Vorbereitung auf die bevorstehende geistige Erleuchtung – Text 4

Liebe Freunde,
ich habe hier noch diesen Teil, und ich möchte mit euch gern noch über eine weitere Sache sprechen, die ich für eine sehr starke Grenze halte, für eine Linie, die viele Menschen nicht zu überwinden und nicht zu überschreiten vermögen, weil sie sich einfach eingebürgert hat.
Sie ist zu etwas geworden, das eine Bremse ist für den Mut und für ein gewisses inneres Selbstvertrauen vieler Menschen.
Es herrscht jene erstarrte Auffassung vor, dass Menschen, welche die Wahrheit in ihren Händen tragen, ihren Mitmenschen scheinbar nichts anzubieten hätten – dass es vermeintlich keine Formen gäbe, wie man etwas darreichen, wie man vor andere treten und sie für das begeistern könnte, was im Inneren eines Menschen lebt, der sich jener geistigen Erfülltheit genähert hat, von der wir sprechen.
Schon diese Erfülltheit, schon diese Gewissheit ist etwas, das sich von selbst darreichen kann.
Schon das, was zur Ausstrahlung eines Menschen wird, ist ein Geschenk, das wirkt und aus dem sich vieles schaffen lässt, von dem wir uns nicht einmal vorstellen können, dass es Wirklichkeit werden könnte.
Darum erlaubt mir, diese Grenze niederzureißen, diese Kreidelinie auszulöschen und zu sagen, dass es sehr vieles gibt, was wir anderen Menschen anbieten können.
Wenn wir in uns kindliche Schlichtheit und Reinheit bewahren und in unserem Empfinden in allen Situationen und unter allen Umständen die göttlichen Gesetze, die Gesetze der Schöpfung auf reine Weise zu erfüllen vermögen, dann hat der Mensch in eben diesem Augenblick schon durch sich selbst etwas, das er anderen geben kann.
Es ist nicht die Frage, um jeden Preis sichtbar zu sein oder unter irgendwelchen Bedingungen, die viele Menschen bereits in Verkrampfung und innere Verzweiflung geführt haben, weil sie es selbst nie so empfanden und deshalb meinten, gegenüber anderen weniger wert zu sein.
So ist es nicht.
Die Fülle der Ausstrahlung eines menschlichen Geistes, der in Einklang mit der Wahrheit schwingt, in Einklang mit dem reinen Strömen der göttlichen Schöpferkräfte und diese Kräfte durch sich in diese Welt eintreten lässt, hat sehr viel anzubieten.
Und es ist unendlich viel mehr.
Wir werden heute noch darüber sprechen, dass es Gesetz der Schöpfung ist, dass dort, wo im Menschen innerer Bewegung ist, früher oder später Inspiration kommt, Mut kommt und alles kommt, was damit verbunden ist.
Und so bahnen und gestalten sich Wege für jeden Einzelnen, damit er seine innere Erfülltheit und seine geistige Ganzheit noch bewusster, kraftvoller und hoffnungsvoller erleben kann, als er es sich zu Beginn seines Weges überhaupt vorzustellen vermochte.
Wir sind von Helfern geistiger und wesenhafter Art umgeben, die auf nichts anderes warten, als dass sie durch unsere Gelöstheit, durch unser Freisein von Barrieren und inneren Kreidelinien damit beginnen können, Inspirationen zu vermitteln und Gaben zu erwecken, die im Menschen schlummern.
Man kann es so nennen, dass wir von einer Menge helfender Hände feiner Art umgeben sind, die dem Menschen fortwährend feine Inspirationen, feine Rufe, feine Ermutigungen zuspinnen, damit er noch ein kleines Stück weitergeht und mehr Selbstvertrauen, mehr Gewissheit gewinnt.
Und damit sich in ihm eine Gabe zu entfalten beginnt, von der er vielleicht gar nicht ahnte, dass sie tief in ihm verborgen geblieben ist.
Der seelische Reichtumg jener Menschen, die bereits mit einer vollendeten geistigen Reife auf diese Erde kommen – jene also, die erwacht sind und zur Botschaft fanden, weil ihr Weg schon vor ihrem Eintritt in diese Welt vorgezeichnet, bereitet und darauf abgestimmt war –, birgt in sich stets jene Erfülltheit, die sie anderen Menschen zu geben vermögen.
Wir leben in einer Zeit, in der es in dieser Sache zu einem Durchbruch kommen wird.
Es wird eine Veränderung kommen, denn sie gehört zur geistigen Erleuchtung.
Und diese Veränderung wird viele Menschen mit Inspirationen, mit Ermutigung und mit Momenten verbinden, die im Augenblick scheinbar noch verborgen sind, die noch nicht an die Oberfläche gehoben wurden.
Es ist, als läge die Goldader noch immer im Gestein.
Aber wir nähern uns der Zeit, in der durch das Wirken von Kräften das Gestein aufbrechen und die Goldader von selbst an die Oberfläche treten wird.
Durch tektonische Bewegungen der Geschehnisse kann dies geschehen.
Oder ein hervorbrechender Bach trägt plötzlich in seinem Bett feine Goldkiesel mit sich, die sich darin rollen, getrieben von der Strömung, der Kraft und der Reinheit dieses Baches.
Irgendwie wird es kommen.
Es wird kommen, weil es kommen muss.
Das ist Gesetz.
Wo Bewegung im Menschen ist, wo innere Bewegung ist, wirkt der Äther in dieser Zeit so, dass er von dieser Bewegung im Menschen angezogen wird und diese Bewegung wiederum verstärkt.
Darüber werden wir noch sprechen.
Das ist ein Gesetz, das bisher nicht in dem Maß gegolten hat, in dem es nun zu gelten beginnt.
Jede Regung im Menschen wirkt magnetisch auf die anziehenden Kräfte des Aethers. Diese Kräfte vermögen die weitere Entfaltung menschlicher Fähigkeiten zu fördern, ebenso wie sie den Elementarteilchen, den Elementen oder bestimmten Molekülen eine stärkende Macht verleihen, die sich in diesen stofflichen Dingen festigt.
Dabei kann diese Kraft entweder unmittelbare Wirkungen hervorrufen, die bislang unmöglich schienen, oder sie wird in diesen kleinsten Bausteinen gebunden, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder frei zu werden.
Dadurch, dass wir uns in der Vorstufe jenes Zeitalters befinden, nicht nur des geistigen Erleuchtens, sondern des Ätherzeitalters, eröffnet sich vor uns die Möglichkeit, in vielen Bereichen auf eine Weise zu wirken, die bisher unmöglich erschien und zum Teil auch unmöglich war, weil diese Kraft hier nicht in dem Maß vorhanden war, in dem sie es nun ist.
Wir stehen an der Schwelle einer Zeit, in der sich zur Verwunderung vieler Menschen in ihnen selbst Dinge zu entfalten und zu pulsieren beginnen können, die noch vor einiger Zeit unmöglich erschienen.
Alles ist nur von der inneren Bewegung des Menschen oder der Bewegung der Dinge abhängig.
Wenn ihr heute irgendetwas in Bewegung setzt, wird der Äther magnetisch von dieser Bewegung angezogen.
Er bringt in sich Segen und Stärkung genau der Art, wie sie gebraucht wird, denn er ist keine tote physikalische Kraft, er ist keine Trägheit, keine Schwere und nichts von dem, was wir kennen.
Er ist eine lebendige bewusste Kraft, die wirkt und gestaltet und in die wir erst jetzt eintreten als in etwas, das zu einem Bestandteil dieses Menschenzeitalters werden wird.
Die Wissenschaft wird umgeschrieben werden, und die Erkenntnisse, die bisher galten, werden unter dem Einfluss dieses großen Geschehens in den Zusammenhängen, wie wir sie kennen, ihre Gültigkeit verlieren.
Die Größe, die in diese irdische Welt eintreten wird, um ein Bestandteil des geistigen Erleuchtens zu werden, wird in vielen Richtungen helfen, von denen wir uns heute überhaupt keine Vorstellung machen können.
Und ihr könnt jetzt vielleicht wieder, ich sehe es an vielen eurer Gesichter, denken, ob ich noch ganz bei mir bin.
Es ist nicht die Sonne, es ist nichts dergleichen, ich bin ganz bei mir und spreche völlig bewusst über das, worüber ich spreche.
Ich habe auch keinen Hunger und bin auch geistig nicht erschöpft.
Aber ich bin wirklich in mir selbst, und ich spreche zu euch von etwas, das mich erfüllt und von dem ich überzeugt bin, dass es zum Erfülltwerden vieler von uns und vieler weiterer Menschen gehören kann.
Denn wir leben in einer Zeit des Entwicklungsschrittes, in einer Zeit, die wir vorsichtshalber den Beginn einer Umbruchszeit nennen können, und erst in dem Maß, wie dies mehr und mehr in das Sichtbare eintritt, werden viele Menschen, jene rein Strebenden und rein Empfindenden, die Gewissheit gewinnen, dass wir Teil von Veränderungen auf der Erde sind, die es hier bisher nicht gab.
Vielleicht erscheint dies im ersten Moment unglaublich.
Doch wenn wir uns vergegenwärtigen, wie viel wir anzubieten haben, wird deutlich: Es ist keineswegs so, dass wir mit leeren Händen vor die Menschen treten.
In uns lebt ein unermesslicher Reichtum, den wir mit anderen teilen können.
Die Worte, von denen in der Botschaft gesprochen wird, zeigt, wessen Geistes Kinder ihr seid, sind dazu da, Wirklichkeit zu werden.
Und auch die Worte, dass der Herr euch jetzt auf dieser Erde haben will, weil ihr wirklich diejenigen seid, die von allen übrigen Geschöpfen in der Schöpfung als Gäste betrachtet werden können, als willkommene Gäste in dieser Schöpfung, gelten für jeden, der in reiner Einstellung steht, in sich das alles umfassende Wollen zum Guten trägt und innerlich frei wird, weil er sich nach und nach aus allen Schablonen und allen Grenzen löst, die bisher gegolten haben und so taten, als bestimmten sie den Lauf dieser Welt.
All das verändert sich, all das löst sich auf, fällt in sich zusammen und wird Vergangenheit.
Und wir haben die beglückende Gnade, daran teilzuhaben.
Eines Tages, wenn wir uns einmal irgendwo in jenen Ebenen begegnen, werden wir darüber sprechen und uns sagen: Was waren wir damals doch für Holzköpfe, dass wir es nicht geglaubt haben.
Was waren wir doch für ungläubige Thomasse, die damals nur davon ausgingen, dass etwas nicht greifbar, nicht fassbar und nicht Teil jener Physikalität war, die wir als so wichtige Voraussetzung gelernt haben, um etwas anzunehmen und es uns zu eigen zu machen.
Wir haben also viel anzubieten, denn in dem Augenblick, in dem der innere Zustand des Menschen in lebendige Bewegung kommt, was notwendig mit Selbstständigkeit, mit innerer Freigeistigkeit und mit Mut zusammenhängt, können Dinge geschehen, die niemand jemals geplant hätte.
Als Beispiel kann ich hier die Freunde aus Österreich und Deutschland nennen, denn nie haben wir geplant, nie wurde auf verstandesmäßige Weise im Voraus vorbereitet, dass durch ihre Hilfe Texte ins Deutsche und in weitere Sprachen übersetzt würden.
Nichts davon war im Vorfeld geplant.
Ich kannte die Personen zuvor nicht; falls darin ein Versäumnismeinerseits lag, bitte ich dies nachzusehen.
Ich kannte sie wirklich nicht, und erst durch ihren Mut, durch ihr Zutun konnten Dinge in Bewegung geraten, die nicht geplant waren.
Sie kamen und wurden Wirklichkeit.
Und sie sind diejenigen, die ihr berühren könnt, bitte vorsichtig, aber ihr könnt sie berühren, als Beweis dafür, dass dies nichts ist, was nur eine Gedankenform oder irgendein Vorbild geblieben wäre.
Und ebenso, wie diese Dinge geschehen sind, sind auch all die Dinge in Bewegung und im Feinen vorbereitet, die mit der Arbeitsstätte Efemeridis zusammenhängen.
So neu dies für viele Menschen auch ist und so neu ihnen all diese Begriffe erscheinen, und so sehr sich viele fragen, warum man nicht von etwas Vergangenem ausgeht, das sich schon bewährt hat und mit dem sich die Menschen leichter verbinden würden.
Nein.
Alles wird neu werden.
Und deshalb verlangt es von uns zum Teil ein Stück Mut, ein Stück Bereitschaft und auch dies, dass wir uns oft auf Dinge einlassen, die uns vor einiger Zeit nicht einmal eingefallen wären.
Inspiration und die Art des Verstehens und Denkens werden sich im Menschen verändern, weil die Seele gesundet, weil das Verstehen und Empfinden der Dinge sich weiterentwickelt.
Und plötzlich verschiebt sich auch im gedanklichen Gefüge des Menschen vieles auf eine andere Stufe des Verstehens und Wahrnehmens.
Ja, auch solche Wunder gibt es.
Man kann dies als einen untrennbaren Bestandteil dieser Zeit ansehen, die als geistiges Erleuchten näherkommt.
Vieles von dem, was den Menschen jetzt noch unverständlich, unannehmbar oder abgelehnt erscheint, wird zu einem Bestandteil ihres Lebens werden, weil es eines Tages durch das Reifen ihrer Seele in ihr Verständnis eintritt als etwas, dessen Eintritt in ihr Leben und in ihre Denkweise sie sich gar nicht bewusst machen werden.
So mächtig ist das.
So ist es.
So kann es sich verändern.
Wir dürfen davon ausgehen, dass die Wandlungen, die sich nähern, um sich zu erfüllen, oft auf solchen Wegen und in solcher Weise eintreten werden, wie sie selbst der einfallsreichste oder schöpferischste Schriftsteller oder Regisseur niemals hätte erfinden können.
Denn es ist etwas, das über uns steht.
Es ist etwas, das im Feinen wirkt, damit es dann plötzlich, allmählich, Schritt für Schritt oder auch schlagartig in das Bewusstsein des Menschen tritt, sodass er einfach sagt: Ja.
Und plötzlich erinnert er sich nicht mehr daran, dass er einmal Gegner von etwas war, dass er gegen etwas gewesen ist, weil plötzlich etwas in sein Leben eintritt, wodurch er sich gar nicht mehr vorstellen kann, dass es anders sein könnte, als es in dieser Gegenwart gerade ist.
Solche Verschiebungen und solche Veränderungen sind möglich, und sie werden geschehen.
Auch das, dass wir immer noch in uns jene Vorstellungen festhalten von dem, was Menschen gewöhnlich meinen, wenn sie sagen: Menschen änderst du nicht, die Menschen bleiben doch immer dieselben, ich habe mit Menschen immer nur schlechte Erfahrungen gemacht.
Das ist das Alte, das ist doch das vom Versucher.
Schon im Voraus alles zu schwächen, was schöpferische Energie und die Kraft zur Veränderung zum Besseren haben könnte.
Kann sich ein Mensch, der so über andere urteilt, in sich selbst hineinversetzen und sich selbst von außen sehen und über sich sagen: Der wird sich nie ändern, obwohl er doch weiß, dass er in sich die Sehnsucht trägt, sich zu ändern.
Natürlich stolpert das Äußere, und alles, was mit bestimmten Gewohnheiten und Gedanken zusammenhängt, immer in seiner Trägheit hinter der Seele her, hinter der Innerlichkeit des Menschen her.
Aber es geht weiter.
Und dadurch, dass wir in eine Zeit kommen, in der der Äther verstärkt strömt, wir werden noch darüber sprechen, können diese Veränderungen beschleunigt werden, können sie sich wandeln und auf viel lebendigere Weise geschehen, als das bisher der Fall war.
Häufig stellt sich die berechtigte Frage, wie sich die verstärkte Wirkung der Schöpfungskräfte in unserer Zeit auf das Negative auswirkt. Wenn jede innere Bewegung des Menschen nun in erhöhtem Maße den Äther magnetisch anzieht, so muss dies folgerichtig auch die Reinigungsprozesse beschleunigen. Man könnte annehmen, dass selbst ein Mensch, der Böses will, dadurch jene neutrale göttliche Kraft herbeizieht, die das Negative letztlich zum Zerfall bringt.
In der seelsorgerischen Praxis nutzen wir oft das Bild der Gärung, um Menschen in Not zu ermutigen: Ein scheinbar trüber und aufgewühlter Prozess, aus dem am Ende jedoch ein „guter Wein“ hervorgeht. Dieses Bild kann ein wertvolles Halteseil sein, um verzweifelten Menschen zu erklären, dass die aktuellen Erschütterungen eine notwendige Vorstufe zur Klärung sind. Es hilft ihnen, das vermeintlich Negative in einem positiven Licht zu sehen und sich innerlich wieder aufzuhellen.
Doch bei aller Wertschätzung für diesen Weg des Trostes müssen wir uns einer geistigen Gesetzmäßigkeit bewusst sein: Wer seine Aufmerksamkeit zu intensiv auf diese Zerfallsprozesse richtet, läuft Gefahr, immer noch „im Alten zu waten“. Jede Beschäftigung mit dem Negativen verbraucht kostbare Energie. Im Gedankenbereich bleibt das Alte dadurch als Schatten oder Nachgeschmack präsent, was eine vollkommene Lösung von den alten Schablonen erschwert.
Das eigentliche Ziel der gegenwärtigen geistigen Entwicklung besteht darin, dass der Mensch sich wirklich von allem Alten frei macht, um Mitschöpfer des Neuen zu sein. Die Gärungsprozesse der Welt werden ohnehin ihren natürlichen, gesetzmäßigen Gang gehen. Unsere Aufgabe ist es, über die vertrauten Begriffe von „Gericht“ oder „Lasten“ hinauszuwachsen, die oft nur dazu dienen, an alte Denkmuster anzuknüpfen. Wahre Hilfe und wahre Neugestaltung erwachsen daraus, dass wir eine innere Durchlässigkeit für das Licht bewahren und uns nicht von den Fäden der alten Gedankenwelt zurückhalten lassen.
Es ist selbstverständlich, dass wir von hier wieder in jene Alltagswelt zurückkehren, die auf jeden von uns wartet und sicher daran arbeiten wird, sich wieder bemerkbar zu machen. Aber der Sinn dieses Treffens liegt darin, dass wir all dies loslassen und unser Empfinden in eine ganz neue, lebendige Verbindung mit jener Schöpferkraft stellen, die Wandlungen ermöglicht, welche unter den bisherigen Bedingungen für viele Menschen unmöglich schienen.
Wir müssen zum Kern vordringen, der mit der geheilten Seele zusammenhängt und mit jener Vollwertigkeit der Ausstrahlung die dieser Welt noch fehlt. Sie fehlt, weil die innere Kraft und Gewissheit noch kein natürlicher Bestandteil unseres Seins ist. Wir sollten die Pioniere und Wegbereiter sein, denn die Ausrüstung dafür tragen wir in uns.
Der Gedankenwelt sind wir bisher nicht mit der nötigen Wachheit des Geistes begegnet. Wir sind mit ihr durch unzählige Fäden verbunden und haben in unserem Gehirn Tausende von Durchlässen für diese alten Denkschemata angelegt. Es ist ein großer Kampf, sich daraus zu befreien. Doch das große geistige Erleuchten wird geschehen, wenn das Innere des Menschen in Offenheit darauf eingestellt ist. Ich würde es euch genauer beschreiben, aber ihr würdet mich wohl für verrückt halten – doch ich bin zutiefst davon überzeugt, weil es so ist.
Wer den Entschluss fasst, die alten Wege zu verlassen, merkt schnell: Der Geist verträgt kein Vakuum. Wir müssen uns aktiv an die neuen Wege halten, denn das Gewohnte zieht uns wie ein Sumpf zurück. Dieser Prozess gleicht einem Kampf mit einem neunköpfigen Drachen. Wir müssen schrittweise vorangehen, immer wieder den Kopf über die Wasseroberfläche ziehen, um Atem zu holen, und eine neue innere Höhe festigen.
Eine der subtilsten Fesseln ist eine falsch verstandene „Gutmütigkeit“. Wir verstricken uns oft darin, anderen mühsam geistige Wahrheiten erklären zu wollen, während wir selbst noch nicht fest im Neuen stehen. Doch wahre Hilfe kann man nicht erzwingen; Menschen müssen den Wandel selbst wollen.
Ein Beispiel aus der Begegnung mit fremden Kulturen verdeutlicht dies: Solange man das Fremde mit Ablehnung betrachtet, bleibt es verschlossen. Erst die Entscheidung zur Liebe wandelt die Wahrnehmung und lässt die Last des Urteilens abfallen. Wirkliche Hilfe entspringt einer geheilten Seele, die in ihrer inneren Harmonie ruht. In diesem Zustand der Klarheit geschieht die Arbeit primär durch die Ausstrahlung. Dann werden uns ganz natürlich diejenigen Menschen zugeführt, denen wir tatsächlich helfen können.
Das Neue hat das Recht, im Menschen geschützt zu werden. Es sollte nicht aufdringlich verbreitet, sondern nur dort geteilt werden, wo der Boden bereits dafür bereitet ist. Erst in dieser inneren Sicherheit sind wir bereit für die Aufgaben, die vor uns liegen.