfungswerkes für sich ausschöpft
Um die Möglichkeit seines Bestehens in der Ewigkeit zu erlangen, muss er sich entwickeln und in der Reifung einen hohen Grad an Strahlkraft seines Geistes erreichen
Das ist genau die Arbeit, die niemand anders für ihn tun wird
In Wirklichkeit ist es keine Arbeit als solche, wie wir sie hier auf Erden kennen, sondern es ist die lebendige, kindliche Sehnsucht nach dem Erkennen, wie sich der Wille Gottes in den verschiedensten Vorgängen auf den verschiedenen Ebenen des Schöpfungswerkes manifestiert
Darin liegt dann die Erlangung geistiger Weisheit, wenn das innere Verständnis im Menschen zu den feinen Stufen der Erkenntnis in Dingen vordringt, die dem weniger reifen Geist hinter einem undurchdringlichen Schleier des Nichtwissens verborgen bleiben
Für dieses lebendige Erkennen braucht es keine besonderen Bedingungen und man kann sofort damit beginnen
Das einzige, was der Mensch dazu braucht, ist Kindlichkeit und der Mut, die Grenzen der starren Bahnen zu verlassen, die von anderen Menschen als vorübergehende Zwischenstufen der Erkenntnis des Schöpfers und seines Werkes geschaffen wurden
Bewahrt der Geist dabei ausreichend Demut, entfaltet sich allmählich die Fähigkeit, Strömungen wahrzunehmen, die anderen verborgen bleiben
Demut ist der beste Boden für das Hören und Empfangen von allem Höheren
Wahre Demut schließt das Wirken des Verstandes mit seinem lautstarken Anspruch, alles besser zu wissen, aus
Bescheidene, freudige Tatkraft ist also der lichtgesegnete Weg für den menschlichen Geist
Es ist auch gleichzeitig der Weg, der den Menschen auf natürliche Weise in der goldenen Mitte zwischen den Ausschlägen unruhiger Fieberhaftigkeit und träger Faulheit hält
Der Weg der goldenen Mitte bedeutet, die Fähigkeit zu entwickeln, dauerhaft in innerer Harmonie zu leben
Leider gibt es heute auf Erden nur sehr wenige Menschen, die diese hohe Stufe der Reife des Geistes erreicht haben
Das sind leider nur wenige im Vergleich zu denen, die es eigentlich schon in vollem Einsatz ihrer Kräfte geben sollte
Da aber die verheißene geistige Erleuchtung durch die Nähe des Parzivalstrahles immer stärker wird, kann man hoffen, dass noch ein großer Teil der bisher Schlafenden bald erwachen wird
Dadurch werden dann auch auf Erden bisher unbekannte Kräfte in Bewegung gesetzt, die aus dem Segen Gottes für die Errichtung der neuen Zeit des verheißenen Erwachens der Menschheit fließen
So kann nach und nach wieder mehr Licht unter den Menschen sein
Übersetzung aus dem Tschechischen
SVĚTLEM POŽEHNANÁ CESTA
https://www.cesta-gralu.cz/svetlem-pozehnana-cesta/
