Vorbereitung auf die bevorstehende geistige Erleuchtung – Text 2

Ein weiterer Beitrag des Treffens der Leser von CESTA GRÁLU (6.–8. März 2026, Bílá Holubice), der sich der ‚Vorbereitung auf die bevorstehende geistige Erleuchtung‘ widmet. Um die besondere Atmosphäre dieses tschechischen Vortrags zu bewahren, wurde die Transkription ungekürzt und behutsam ins Deutsche übertragen. Möge der Text das gemeinsame Erleben erneut lebendig werden lassen.
Also, liebe Freunde, ich weiß, dass es schwer ist, das Sprudeln dessen zu unterbrechen, was in den Pausen immer wie ein Bach hervorbricht, in denen aus meiner Sicht oft das Wunderbarste geschieht, doch wollen wir auch einen Teil dieser Energie diesen Betrachtungen widmen.
Gestern habe ich davon gesprochen, wie wichtig es ist, dass wir uns schon im Voraus, ja eigentlich fortwährend mit unserem Bewusstsein an die Gewissheit halten, dass sich jener große, herrliche, von uns in seiner ganzen Wirklichkeit und in dem, was er in sich trägt, noch gar nicht wirklich erkannte Vorgang wiederholt: das Ausgießen der heiligen göttlichen Kraft im Gral, die sich danach ausbreitet und den ganzen Raum des Werkes der Schöpfung erfüllt, in dem auch wir uns befinden.
Auch wenn wir uns im Augenblick noch in den Fernen der Stofflichkeiten befinden, die dieses Geschehen für uns verzerren und in gewisser Weise verdecken. Sie stellen es so dar, dass wir uns ihm auf die rechte Weise nähern müssen.
Viele Menschen, die davon erfahren, dass es so etwas wie einen wirklichen Akt göttlicher Gnade gibt, in dem die Kraft des Schöpfers durch die Segnung des Heiligen Geistes in das Werk der Schöpfung einströmen darf, empfinden in diesem Augenblick etwas von der wunderbaren Größe, die darin liegt. Und fast Hand in Hand damit geht die Frage einher, wie der Mensch die entsprechende innere Verfassung am besten erreichen könnte, damit er an diesem Geschehen möglichst lebendig und möglichst innerlich Anteil haben kann, wie das aussehen müsste, und natürlich gelangt man dann Schritt für Schritt zu den Formen des Rituals, die hier auf der Erde in irgendeiner Weise vollzogen und erfüllt werden.
Am Ende kommt es dann oft so weit, dass sich ein großer Teil der Aufmerksamkeit darauf richtet, auf welche Weise durch den Menschen das äußere Ritual, die äußere Gestalt dieses Vorganges hier auf der Erde erfüllt wird. Und zwar so stark, dass dies vielleicht, wenn auch unbewusst und ohne klares Bemerken, auf Kosten des wirklichen inneren Bedürfnisses unseres Geistes geschieht.
Stellt euch vor, jemand würde verlangen, dass ihr nach jedem Atemzug Amen sagt. Dass jeder Herzschlag von einem Ritual begleitet sein muss. Dass ihr um das, was ihr doch ganz natürlich in eurem Inneren erleben könntet, erst eine äußere Form bauen müsst – als wäre diese Form die Voraussetzung dafür, dass dieses Geschehen überhaupt in euer Leben, in euer Inneres gelangen kann.
Doch gerade darin liegt eine Verheißung für die neue Zeit, die auf dieser Erde kommen wird, damit auch in dieser Sache wieder die Lebendigkeit des Allerlebendigsten, des Allereinfachsten und Natürlichsten herrschen kann, das überhaupt gelebt werden kann.
Denn das, was heute auf der Erde mit dem Erleben des Ausgießens der Kraft des Heiligen Geistes verbunden wird, hat wie alles andere eine feste Form bekommen – eine Schablone, die in ihrem Wesen durchaus wertvoll ist. Doch wenn es um die Innerlichkeit des Menschen geht, kann eine äußere Form aus sich heraus nichts bewirken. Sie kann einen Weg bereiten, aber niemals selbst das innere Erleben hervorbringen. Und gerade weil sich unsere Aufmerksamkeit so oft auf Äußerlichkeiten richtet – ist das Fenster angelehnt oder geschlossen, ist die Tür zu, sitzt der Hemdknopf richtig – wird die Erfüllung der äußeren Form zum Selbstzweck, während die Seele leer ausgeht.
Doch nach dem Durst und dem Hunger der Seele fragt niemand. Nach dem, was in diesem Geschehen in Wahrheit das Allerwichtigste ist. Dass der Geist erfrischt werde, der sich in dem Augenblick des Einströmens der Kraft in die Schöpfung auf die reinste Weise öffnen kann und öffnen soll. In jener schlichten Kindlichkeit offen zu sein, wie wenn ein gnadenvolles Geschenk von den Eltern kommt. In Kindlichkeit anzunehmen, was ihm allein geschenkt werden kann, weil er es sich nicht erzwingen, nicht erringen, nicht kaufen kann, sondern nur empfangen.
Und dieses Empfangen ist ein großes Geschehen, ein großes Geschehen. Wie alles, was aus dem Göttlichen kommt, kann auch dieses nur in der tiefsten Innerlichkeit in das Innere des Menschen eintreten, in jenem unfassbaren Bereich, der sich einem anderen Menschen nicht mitteilen lässt, denn auch hier gelten die Worte Jesu: Sprecht nicht über das, was ihr erlebt, weil die Menschen es zerpflücken und am Ende gegen euch wenden würden. Die Innerlichkeit ist ein Kleinod, das jeder von uns in sich selbst bewahren muss als etwas Unantastbares. Als etwas, das zwischen ihm und dem Schöpfer steht. Und so ist es auch tatsächlich.
Das ist das Erste. Das ist das Entscheidende, das untrennbar dazugehört, wenn wir vom Einströmen der göttlichen Kraft in das Werk der Schöpfung sprechen, an dem wir teilhaben dürfen.
So richtet sich nach und nach, wie bei allem, was wir hier auf der Erde tun, in dem Bemühen um Echtheit die Aufmerksamkeit schließlich auf äußere Dinge. Darauf, wie es in der irdischen Form aussieht. Dafür werden Zeit, Energie und Geld eingesetzt.
Aber wer fragt nach der Seele, wer fragt vor dem Zufluss der Kraft nach dem Ruf der Seele? Fragt überhaupt jemand nach dem Bedürfnis des Geistes eines anderen Menschen? Nein, danach fragt niemand. Man nimmt es als selbstverständlich.
Und doch ist es nicht selbstverständlich. Denn wenn es selbstverständlich wäre, dann würden wir seit Jahrzehnten die Kraft des Ausgießens des Heiligen Geistes genauso erleben, wie die Jünger Jesu es erlebt haben. Und das geschieht nicht. Es geschieht nicht, weil es an unserer Verschlossenheit abgleitet. Doch das ist kein Vorwurf. Es ist eine Aufzeigung des Zustandes, in dem wir uns befinden. Eines Zustandes, mit dem wir etwas tun müssen. Den wir verändern müssen, damit er neu werde.
Damit wir uns im Augenblick des Einströmens dieser Kraft selbst als Bewohner des Werkes der Schöpfung empfinden können, als einen Teil des Werkes der Schöpfung. So, wie es die unzähligen Scharen aller Wesen und geistigen Diener in den feineren Ebenen erleben.
Und erst daraus soll sich das Äußere formen. Erst daraus soll das Bedürfnis hervorgehen, das sich in jene äußeren Formen und Gestalten kleidet, die je nach Reife, Verschiedenheit und Eigenart entsprechen, so wie von der Schönheit der Völker gesprochen wird. Eines Tages wird auch von der Schönheit der Orte gesprochen werden, an denen sich dieses Geschehen vollzieht, wo Menschen, wenn sie das Bedürfnis nach gemeinsamer Verehrung des Schöpfers in diesem Augenblick haben, Bedingungen der Gleichart schaffen, damit vor allem dies empfunden wird: dass das Erstrebenswerte und Vorrangige darin besteht, dass die Feier, der Augenblick des Erlebens, der höchste Vorgang innerer Lebendigkeit des Menschen ist.
Erst danach kommt alles andere. Ob es an einem Ort Musik ist, Wort oder Stille, das muss sich aus der Gleichartigkeit und Reife der Menschen formen, die davon angezogen werden, weil es sie in diesem Augenblick beschenkt. Weil es ihnen etwas gibt, woran sie teilhaben können und was ihnen im jeweiligen Augenblick am besten dient. Dann wird es sich von selbst gestalten. Alles andere, was auf das äußere Format achtet, selbst wenn es gut gemeint ist, soll nur angeboten werden und niemals Bedingung sein.
Denn wenn der Mensch das Bedürfnis des Inneren seines Nächsten berücksichtigt, schenkt er ihm Freiheit. Und in dieser Freiheit liegt das Wichtigste: dass sich die Seele wirklich öffnet. Nur darin besteht der gnadenvolle Akt der Erfüllung des großen Geschehens des Einströmens der Kraft aus der Gralsburg in die Schöpfung.
Und wie bei allem müssen wir auch hierin lernen. Wir meinen, wir seien schon weit fortgeschritten, wir meinen, es sei festgelegt, bestimmt, es werde damit etwas erfüllt. Doch wir wissen nicht, dass es im Grunde dasselbe ist wie bei der Festlegung von Kleidung und ähnlichen Dingen. Wenn man nur aus dem schöpft, was am Anfang gegeben wurde und was sich hätte weiterentwickeln sollen, was ein lebendiger Vorgang hätte werden sollen, dann geht gerade jene Lebendigkeit verloren, so wie die Schönheit der Völker immer unzweifelhaft frei und lebenig bleiben muss.
Das Dringendste für uns, worin wir weiterkommen müssen, ist der Ruf unseres Inneren nach wirklichem Erleben, das Bestandteil unserer vollen Bewusstheit des Seins im Werk der Schöpfung in diesem Augenblick sein soll.
Und deshalb rufe ich: Verändern wir uns darin. Suchen wir Wege, gehen wir weiter, damit vor allem dem Inneren des Menschen Raum gegeben wird, denn es ist das Feinste, Empfänglichste und Wahrnehmungsfähigste für diese Kraft. Haben wir den Mut, darin Suchende zu sein. Seien wir darin diejenigen, die von einem guten Fundament ausgehen und dennoch den Mut haben, den Dingen Lebendigkeit zu geben.
Einst wurde der Herr gefragt, warum in jener Zeit des herrlichen Geschehens dort oben so viele Menschen kommen. Und der Herr antwortete darauf: Weil die Gralsfeiern lebendig sind.
Lebendig muss alles sein, woran wir Anteil haben. Sonst wir es mechanisch. Dann sind es angelernte Dinge. Dann sind es Dinge, die sich wiederholen wie unsere kleinen und großen Rituale in unserem Leben. Doch in dem Augenblick, in dem Empfinden und Geist hineintreten, kann sich vieles verändern. Dann kann sich vieles weiterentwickeln, weil es gerade das Bedürfnis unseres Inneren berücksichtigt.
Und daraus wird sich das eigentliche Wesen eines freien, geistigen, freudigen und voll erlebten Lebens auf dieser Erde formen. Etwas anderes kann sich daraus gar nicht bilden. Wenn der Mensch darin reines und gutes Wollen hineinlegt, das aus kindlichem Vertrauen hervorgeht, und wenn er, falls er fehlt, bereit ist weiterzugehen und zu lernen. Das ist der uns gegebene Entwicklungsweg zur Reife und das Fehlgehen gehört zum menschlichen Leben. Fehler sind nichts Böses, nichts Schlechtes. Sie gehören zum Lernen.
Das Aufstellen von Forderungen, als dürfe es Bereiche geben, in denen keine Fehler vorkommen dürfen, gilt nur für diejenigen, die glauben, dass es so sein müsse. Für diejenigen aber, die an diesen Punkt noch nicht heranreichen, kann das nicht gelten.
Ich spreche von einer künftigen Zeit und ich weiß, dass sie sich jetzt nicht erfüllen wird. Weder in diesem Mai noch in diesem September noch im Dezember noch im nächsten Jahr, denn die Erstarrung ist groß. Und wir alle sind daran beteiligt. Sie umgibt uns so sehr, dass wir über die Grenzen der Erstarrung kaum hinwegsehen können.
Aber wir sprechen hier von einem Ausblick auf Jahre oder Jahrzehnte. In dieser Zeit soll das, wovon hier die Rede ist, auf der Erde zum natürlichsten Zustand werden – für jeden, der sich innerlich danach sehnt, daran Anteil zu haben, ganz gleich auf welcher Stufe der Reife er steht.
Ich spreche von der Freiheit des Geistes, die untrennbarer Bestandteil dessen sein muss, damit der Mensch auf dieser Erde ganz und voll aus sich selbst herausgehen kann. Unabhängig von anderen Menschen. Und nur von reiner Gleichart angezogen.
Das Bild des Einströmens der Kraft, das mit jenem uranfänglichen, heiligen und für alles Lebendige in der Schöpfung unschätzbaren Vorgang des Einströmens der Kraft aus göttlicher Gnade und Fülle in die Schöpfung verbunden ist, wiederholt sich in vielen Vorgängen, die zu unserem Leben gehören. Wie ich schon erwähnt habe, ist es der Atem. Es ist der Herzschlag, aber es ist auch das Kreisen der Kräfte, die unsichtbar und für unser Wahrnehmen nicht erfassbar sind, weil sie so fein sind, dass sie sich auf der Stufe einzelner Zellen unseres Körpers vollziehen.
All das gehört zu dem Bewusstsein, dass wir Kraft schöpfen dürfen und können, die uns vom Schöpfer gegeben wird, damit wir uns entwickeln, damit wir durch das Leben voranschreiten, damit wir der Erfüllung näherkommen und lernen, diese Erfüllung unseren Mitmenschen zu vermitteln.
Darin liegt die Kette des Fließens der Hilfe, darin liegt die Kette des Fließens der lebensspendenden Kraft. Ich schöpfe Kraft und erlebe sie, damit mein Geist und meine Fähigkeiten sie umformen und neu gestalten können. So wird sie für andere nützlich, die diese Kraft vielleicht brauchen, weil sie ihnen nicht aus dem eigenen Inneren zufließt.
Wenn ihnen aber wenigstens ein Teil jener Kraft zuteilwird, die durch mich kommen kann, weil ich sie in der Sehnsucht meines Inneren schöpfe, dann können auch sie sich aufrichten, stärker werden und eines Tages wieder mir helfen, wenn mir die Knie nachgeben, wenn ich das Gleichgewicht verliere und ins Schwanken gerate.
Das ist die Kette der Kraft. Das ist die Kette des Lichtes, die im großen Weben unaufhörlich wirkt. Sie gehört zu jedem Helfen, zu jeder Inspiration und zu jeder Hilfe, die uns durch all jene Helfer zuteilwird, die in verschiedenen Stufen über uns stehen.
Und ebenso können auch wir, indem wir lernen und die Fülle des Kraftschöpfens erleben, anderen Menschen hilfreich sein. Wir können zu denen werden, die an Leib und Seele heil werden und die aus der Heilung ihrer selbst heraus Kraft weitergeben können, die über Leib und Seele hinaus zu anderen Menschen überströmt.
Es ist ein lebendiger Vorgang, in den wir, wenn wir lernen, uns Tag für Tag neu einzugliedern, vor uns den hohen Sinn unseres Seins entdecken werden, der nicht nur an diese irdische Welt gebunden ist, sondern weiter andauert, weil es ein ewiger Kreislauf ist, ein nie endendes Strömen. In ihm ist für jedes Geschöpf von allem genug vorhanden. Damit es daraus schöpfe, empfange. Und daraus weitergeben kann.
Das ist die urwesentliche Grundlage des Ausgießens der Kraft des Heiligen Geistes in das Gefäß des Grals, damit die Schöpfung in diesem Rhythmus weiterbestehen kann. Und der Herr ist in seinem Urwesen unerschöpflich, das wir niemals erfassen können. Er kann uns beschenken, weil das Werk der Schöpfung im Vergleich zu seiner Größe nichts ist.
Und wir dürfen uns aus dieser Kraft an einem Dasein erfreuen, das kein Ende hat – einem Dasein, das jedem von uns in Seligkeit und Größe eine Ewigkeit der Herrlichkeit verheißt, in der wir mitschwingen dürfen.
Das Einströmen der Kraft in der Zeit von Pfingsten ist jener verstärkte Strom, in dem dies sogar für jene Menschen spürbar zugänglich wird, die sich sonst nicht öffnen, weil sie es entweder nicht können oder nichts davon wissen. Es wird in besonderer Weise durch all jene gefördert, die an der Weitergabe dieser Kraft beteiligt sind, damit selbst dieses kleine grobstoffliche Körnchen des Werkes der Schöpfung, dessen Teil wir dadurch sind, dass wir in diesen irdischen Schleier eingetaucht sind, daran Anteil haben kann.
Lernen wir, uns diese Kraft bewusst zu machen und sie als geistig freie Bewohner des Werkes der Schöpfung anzunehmen, die sich der Bedürfnisse ihrer Seele bewusst sind und zugleich der Verantwortung der Seele für den Umgang mit dieser Kraft.
Wer dies lernt, wer darin ganz und voll steht, der ist von dem Augenblick an gesegnet, in dem er die Größe erlebt, die darin enthalten ist.
Wird irgendetwas ausgesprochen, das den Begriff Gott, Göttlichkeit, Gottes Größe, Gottes Allweisheit oder Gottes Willen in sich trägt, dann sollte darin für den Menschen schon das Empfinden eines Zustroms erhöhter Kraft liegen. Schon darin sollte ein reiner Schauer innerer Erhebung und innerer, vertrauensvoller Freude liegen. Und doch sollte es das Natürlichste von allem sein, was mit dem kindlichen Grund unseres geistigen Ursprungs verbunden ist.
Wie weit wir auch eines Tages in unserer Reife voranschreiten mögen, wie sehr wir an Weisheit gewinnen, ganz werden und uns als erwachsene Geister erfüllen – unser Wesen trägt doch immer einen Teil jener Kindlichkeit in sich, aus der wir hervorgegangen sind.
Und so sollten wir lernen, alles anzunehmen und allem zu begegnen, was uns vermittelt und gegeben wird. Unsere innere Empfindung darauf einzustellen. Unser inneres Empfindungsleben so zu stimmen, dass wir auch an den kleinsten Regungen Anteil haben dürfen, die sich zu uns herabneigen und in den verschiedensten Augenblicken an uns herantreten.
Und das Gedächtnis unserer Seele, unseres Geistes, ruft von Zeit zu Zeit jenes vertraute Déjà-vu hervor. Dass irgendein Augenblick, irgendeine Situation, irgendein Schwingen jener feineren Art im Menschen einen Widerhall auslöst, als hätte er etwas davon schon einmal erlebt, als wäre etwas davon bereits sein Eigentum gewesen.
Und ebenso können wir gerade diesen Zustand der Innerlichkeit, dieses Wiederbeleben unserer fernen und vergangenen Erlebnisse des Einströmens der göttlichen Kraft in die Schöpfung, auch in diesem Leben zu größerem Bewusstsein führen.
Das kann geschehen. Es ist nicht so schwer. Lernen wir es, denn es ist eines der notwendigsten Dinge auf dieser Erde, dass der Mensch in seiner inneren Freiheit und Selbstständigkeit zu einem bewussten Bewohner des Werkes der Schöpfung werde mit allem, was dazu gehört, sowohl in Rechten als auch in Pflichten.
Und es gibt sehr vieles, was auf jeden von uns wartet, denn von dem, was unsere Seele schöpfen darf und womit wir beschenkt werden könnten, haben wir bisher nur sehr, sehr wenig empfangen.
Wir meinen, wir lebten das Leben und wüssten, wie man es lebt. Wir glauben, in Fülle zu leben, wenn es uns von Zeit zu Zeit vergönnt ist, das zu erleben. Doch das eigentliche Wesen dieser Fülle ist uns noch fern. Wir greifen nach ihr. Wir sehnen uns nach ihr. Aber wir wissen in Wirklichkeit nicht, was uns alles gegeben ist, damit wir es auf die richtige Weise gebrauchen und unser Leben dadurch um ein Vielfaches voller und vollgültiger werden könnte, als es jetzt ist.
Wenn wir von diesen Ausblicken sprechen, dann ist das tatsächlich eine Sache der kommenden Zeit, die mit dem zusammenhängt und verbunden ist, was in den Texten auf dem Weg zum Gral mit der Verheißung geistiger Erleuchtung aufscheint.
Wir sprechen jetzt darüber, damit wir in dem Bewusstsein noch weiterkommen, was alles darin enthalten sein kann und was uns bisher entgeht, weil wir viel zu sehr in das Alltägliche hineingezogen sind.
Wir sind umgeben von engen Mauern der Denkweise, die uns ähnlich vorwärtstreibt wie ein geschickt gebauter Pferch, dessen Ziel es ist, die Schritte all jener Wesen zu lenken, die sich in ihm befinden.
Lassen wir uns diese Einhegungen nicht aufzwingen. Lassen wir uns Enge und Misstrauen nicht aufzwingen, die gerade in diesen begrenzenden und einengenden Denkschemata liegen, die wir in uns tragen.
Wir sind diejenigen, die, wenn sie wollen, auf dieser Erde bis zu einem Punkt gelangen können, an dem diese Einhegungen und Verengungen des Denkens aufgelöst werden. Sie werden zerfließen, sie werden vergehen, sie werden zur Vergangenheit werden.
Seien wir darauf vorbereitet, und seien wir nicht zugleich diejenigen, die vielleicht unbewusst, aber dennoch diese Zäune immer wieder mit aufrichten.
Jedes Mal, wenn ihr über etwas sagt, es sei unmöglich. Es gehe nicht. Es werde nicht geschehen. Jedes Mal, wenn ihr aussprecht, dass ihr euch über das Ergebnis einer Sache nicht sicher seid, an die ihr euch wagt und in der doch die mitreißende Kraft der Überzeugung im Menschen vorhanden sein sollte, dann wird es tatsächlich nicht geschehen.
In eure Nähe ruft ihr das, was in euren Gedanken lebt. Und wir haben uns eine ungeheure Menge an gesetzten Grenzen aufzwingen lassen.
Wir schauen auf Dinge, die wir vom Standpunkt der Gegenwart für die Zukunft als unmöglich beurteilen. Wenn ihr heute vor jemanden tretet und ihm sagt, dass ihr Vertrauen in den Sieg des Lichtes habt. Dass alles, was geschieht, ein Teil dessen ist, wie sich diese Welt dem Sieg des Lichtes entgegenentwickelt. Dann wird er euch mit einem mitleidigen Lächeln ansehen und sich denken: Der Arme. Der wird noch viele bittere Erfahrungen machen müssen.
Aber wisst ihr was? Das Gegenteil ist wahr.
Und ebenso, wie ich von diesen Verengungen spreche, ist es doch so, dass wir es hinnehmen, wenn der andere Mensch Zweifel ausspricht, und wir nehmen sie von ihm an, statt dass wir über den anderen sagen: Ein Unglücklicher, ein Unglücklicher, der am Ergebnis und am Ende zweifelt. Er braucht noch viel Stärkung und Ermutigung, damit seine Seele Heilung findet, damit seine Seele jene Vollgültigkeit des Vertrauens erleben kann, die ich in mir trage.
Alles steht auf dem Kopf. Wir leben in einer Welt, die verkehrt herum ist. Anstatt dass Vertrauen in den Sieg, Vertrauen in das Ergebnis unseres reinen Wünschens und unserer reinen Sehnsucht, von der wir bis in die Fingerspitzen überzeugt sind, dass sie gut und rein ist, etwas Unerschütterliches wäre, lassen wir uns schon bei der ersten Begegnung mit Hindernissen einreden, es sei unmöglich, es gehe nicht, es werde nicht geschehen.
Doch es gilt: Wenn irgendetwas im Einklang mit den göttlichen Gesetzen schwingt, kann es zur Erfüllung kommen, auch wenn es im betreffenden Augenblick unerreichbar erscheint. Vergangenheit und Gegenwart einer scheinbaren Unerreichbarkeit sagen nichts über die Erreichbarkeit in der Zukunft aus.
Stellt euch vor, ihr würdet im Mittelalter vor eine Menschenmenge treten, die gerade aus dem Gebet im Gotteshaus kommt, und ihr würdet ihnen einen Akkuschrauber zeigen. Und ihnen sagen, dass ihr aus der Zukunft kommt und dass dies eine ganz natürliche Sache ist, die zu der Welt gehört, aus der ihr kommt.
Das Unverständnis und die Ahnungslosigkeit jener Menschen, denen alles fehlen würde, um sich das in diesem Augenblick zusammenzufügen, würde dazu führen, dass sie es ablehnen. Sie würden euch für eine Erscheinung halten. Sie würden euch als ein gefährliches Wesen ansehen, das sich gegen die göttlichen Gesetze stellt.
Und genauso ist es auch heute. Wenn wir von vielen Dingen der zukünftigen Welt, von der Zukunft dieser Welt sprechen, und zwar in der natürlichsten Wesensart dessen, dass sie möglich sind, weil sie zu den Gesetzen der Schöpfung gehören, dann erscheint das vielen Menschen und ihrem Begreifen als unmöglich.
Wie steht es also mit dem Sieg des Lichtes? Wird er sein oder wird er nicht sein?
Und das ist doch die alles tragende Überzeugung: Er wird sein. Ja, im Feinen ist er schon da, im Feinen ist er schon da. Wir bewegen uns nur in der Zeit, und unser Vertrauen oder Misstrauen beeinflusst oft, wie sehr sich das Ergebnis nähert oder entfernt.
Im göttlichen Gefüge, im göttlichen Plan, gibt es so vieles, was wir uns nicht einmal vorstellen können und was für diese Erde vorbereitet ist.
Kann es auf der Erde ein Einhorn geben? Geht heute einmal zu Zoologen und sagt ihnen in fester Überzeugung, dass eines Tages dieses Tier auf dieser Erde herumlaufen wird, weil das Teil einer natürlichen Entwicklung sein kann. Was werdet ihr als Antwort bekommen?
Um uns das Vertrauen nicht rauben zu lassen, dürfen wir niemals von der Gegenwart oder von vergangenen Erfahrungen ausgehen, die im Menschen jenen Widerhall des Misstrauens wecken können.
Wir müssen alles für die Heilung unserer Seele immer als Weg zum Sieg, als Weg des Fortschritts, als Erfahrungen formulieren und innerlich verarbeiten, die bereits der Vergangenheit angehören.
Und allein in der Hand des Schöpfers und seiner Helfer liegt es, wann sich, getragen von seinen ewigen Gesetzen, auf dieser Erde Dinge ereignen können, die aus heutiger Sicht der Menschen an Wunder grenzen werden.
Wenn etwas in den göttlichen Gesetzen schwingt, und darum ist es so wichtig, dass wir uns damit befassen und in der höchsten Lebendigkeit unseres Geistes kundig werden, wie die göttlichen Gesetze in Wahrheit wirken, denn auch das wissen wir nicht und auch das haben wir nicht in der richtigen Weise gelernt, weil wir sie viel zu starr betrachten, dann wird es möglich.
Und möglich ist daher sehr vieles. Nur weil es im Augenblick noch nicht hier ist, damit wir es uns vergegenwärtigen, messen, greifen, schmecken oder riechen, also mit den Sinnen, die uns gegeben sind, irgendwie fassen könnten, erscheint es uns schwer erreichbar. Aber dennoch liegt es in diesen Gesetzen.
Und deshalb treten wir in eine Zeit ein, in der es sich ebenso verhält, wie vor hundertfünfzig Jahren die ersten Versuche mit der Elektrizität etwas Unerhörtes waren und diejenigen, die sich ihr widmeten und versuchten, sie zu begreifen, wirkliche Pioniere und Wegbereiter für den Fortschritt der Menschheit waren.
Genauso stehen wir heute an der Schwelle zur Nutzung und Verarbeitung der Kraft des Äthers. Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich dies wandelt. Wir stehen am Beginn des Ätherzeitalters.
Nur haben wir es nicht begriffen, weil wir es mit den Mitteln, die die heutige Wissenschaft verwendet, nicht erfassen können. Doch das bedeutet nicht, dass es nicht existiert und dass es nicht zu einem natürlichen Bestandteil unseres Lebens werden wird.
So wie der Akkuschrauber heute ein natürlicher Bestandteil unseres Lebens ist, der selbst den gutmütigen Hussiten im fünfzehnten Jahrhundert wohl wie ein Werkzeug des Teufels erschienen wäre. Und man hätte noch froh sein müssen, wenn sie einen nicht mit Dreschflegeln erschlagen hätten, weil sie radikal waren.
Genauso stehen wir heute an der Schwelle eines neuen Zeitalters, das wie Träumerei erscheinen kann, wie eine Chimäre, sodass ihr vielleicht von hier wegfahrt und sagt: Dieser Sprecher ist ja gut, aber irgendetwas ist mit ihm passiert.
Und ich halte das aus. Sagt es nur. Das gehört ganz natürlich zur Entwicklung.